Gitarre Hersteller_Marshall
Test
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26.01.2018

Marshall DSL 40 Combo Test

Röhrenverstärker Combo

Allround-Combo

Mit dem DSL 40 Combo stellt sich der leistungsstärkste Gitarrenamp im Combo-Format aus der neuen Marshall DSL-Serie zum Test. Wie der Name vermuten lässt, kommt unser Kandidat mit 40 Watt Röhrenpower und ist mit einem 12" Celestion V-Type Speaker bestückt.

An Regelmöglichkeiten und Ausstattung wurde beim DSL 40C nicht gespart, in dieser Hinsicht zeigt er sich identisch mit dem Flaggschiff, dem 100 Watt starken Topteil, das wir bereits auf Herz und Nieren geprüft haben. Auffällig ist, dass es das Kraftpaket bereits zu einem recht guten Kurs gibt, der empfohlene Verkaufspreis liegt gerade einmal bei 829 Euro, und erfahrungsgemäß pendelt sich der Ladenpreis noch etwas darunter ein.

Details

Gehäuse/Optik

Der Combo kommt im soliden Birkenmultiplex und ist wie zu erwarten mit schwarzem Tolex überzogen. Er ist zwar recht kompakt, aber beileibe kein Leichtgewicht. Mit 23,5 kg macht das Tragen über längere Strecken kein Freude, obwohl der Kunststoffgriff angenehm ergonomisch geformt ist. Aber im Baumarkt des Vertrauens gibt es bekanntlich mittlerweile recht günstige Rollbretter, die das Leben leichter machen. Der Combo hat rutschfesten Halt durch vier große Gummifüße und ist an allen Ecken mit schwarzen Kunststoffschonern ausgestattet. Die Rückseite ist überwiegend geschlossen, lediglich ein kleiner Spalt ganz unten sowie ein 10 cm hohes Gitter lassen Luft, wobei Letzteres freie Sicht auf die Glühkolben im Inneren gewährt. In der Startaufstellung befinden sich zwei EL34 in der Endstufensektion und vier ACC83, die in der Vorstufe ihren Dienst verrichten. Das verstärkte Gitarrensignal wird dann über einen 12" Celestion V-Type mit maximal 40 Watt in die Atmosphäre gedrückt. Die Front ist zum Schutz des Speakers mit schwarzem, Keder-umrahmtem Bespannstoff versehen. Ganz oben, über dem Marshall Logo, strahlt uns das goldfarbene Frontpaneel entgegen.

Bedienfeld

Das Bedienpaneel kommt mit der üblichen Anordnung für Marshall-Combos, die ist nämlich komplett spiegelverkehrt im Vergleich zum Topteil. Wie bereits erwähnt, ist der Combo mit identischen Regelmöglichkeiten wie beim 100 Watt Head ausgestattet. Es gibt zwei Kanäle, Classic und Ultra, und bei jedem kann zwischen zwei Grundsounds gewählt werden. Im Classic-Kanal sind das Clean und Crunch, beim Ultra Channel stehen OD1 und OD 2 zur Auswahl, summa summarum also vier unterschiedliche Grundsounds, die nach Zerrgraden abgestuft sind. Gain und Volume sind in jedem Kanal separat regelbar, geteilt wird die Klangregelung, bestehend aus Treble, Middle und Bass in der Vorstufensektion sowie Presence und Resonance (Low End) in der Endstufe. Außerdem ist da noch ein Tone-Shift-Schalter, mit dem der Mittenbereich abgesenkt wird. Der Anteil des digitalen Halls lässt sich wieder mit dem Reverb-Regler für jeden Kanal getrennt einstellen. Ganz rechts auf dem Bedienfeld befinden sich die beiden Master-Regler (Master 1, Master 2), die über den Master-Select-Schalter angewählt werden. Die Farbe der LED (grün oder rot) zeigt an, welcher Master-Regler gerade im Einsatz ist. Ein gute Möglichkeit, zum Beispiel eine Solo-Lautstärke und eine für Rhythmus-Passagen einzustellen oder auch mal den Ausgangspegel von unterschiedlichen Gitarren anzugleichen. Die Master-Regler sind neu, die älteren Modelle besaßen keinen expliziten Master, die beiden Channel Volume-Regler bestimmten die jeweilige Endlautstärke. Leider können mit dem mitgelieferten Fußschalter lediglich die Kanäle um- und der Effektloop ein- und ausgeschaltet werden, nicht aber der Master. Für ausreichende Schalt- und Steuermöglichkeiten im Bühneneinsatz ist auf jeden Fall eine größere Schaltleiste notwendig und ich gehe davon aus, dass dafür der rückseitige 5-Pol/MIDI-Anschluss zum Einsatz kommen oder in Zukunft ein größerer Schalter angeboten wird, ähnlich wie beim JVM. Allerdings sind das nur Spekulationen, denn zum Zeitpunkt des Tests gab es keine entsprechende Aussage vom Hersteller. Sobald es handfeste Fakten gibt, liefern wir nach. Ganz rechts außen finden wir noch den Power- und Standby-Schalter, mit dem auch die Schaltung der Leistungsreduktion vorgenommen wird. In mittlerer Position ist Standby-Betrieb, drückt man den schwarzen Schalter nach oben, dann läuft der Amp mit halber Power (20 Watt), nach unten gibt es die volle Leistung.

Rückseite/Anschlüsse

Die Rückseite ist vor allem mit Lautsprecher-Anschlüssen gut bestückt, denn davon haben wir fünf Stück auf der rechten Seite, rot gekennzeichnet und mit ihnen sollte auch jede erdenkliche Lautsprecherkonfiguration mit Zusatzboxen realisierbar sein. Der interne Speaker steckt im 16-Ohm-Output. Dann folgt ein 6,3 mm Klinke-Anschluss (Emulated Out), an den das Signal mit Speaker-Simulation ausgegeben wird. Hier kann man entweder einen Kopfhörer anschließen oder ihn mit einem Mischpult zur Recording/Live-Direktabnahme verbinden. Das Signal wird auch im Standby-Modus ausgegeben, man kann somit den Amp auch ohne jeglichen Lärm aufnehmen. Die daneben liegende Miniklinkenbuchse (Audio In) wartet auf Signalquellen mit Line-Pegel (MP3 Player, etc.). Auch das funktioniert im Standby-Modus, sodass man mit Jamtracks über Kopfhörer spielen kann, ohne die Mitbewohner zu stören. Danach folgt der Anschluss für den mitgelieferten Fußschalter und daneben die Send- und Return-Buchse für den seriellen FX-Loop, der über den Schalter an der Front oder mit dem Fußschalter aktiviert wird. Ganz außen befindet sich der schon angesprochene 5-Pol/MIDI-Anschluss, sobald wir genaue Informationen über die MIDI-Funktionen haben, werden sie an dieser Stelle bekanntgegeben.

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