Test
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29.01.2020

Sabian HHX Complex Cymbals Test

Becken Serie

Im Einklang mit sich selbst

Sabian HHX Complex heißen die frisch vorgestellten Becken des kanadischen Herstellers, und sie richten sich an Freunde warmer, hochauflösender Sounds. Den heute so beliebten „Trash“ im Klang sollen sie hingegen nicht bieten, modern und gleichzeitig traditionell soll es zugehen. Ungefähr so beschreibt Sabian auch selbst die Funktion der HHX-Reihe im Portfolio, denn im Gegensatz zu den HH („Hand Hammered“) Schwestermodellen waren die HHX immer für einen etwas druckvolleren, spritzigeren Sound zuständig. Mit großen Kuppen und tiefen Hammermalen haben sie in den letzten Jahren den Sabian-Sound entscheidend geprägt. Im Zuge einer großen Modelloffensive hat man sich kürzlich jedoch dazu entschlossen, die bisherigen Stage-, Studio- und X-Plosion-Becken durch drei komplett neu designte Modellvarianten namens Medium, Thin und Complex zu ersetzen.  

Speziell letztere, unsere heutigen Testkandidaten, haben schon im Vorfeld eine gesteigerte Aufmerksamkeit erfahren, denn sie weichen optisch am stärksten von den meisten anderen HHX-Becken ab. Dazu trägt in erster Linie die kleinteilige Hämmerung bei, die sich bis auf die Kuppen erstreckt. Wer sich hier an die teuren Artisan-Becken erinnert fühlt, liegt vermutlich nicht ganz falsch, Sabian selbst spricht von „trickle down technology“. Grob übersetzt bedeutet das, dass die Complex-Modelle von den High-End-Instrumenten des Herstellers profitieren. Ob das den neuen Zimbeln gut getan hat, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Rides und Hi-Hats sind „Medium“, die Crashes „Thin“

Einen Großteil der aktuell erhältlichen Palette der Sabian HHX Complex Becken hat mir der holländische Vertrieb zugesendet. Dazu zählen vier Crashes der Größen 16, 17, 18 und 19 Zoll, zwei Rides in 20 und 22 Zoll sowie zwei Hi-Hats in 14er und 15er Größe. Nicht Teil des Tests sind zwei Crashes in 20 und 22 Zoll. Bei der ersten Begutachtung fällt auf, dass die Complex-Linie in zwei Gewichtsklassen unterteilt ist. So besitzen die Crashes den Aufdruck „Thin“, Rides und Hi-Hats bringen jeweils etwas mehr auf die Waage und sind entsprechend mit „Medium“ gelabelt. Die Ausrichtung ist somit klar, die HHX Complex Becken wollen Allrounder sein. Trotz der unterschiedlichen Gewichtsklassen haben alle Modelle jedoch viele Gemeinsamkeiten. 

Dazu gehören zunächst die beidseitig dunklen, nicht abgedrehten, aber intensiv gehämmerten Kuppen. Beide Merkmale sind nichts Neues bei Sabian, ihre Kombination in der HHX-Serie jedoch schon. Weiter geht es mit den relativ flachen Profilen, die einen eher tiefen, weichen Grundton begünstigen sowie mit deren Hämmerung. Zwei Hammer kommen zum Einsatz. Besonders auf den Unterseiten sind die großen, länglichen Einschläge erkennbar, die Sabian bei fast allen HHX-Modellen verwendet. Was die Complex-Serie jedoch auszeichnet, ist die zusätzliche Bearbeitung mit vielen kleinen Hammermalen. Wer sich ein bisschen in der Sabian-Welt auskennt, fühlt sich stark an die Oberflächen der HHX Legacy Crashes beziehungsweise des Heavy Rides erinnert. Eine weitere Gemeinsamkeit aller HHX Complex Becken ist das feine, ebenfalls beidseitig aufgebrachte Abdrehmuster, welches bei besonders tiefen Hammermalen hier und da eine dunkle Stelle freilässt. 

Die Crashes: HHX Legacy meets HHX-treme

Dass es sich bei den Crashes um Sabian HHX Modelle handelt, würde auch ohne Logos schnell deutlich. Allerdings ist die Kombination der verschiedenen Bearbeitungsschritte neu, auch bei den Profilen hat Sabian „getunt“. Sollte ich einem HHX-Kenner schnell erklären wollen, wie die neuen HHX Complex Crashes aussehen, würde ich sagen: Legacy trifft HHX-treme. Zunächst fällt jedoch auf, dass das 16er eine kleinere Kuppe besitzt als jene der bisherigen HHX Crashes. Dasselbe gilt übrigens auch für das 20er, abgesehen davon, dass dieses nicht zum Test zum Verfügung stand. Offenbar ging es Sabian hier um die Verringerung von glockigen Obertonanteilen. Mit 960 Gramm beim 16er, 1150 Gramm beim 17er sowie 1380 beziehungsweise 1530 bei den 18 und 19 Zoll großen Modellen sind die Instrumente tatsächlich das, was draufsteht, nämlich „Thin“ 

2380 Gramm zeigt die Digitalwaage beim 20er Medium Ride an, 2780 sind es beim 22er. Reine Jazzrides möchten sie damit also sicherlich nicht sein, optisch erinnern sie mich tatsächlich eher an die HH Raw Bell Dry Rides, denen jedoch die großen HHX-Hammermale fehlen. Mit 1020 zu 1380 Gramm bei den 14“- und 1120 zu 1520 Gramm bei den 15“-Modellen geht es auch bei den beiden Hi-Hats durchaus gesund zu. Abgesehen von etwas stärker gewölbten Profilen unterscheiden sie sich nicht von den anderen HHX Complex Typen. Die Verarbeitung aller Testinstrumente ist sehr gut, als kleiner Ausreißer fällt mir jedoch ein minimal unrundes Bohrloch an der 14er Hi-Hat auf, was bei Becken dieser Preisklasse nicht passieren sollte. 

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