Gitarre
Test
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02.02.2018

ToneWoodAmp Test

Multieffektgerät für Akustikgitarre

Effekte Unplugged

Den ToneWoodAmp als ein innovatives Multieffektgerät für die Akustikgitarre zu bezeichnen, ist in diesem Fall absolut nicht übertrieben. Denn unser heutiger Testkandidat betritt in seiner Funktionsweise absolutes Neuland, indem er den Gitarrenkorpus als Verstärker nutzt und damit das Spiel mit Effekten quasi "unplugged" ermöglicht. Die einzige Bedingung ist ein eingebautes Tonabnehmersystem am Instrument.

Doch damit nicht genug, lässt sich das Gerät zusätzlich noch mit einem iOS-Gerät verbinden, von dem weitere Sounds und Instrumente auf die Gitarre übertragen werden können. Nach all den Videos und Previews im Netz ist der ToneWoodAmp nun auch bei uns im Testlabor eingetroffen und ich bin sehr gespannt, was das Gerät klanglich zu leisten vermag!

Details

Entstehungsgeschichte

Die Idee zum ToneWoodAmp kam den Entwicklern im Jahr 2012. Nachdem man erste Prototypen gebaut und diversen Musikern vorgestellt hatte, wurde der ToneWoodAmp einer breiten Öffentlichkeit das erste Mal auf der NAMM 2014 präsentiert. Aufgrund des überaus positiven Feedbacks entschied man sich anschließend, eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung des Produkts ins Leben zu rufen, die sage und schreibe 123336 Dollar von 985 Unterstützern einbrachte und damit den Weg für eine professionelle Produktion ebnete.

Mittlerweile ist das Gerät regulär im Handel erhältlich und erfreut sich schon einer Menge Spieler, wie man auf der Facebook-Seite des Herstellers beobachten kann.

Design, Zubehör & Installation

Geliefert wird der ToneWoodAmp in einem Pappkarton, der neben dem Gerät das X-Brace bereithält, das zur Installation auf der Innenseite des Gitarrenbodens angeklebt wird. Die starken Magnete des X-Brace halten den ToneWoodAmp an der Rückseite des Korpus fest, der zu diesem Zeck mit zwei Metallflächen auf der Unterseite ausgestattet ist.

Eine gummierte Ausbuchtung an der Unterseite überträgt mit den Schwingungen die Effektsignale auf den Gitarrenkorpus und nutzt diesen quasi als Klangerzeuger. Möchte man übrigens den ToneWoodAmp an mehreren Gitarren nutzen, können zusätzliche X-Braces auch einzeln erworben werden, sodass sich das Gerät schnell und unkompliziert an weiteren Instrumenten befestigen lässt.

Ansonsten findet sich im Lieferumfang nur ein kurzes Klinkenkabel zum Anschluss an das Instrument, vier Ersatzaufkleber zum Schutz der Magnete des X-Brace sowie ein Kärtchen, das einen ersten Überblick über die Funktionsparameter liefert und den Käufer in der Welt der Acoustic Guitar 2.0 willkommen heißt. Alles weitere erfährt man über wirklich gut gemachte Videos und eine ausführlichen Bedienungsanleitung auf der Webseite des Herstellers.

Anschlüsse und Stromversorgung

Für die Inbetriebnahme des ToneWoodAmps benötigt man drei AA-Batterien, die nicht im Lieferumfang enthalten sind. Schaltet man das Gerät an, gibt das kleine Display auf der Oberseite praktischerweise immer Auskunft über deren Status, sodass man rechtzeitig auf einen anstehenden Batteriewechsel vorbereitet wird.

Bei einem regelmäßigen Einsatz wäre es natürlich sinnvoll, mit Akkus zu arbeiten. Da diese aber ein wenig größer sind als normale AA-Batterien, gestaltet sich das Entfernen aus dem Gerät als etwas problematisch. Der Hersteller empfiehlt daher, die Akkus mit Klebeband zu fixieren, um sie auch wieder aus dem Gerät herauszubekommen, was für mein Empfinden etwas improvisiert und noch nicht ganz zu Ende gedacht wirkt.

Auf der rechten Seite findet sich der Eingang für das Pickup-Signal und ein Ausgang, über den das mit dem jeweiligen Effekt versehene Signal weitergeleitet werden kann. Außerdem steht hier eine Insert-Buchse im Miniklinkenformat zur Verfügung. Diese lässt sich mit einem iOS-Device-Adapter nutzen, um externe Audioinstrumente in den Signalweg einspeisen zu können. Dazu später mehr in der Praxis.

Bedienelemente und Funktionen

Zur Bedienung des ToneWoodAmps stehen drei gerasterte und endlos laufende Push-Potis zur Verfügung, die zur Hälfte in das Gerät eingelassen wurden. Der "Effects Knob" ist für die Anwahl des jeweiligen Effektes zuständig, von denen diese acht Varianten derzeitig zur Verfügung stehen:

1) Hall

2) Room

3) Plate

4) Delay

5) Delay Tremolo

6) Leslie

7) AutoWah

8) Overdrive

Außerdem findet sich an neunter Stelle noch ein DSP-Bypass, mit dem sich die Effekte komplett stummschalten lassen, was z.B. im Zusammenspiel mit einem iOS-Gerät Sinn ergeben kann.

Kombiniert werden können die Effekte praktisch nicht. Bei den Varianten, die keinen Hall-Effekt als Grundlage haben, lässt sich aber dennoch zumindest ein einfacher Hall hinzumischen. Die Ausnahme bildet hier das Delay-Tremolo, bei dem statt dem Hall das Delay in seiner Geschwindigkeit gesteuert werden kann. Hat man seinen Sound konfiguriert, lässt sich dieser dann auf einem von zehn Speicherplätzen ablegen, die pro Effekt zur Verfügung stehen.

Ansonsten besteht die Möglichkeit, die Effekte über den "Parameters Knob" in jeweils drei Parametern abzustimmen. Das dritte Poti ist für die Lautstärke (Volume) und den Anteil des Effektsignals (Gain) zuständig.

Außerdem können verschiedene Einstellungen in Untermenüs vorgenommen werden, indem man entweder eine Kombination von zwei Potis über die Push-Funktion bedient oder ein Poti länger gedrückt hält.

Hier lassen sich grundlegende Einstellungen konfigurieren und auch das Effektverhalten im Falle einer zusätzlichen Belegung des Ausgangs einstellen. Weiterhin stehen Einstellungen bezüglich der Insert-Funktion, Notch-Filter für die Effekte sowie eine Anti-Feedback-Funktion zur Verfügung.

Die Rückseite gibt übrigens mit einer tabellarischen Beschriftung Auskunft über die Steuerung des Gerätes. Allerdings weicht die Beschriftung in ihren Details bei unserem Testgerät von der Abbildung auf der Bedienungsanleitung ab.

Wie man im Forum auf der Website des Herstellers beobachten kann, ist die Firma permanent im Austausch mit den Usern und entwickelt das Produkt ständig weiter. Daher sind solche kleinen Abweichungen im Design nicht weiter verwunderlich.

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