Gitarre Hersteller_Zoom
Test
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08.12.2017

Zoom AC-3 Test

Effektpedal und Preamp für Akustikgitarre

Akustik-Reanimator

Das Zoom AC-3 präsentiert sich als Multieffektgerät und Preamp für Akustikgitarre. Dabei setzt der Hersteller auf das sogenannte Re-Modelling, das dem Pickupsignal den Klangcharakter unterschiedlicher Korpusformen, Konstruktionen und Tonhölzer zurückgeben und für mehr Natürlichkeit sorgen soll. Zusätzlich lässt sich das Signal mit allerhand Effekten garnieren.

Zoom bietet dieses Format, ähnlich wie die ebenfalls von uns kürzlich getesteten Geräte aus dem Hause Boss, in zwei Varianten an. Mit dem AC-3 liegt heute das Flaggschiff zum Test vor.

Details

Lieferumfang:

Geliefert wird das AC-3 in einem Karton, der neben dem Gerät auch gleich das Netzteil sowie Bedienungsanleitungen in mehreren Sprachen bereithält. Das Gerät selbst steckt zusätzlich in einer Stoffhülle. An der äußeren Verarbeitung unseres Testkandidaten gibt es nichts zu meckern - im Gegenteil ist das AC-3 sehr sauber gefertigt. Um den natürlichen Klang zu unterstreichen, den das Gerät sich zur Aufgabe gemacht hat, wurde die Oberseite größtenteils mit einer Holzoptik versehen. Außerdem zeigt sie sich am Fußende abgerundet, sodass man weniger Gefahr läuft, beim Betätigen der drei Fußschalter versehentlich die Potis zu berühren. Die Unterseite bietet neben sechs Gummifüßen auch ein kleines Batteriefach für zwei AA-Batterien, mit denen das Gerät laut Hersteller drei Stunden im Dauerbetrieb laufen kann.

Anschlüsse:

Das AC-3 bietet dem Anwender jede Menge Anschlüsse, die an der rechten und linken Seite sowie an der Stirnseite untergebracht sind. Rechts findet sich der Eingang für das Gitarrensignal sowie ein USB-Port zum Datenaustausch mit einem Rechner, der auch als Stromquelle genutzt werden kann. Links gibt es einen Ausgang im Klinkenformat, wobei die linke Stereobuchse alleine genutzt zusätzlich als Mono-Ausgang sowie als Kopfhöreranschluss fungiert. An der Stirnseite kann außer dem Netzteil ein zusätzlicher Fußschalter für die Steuerung der Anti-Feedback-Funktion angeschlossen werden, außerdem sind hier die Stereo-DI-Ausgänge im XLR-Format platziert.

Für den linken Output lässt sich zusätzlich anwählen, ob die Effekte mit ausgegeben werden sollen oder nicht, was beispielsweise in einer Live-Recording-Situation sehr hilfreich sein kann, wenn man beispielsweise dem Techniker am Pult auch ein unbearbeitetes Signal zur Verfügung stellen möchte.

Ein Ground-Lift-Taster ist ebenfalls an Bord, außerdem hält der Power-Schalter neben der obligatorischen On/Off-Funktion auch eine eco-Option zum Stromsparen bereit. Bei Inaktivität schaltet sich das Pedal selbstständig aus, allerdings erst nach zehn Stunden.

Bedienelemente und Funktionen:

Auch wenn die Oberseite des Gerätes auf den ersten Blick mit Funktionen übersät scheint, gestaltet sich die Bedienung dennoch sehr übersichtlich. Zu Beginn wählt der Anwender, mit welcher Art von Pickup das Gerät genutzt wird. Alternativ kann diese Funktion aber auch deaktiviert werden.

Anschließend lassen sich unter dem Punkt "Source Guitar" mithilfe eines gerasterten Potis ganze 16 Gitarrentypen auswählen, die man dem Gerät quasi als Quelle nennt. Dabei sind auch speziellere Presets beispielsweise für eine Resonator-Gitarre und sogar für einen Kontrabass verfügbar. In der Abteilung "Target Guitar" wird das jeweilige Modell dann in den meisten Fällen mit weiteren Presets noch einmal spezifiziert, alternativ kann dieser Menüpunkt aber ebenfalls deaktiviert bleiben.

Zoom beschreibt diese beiden Funktionen in seiner Bedienungsanleitung als Möglichkeit, den verstärkten Sound so anzupassen, dass er dem natürlichen Ton des eigenen Instruments möglichst nahe kommt, also quasi den verlorengegangenen Korpus-Sound wieder herzustellen. Bekanntermaßen deckt sich der Pickupsound von Akustikgitarren tatsächlich in der Praxis in vielen Punkten nicht mit ihrem Natursound. Ob es auch denkbar wäre, dem eigenen Instrument im verstärkten Kontext einen anderen Anstrich zu geben - also beispielsweise einem kleinen OM-Modell die Charakteristik einer Dreadnought?.

Ich bin gespannt, was der Praxistest zutage fördert.

Ein Dreiband-EQ erlaubt das Feinjustieren von Bass, Mitten und Höhen, wobei die drei Klangregler wie die anderen Potis etwas in das Gehäuse versenkt sind, einen angenehmen, griffigen Regelweg haben und erfreulicherweise im Falle einiger Funktionen auch in der Mittelstellung einrasten.

Die Effektsektion ist mittig auf der Oberseite platziert. Unter dem Menüpunkt Output steht dem Anwender neben einem Poti für die allgemeine Gesamtlautstärke auch ein separater Reverb zur Verfügung, der im Mischanteil (Mix) und in seinem Klangcharakter (Tone) gesteuert werden kann. Da sich alle anderen Effekte nur einzeln abrufen und nicht zusammen klingen können, ergibt dies auch absolut Sinn, da ein Hall bei Akustikgitarrensignalen meist eine gute Wahl ist, den man auch im Zusammenspiel mit anderen Effekten häufig nicht missen möchte.

Die Effekte lassen sich mit einem gerasterten Poti aktivieren und können im FX-Level sowie in zwei weiteren auf den jeweiligen Effekt zugeschnittenen Parametern editiert werden. Neben zwei Chorus-Effekten, drei Delays und zwei zusätzlichen Hall-Algorithmen hat das AC-3 mit Tremolo und Pad zwei Effektarten an Bord, die man vielleicht nicht sofort mit einer Akustikgitarre in Verbindung bringen würde. Wie das klingt, wollen wir uns natürlich ebenfalls gleich im Praxisteil zu Gemüte führen. Die Effektsektion hält außerdem einen Kompressor bereit, der mit einem einzelnen Poti in seiner Stärke justiert wird. Und last, but not least gehört eine Boost-Option zum Inventar des AC-3, mit der das Signal um bis zu 9 dB angehoben werden kann.

Aktivieren lassen sich sowohl die Boostfunktion als auch der jeweilig angewählte Effekt mit den dafür vorgesehenen Fußschaltern. Ein dritter aktiviert das Stimmgerät und schaltet das Signal gleichzeitig stumm.

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