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Fostex HP-A8 mkII Test

Praxis

High End von Fostex

Der HP-A8 mkII ist nicht gerade ein preiswerter DAC/HP-Amp, das muss man zugeben. Auf dem Hi-Fi-Markt werden gerne noch deutlich teurere Geräte verwendet, im Pro-Audio-Bereich haben es derartig Geräte recht schwer, wenngleich gerade dort eine hochwertige Abhörkette mehr als sinnvoll ist. Dass der Firmenname Fostex auf dem HP-A8 mKII zu lesen ist, mag vielleicht etwas hinderlich sein, denn viele User assoziieren mit dem japanischen Unternehmen ordentliches Equipment, aber eben nicht die Crème de la Crème. Da haben es Hersteller mit „illustren“ Namen doch etwas einfacher. Allerdings blickt Fostex auf jahrzehntelange Erfahrung und viele sehr gelungene Produkte mit hoher Marktakzeptanz zurück und hat sich die Teilhabe am oberen Marktsegment schlichtweg mit guter Arbeit erlangt, vergleichbar etwa mit Audio-Technica, deren hochpreisige Mikrofone und Kopfhörer auch viele User begeistern.  

Fotostrecke: 2 Bilder Fostex ist den meisten Engineers eher für solide Tonstudiotechnik bekannt – hier haben wir es mit einem High-End-Produkt zu tun.
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Vergleichssysteme von einfach bis edel

Zum Vergleich stelle ich im Test dem schwarzen Klotz einen Lavry DA-11 gegenüber, das ist ein 9,5“-DAC mit eingebautem Kopfhörerverstärker und ebenfalls USB-Anschluss. Ein großer Unterschied zum Fostex besteht darin, dass Dan Lavry kein Freund von höheren Samplerates als 96 kHz ist. Er hat auch gute Argumente dafür. Ein zweites edles Gerät ist der HAPI von Merging Technologies, ein Schweizer AoIP-System mit eingebautem Kopfhöreramp und der Möglichkeit, bis zu 384 kHz PCM, DXD und DSD bis DSD256 wiederzugeben (und übrigens auch aufzunehmen), zudem ein iFi iDSD nano. Weitere Geräte im Testverbund sind übliche Audio-Interfaces wie ein MotU 896mkIII, ein Focusrite 6i6 und Instrumente wie ein Moog Sub 37 und ein Clavia Nord Electro III, natürlich auch ein Apple Mac Book Air und ein iPhone.

Gut greifbare Tiefen, eher verhaltene Präsenzen

Es wäre ja schon geradezu geschäftsschädigend, wenn der große, schwere und teure HP-A8 klanglich nicht mit den Versprechungen mithalten könnte. Davon ist er auch weit entfernt, denn wie zu erwarten (und wie man durchaus verlangen kann) klingt die DA-/HP-Kombination absolut hervorragend. In den Tiefen spielt er konkret und nüchtern, keine Spur von Wischi-Waschi. Auch tiefe Töne lassen sich in ihrer Pitch gut bestimmen – das ist nicht selbstverständlich für ein Gerät, das nicht explizit für die Studiowelt entwickelt wurde. In den Mitten wird das Spiel weitergeführt, auch hier darf man sich an klarer, konturierter Abbildung erfreuen. Ein klein wenig zurückhaltend ist der Präsenzbereich. Für langes, ermüdungsfreies Hören fertiger Produktionen, die oft im Mastering für einen hohen Lautheitseindruck dort etwas übertrieben sind, kann das vorteilhaft sein, um etwas zu bissige Stimmen oder „kneifende“ Snaredrums zu erkennen, muss man etwas sensibler zu Werke gehen. Das ist in jedem Fall auch Gewohnheitssache. Wirklich erstaunlich ist die Wiedergabe der Höhen. Sie glänzen nicht nur mit Detailreichtum, sondern gleichzeitig mit enormer Leichtigkeit und – hier passt der überstrapazierte Begriff perfekt – Natürlichkeit. Vielleicht liegt es am klassischen analogen Aufbau mit Toroidaltransformer…?  

Eingangswahlschalter
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Hochohmige Studiokopfhörer sind kein Problem für den HP-A8 mkII

Nichts weniger als Spitzenklasse ist die Dynamik des Fostex-Systems, und zwar sowohl in der Makro- als auch der Mikrodynamik. Das Rauschen ist gering, Zerrungen treten erst bei wirklich sehr hohen Pegeln auf, zudem erscheinen sie sehr gemächlich als Anreicherung und Verdichtung, nicht direkt als fiese Kratzer. Die Leistungsreserven reichen aus, um auch bei schnellsten Transienten die Ausgangsspannung flott zu erhöhen. Sowohl Lavry als auch Merging sind diesbezüglich etwas besser aufgestellt – etwas. Eine ordentliche Feindynamik ist Voraussetzung dafür, dass die Ortung präzise ist. Auch die Tiefe der Bühne ist gut dargestellt, wodurch sich Bewertungen von Signalpositionen, -ausdehnungen und die Art und Qualität von Reflexionen gut erkennen lassen. Schön ist, dass der HP-A8 mit jeder Art von Kopfhörer gleichermaßen gut umgeht. Für viele Headphone-Amps ist es keine Selbstverständlichkeit, auch hochohmige Hörer mit hoher Auflösung und hohem Pegel zu betreiben, etwa den AKG K241DF. Dieser 600-Ohm-Hörer klingt an eigentlich allen einfachen Amps, also mobilen und „eingebauten“, etwa von Apple-Laptops, zu blutleer und vor allem zu leise.  

Der Verstärker zeigt sich unprätentiös im Umgang mit verschiedenen Kopfhörern.
Der Verstärker zeigt sich unprätentiös im Umgang mit verschiedenen Kopfhörern.

Eine wirkliche Präferenz des Fostex bei der Wahl des digitalen Formats kann ich nicht feststellen. Das Interface scheint unerheblich für die Ausgabequalität, auch bei der Frage nach der Samplerate und der Bittiefe, besonders 1 Bit oder 24 Bit, lassen sich keine „Lieblingsformate“ feststellen. Die DSD-Auflösung des Merging Technologies ist unter den Geräten im Test deutlich die beste. Bei PCM-Auflösung hat der Lavry ein wenig die Nase vorn, wenn man den reinen DA-Wandler betrachtet, was aber im Gesamtbild durch seinen etwas schwächeren Kopfhörerverstärker wieder ausgeglichen wird.

Auch das Display ist frei von Kryptik und liefert sachlich und verständlich die notwendigen Informationen.
Auch das Display ist frei von Kryptik und liefert sachlich und verständlich die notwendigen Informationen.

Die Bedienbarkeit des Systems ist gut, vor allem, da das Display eine eindeutige Sprache spricht. Hier zeigt sich erneut die Hi-Fi-Nähe. Das bedeutet allerdings auch, dass es Dinge wie Crossfeed und dergleichen nicht gibt. Auch die Frontplattenbeschriftung ist eindeutig, doch aufgrund der Größe und der spiegelnden Oberfläche eher nichts für schummerige Arbeitsplätze. Bei der überschaubaren Anzahl Elemente auf der Frontplatte ist das aber zu verschmerzen.

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