Test
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10.02.2016

Soundcraft Si Impact Test

Digitalmischpult

Der Digitalmixer Soundcraft Si Impact verfügt über 32 physikalische Eingangskanäle, motorisierte Fader, eine umfassende Submixmatrix und eine ziemlich schicke Beleuchtung der Fader-Wege. Außerdem hat man ihm eine hochwertige Effektsektion mit Algorithmen namenhafter Firmen wie Lexicon, Studer, BSS und dbx spendiert. Da wirkt der Preis von knapp 3.500 Euro mehr als fair. Grund genug, das Pult näher anzuschauen.

Details

Konzept

Das Soundcraft Si Impact ist eine 40-Kanal-Digitalkonsole, die sich vornehmlich für den Live-Einsatz empfiehlt, dank Soundkarten-Funktionalität aber auch gut beim Recording zum Einsatz kommen kann. Eingangsseitig stehen 32 physische Inputs zur Verfügung, raus sind es 16. Daneben besitzt die Konsole zwei Buchten für Erweiterungskarten, wovon die erste ab Werk mit einer MADI-USB-Karte bestückt ist. Dreh und Angelpunkt des Si Impact ist der so genannte ACS, was für Assignable Channel Strip steht. Hierbei handelt es sich um einen einzelnen, vollausgestatteten Kanal, der wie ein Controller auf jeden zu steuernden Kanal geschaltet wird. Ein Konzept, das sich in der Praxis als brauchbarer Kompromiss zwischen Preis und Bedienung erwiesen hat.

Darüber hinaus möchte das Pult das Leben vermittels eines farbigen 5-Zoll-Touchscreens, illuminierter Fader-Bahnen und in die Kanalzüge integrierter Displays erleichtern. Weitere Ausstattungsmerkmale sind motorisierte Fader, VCA- und Mute-Gruppen, eine umfassende Submix-Matrix sowie die Fernsteuerung per  iPad. Ganz schön viele Features für ein Gerät, das für weniger als 3500 Euro gehandelt wird.

Auspacken

Mit seinen 20 Kilo und der voluminösen Umverpackung sollte man den Si Impact eher zu zweit bewegen. Einmal ausgepackt, geht es dank der praktischen seitlichen Griffleisten für durchschnittlich kräftige Menschen über kurze Strecken auch allein. Der Verpackung entnehme ich die Konsole selbst, mehrere Stromkabel mit regionstypischen Steckern und eine Lizenzkarte für Ableton Live Lite. Auf eine gedruckte Bedienungsanleitung verzichtet Soundcraft und verweist auf die herunterladbare Dokumentation. Das spart Papier und ist daher grundsätzlich zu begrüßen. Das PDF-Manual ist gut geschrieben, aussagekräftig bebildert und führt umfassend in alle Funktionen des Pults ein. Allerdings ist es nur in Englisch erhältlich.

Erstkontakt

Der erste Eindruck ist positiv: Die Konsole wirkt aufgeräumt, solide und angenehm sachlich designt. Ein besonderer Blickfang sind die seitlich beleuchteten Fader-Bahnen. Aber auch sonst gibt es an vielen Stellen illuminiertes Feedback: Etwa bei den 15-segmentigen LED-Kränzen rund um die Potenziometer oder über die Hintergrundbeleuchtung sämtlicher Taster. Nicht zu vergessen das kleine Display über jedem Kanalzug. Es verfügt über eine achtstellige Kanalnamen-Anzeige sowie zwei kleine LED-Ketten, von denen eine die Kompression (1, 5, 10 dB) und die andere den Eingangspegel (Signal, -24, -12, 0 dB) visualisiert. Das hintergrundbeleuchtete Touchdisplay wirkt allerdings nicht ganz so modern wie brandaktuelle OLEDs, was auch an dem etwas altbackenen GUI liegt. Doch dazu später mehr. Alle Komponenten können in der Helligkeit pro Funktionsgruppe geregelt werden.

Anschlüsse

Rückseitig hält das Si Impact 32 XLR-Ports bereit, von denen die letzten acht als XLR/Klinke-Kombination ausgelegt sind. Auf allen Kanälen kann individuell Phantomspeisung aktiviert werden, was durch eine rote LED signalisiert wird – sehr gut. Ferner stehen 16 XLR-Ausgänge zur Verfügung, die für so ziemlich jeden Einsatzzweck konfiguriert werden können: Vom Beschicken der Saal-PA über Monitorwege bis hin zu Insert-Sends - ja, auch das ist möglich und resultiert in einem Pluspunkt.

Daneben gibt es auf der Rückseite eine Ethernet-Buchse zum Aufbau eines HiQnet-Links (auch zum Anschluss an reinen Router für die iPad-Anbindung), ein Reset-Taster, ein BNC-Wordclock-Anschluss sowie ein AES-Ausgang. Zudem stehen zwei Kartensteckplätze zur Verfügung, von denen der erste ab Werk mit einer MADI/USB-Karte bestückt ist. Sie verwaltet 64 Ein- und Ausgangskanäle und ermöglicht über Jumper-Kombinationen auch den Mischbetrieb zwischen MADI und USB (32 Kanäle MADI, 32 USB-In).

Auf der Oberseite wurden zwei USB-Buchsen verstaut, von denen die obere als Stromlieferant beispielsweise für eine Schwanenhalslampe fungiert, die untere für die Verwaltung von Szenen-Daten und das Aufspielen neuer Firmware zuständig ist. Eine zeitgemäße Direct-to-Disk-Recording-Funktion sucht man vergeblich. Ausgesprochen schlecht gelöst ist die Positionierung der Kopfhörerbuchse: Diese sitzt, weit nach hinten versetzt, an der Unterseite der linken Ecke. Ohne das Mischpult anzuheben ist sie kaum zu erreichen. Ein tagtägliches Ärgernis, das ich mit einem halben Minuspunkt quittiere.

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