Test
8
22.03.2016

the t.mix mix 1202FX, mix 802, mix 502 Test

Kleinmischpulte

Mischzwerge zum Hammerpreis

Thomann hat mit der t.mix-Serie, bestehend aus dem mix 502, 802 und 1202FX, drei neu Kleinmixer mit fünf, acht und zwölf Kanälen im Programm, von denen der größte sogar eine digitale Effekteinheit besitzt. Preislich sind alle Modelle unterhalb der 100-Euro-Schallmauer angesiedelt, das kleinste Pult mix 502 geht für äußerst schmale 35 Euro über den Tresen. Das schont die Bandkasse und wenn die Mixer halten, was sie versprechen, können sie sich als unkomplizierte Problemlöser erweisen. Schauen wir uns im Einzelnen an, ob sich mit den Kandidaten vernünftige Ergebnisse erzielen lassen.

Details

Trotz unterschiedlicher Ausstattung, haben die Mixer einige Gemeinsamkeiten. So liegt allen eine gedruckte Bedienungsanleitung bei und die externen Netzteile besitzen einen verriegelbaren Stecker und zwei Ösen, mit denen sie sich mittels Schrauben oder Kabelbinder flott in Racks oder an anderer Hardware befestigen lassen. Einen Power-Schalter sucht man an den Mixern allerdings vergebens.

Wer angesichts der Discount-Preise an der Verarbeitung zweifelt, wird überrascht sein: Massive Metallgehäuse beherbergen alle Bedienelemente auf der Oberseite, nur der Netzanschluss verweilt einsam auf der Rückseite. Alle Klinkeneingänge sind aus Metall gefertigt und zusätzlich mit einer Überwurfmutter am Gehäuse verschraubt. Die Potis der Kanal-EQs besitzen eine Mittenrasterung und die verbauten Taster bieten einen deutlichen Druckpunkt. Nichts wackelt oder wirkt fragil, Respekt! Lediglich die Seitenteile der Minimixer sind aus Kunststoff, dort befinden sich Luftschlitze, damit die Mixer einen kühlen Kopf bewahren.

Kondensatormikrofone können über eine global schaltbare Phantompower mit Spannung versorgt werden. Die Probanden verfügen ferner über einen Kopfhörerausgang, der den Summenmix wiedergibt. Einen dezidierten Solo/PFL-Bus sucht man vergebens. Den Summenmix spielen die Kandidaten über zwei symmetrische Klinkenbuchsen aus, wobei zwei vierstellige LED-Ketten Auskunft über die Pegelverhältnisse erteilen. Zwei weitere LEDs zeigen anliegende Netzspannung und aktivierte Phantompower an.

Was die Zahl an Ein- und Ausgängen betrifft, hat Thomann tiefgestapelt. Alle Mixer sind mit je einem Stereo-Ein- und -Ausgang als Cinch-Pärchen ausgestattet. Mal eben die Summe mitschneiden oder einen Zuspieler andocken zu können, ohne dafür Ein- oder Ausgänge zu opfern müssen, ist eine feine Sache.

t.mix mix 1202FX

Der 1202FX besitzt zwölf Eingänge, die sich auf eine Stereosumme mixen lassen. Vier Kanäle sind mikrofonempfindlich und sowohl mit XLR- als auch Klinken-Line-Buchsen ausgestattet. Sie lassen sich mit einem dreibandigen Kanal-EQ bearbeiten. Ein Trittschallfilter entsorgt unerwünschten Tiefbassmüll mit einem Filter dritter Ordnung (75 Hz/18 dB). Die EQ-Frequenzen (80 Hz, 2,5 und 12 kHz) entsprechen dem Standard und erlauben mit einem Arbeitsbereich von +/- 15dB auch drastische Eingriffe. Die Eingänge 5 - 12 sind als vier Stereo-Line-Ins konzipiert und verfügen über je zwei symmetrierte Klinkeneingänge, deren Eingangsempfindlichkeit sich zwischen +4 dBu und -10 dBV umschalten lässt.

Alle Kanäle besitzen eine Clip-Anzeige und ein Balance- sowie Volume Poti. Lediglich der Summenausgang ist mit einem 60-Milliemter-Fader bewehrt. Einen Pre-Fader-Monitorweg gibt es nicht, dafür besitzt der mix 1202FX ein FX-Send-Poti in jedem Kanal. Dabei kann der Anwender wählen, ob er die Kanalsignale in die 24-Bit Effekteinheit (99 Presets) schickt oder über den Klinkenausgang an ein externes Effektgerät leitet.

Mit dieser Ausstattung ist der mix 1202FX ein passender Partner für viele Proberäume. Das Pult verwaltet souverän vier Gesangs- oder Instrumentenmikrofone und bietet zudem genügend Eingänge für Line-Signale (Keyboards, Sampler, Computer oder andere Zuspieler). Mit der einfachen Klangregelung und einem passenden Hall aus der Effektsektion sollten sich Vocals ordentlic

t.mix mix 802

Wer keine Effekteinheit benötigt und auch ohne vier Stereo-Line-Kanäle auskommt, greift zum mix 802. Das Pult kann ebenfalls vier Mikrofone verwalten, bietet aber nur zwei Stereo-Kanäle. Dafür besitzen diese den gleichen dreibandigen EQ wie die Mikrofonkollegen. Über das FX-Send-Poti in jedem Kanal lässt sich ein externes Effektgerät ansteuern. Um für dessen Rückführung keinen Stereo-Input opfern zu müssen, gibt es über der Mastersektion ein Stereo-Aux-Return im Klinkenbuchsen-Format. Hier docken die Rückwege (L/R) des externen Effekts an und werden über die Summe ausgespielt. 

t.mix mix 502

Für den Gegenwert von zwei Kästen Premiumbier wechselt der mix 502 den Besitzer. Ähnlich berauschend wie das beliebte Hopfen-und-Malz-Getränk sind die Möglichkeiten des Minimixers. Der handflächengroße mix 502 verwaltet ein Mikrofon und zwei Stereo-Kanäle. Der Mikrofoneingang mit XLR-Anschluss verfügt über einen Zweiband-EQ (80Hz, 12 kHz), eine Clip-Anzeige und schaltbare Phantompower. So wird der MIX 502 zu einem sehr günstigen Mixer für ein kabelgebundenes In-Ear-System. Neben dem stereophonen In-Ear-Signal kann über den Mikrofonkanal ein Ambient-Mikrofon andocken.

Schlagzeuger könnten zudem über den zweiten Stereo-In einen separaten Click-Track einspeisen oder heimlich der WDR2-Fußballkonferenz lauschen, falls die Suche der Mitmusiker nach dem passenden Sound wieder länger dauert.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare