Genre_Metal Gitarre Hersteller_Jackson
Test
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28.01.2013

Jackson Adrian Smith SDX MN SW Test

Signature-Stratocaster

Nachwuchslegende

Die Jackson Adrian Smith SDX MN SW im bonedo-Test - Seit 1980 ist der Name Adrian Smith eng mit der britischen Heavy Metal Band Iron Maiden verknüpft, denn als Gitarrist dieser Kultformation schrieb er fast zehn Jahre lang Musikgeschichte. 1989 trennten sich ihre Wege, bis er 1999 zusammen mit dem ehemaligen Sänger der Band, Bruce Dickinson, wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrte.

Viele Gitarristen, die jeden Tag auf einer anderen Bühne stehen, deren Tourneen vom heißen Süden bis in den kalten Norden und von staubtrocken bis extrem feucht reichen, setzen ihre wertvollen Instrumente nur ungern diesen Risiken aus. Stattdessen bleiben die originalen Schätzchen zu Hause und bei nicht wenigen bevölkert eine ganze Armada von preiswerteren Klonen des Originals den Platz des Gitarrentechnikers. Auch bei unserer Testkandidatin handelt es sich um eine günstigere Variante der original Adrian Smith Signature, die bekanntlich in den USA gefertigt wird und die preislich mehr als das Vierfache unserer Testkandidatin kostet.

Details

Konzept

Schon in Achtzigern spielte Adrian Smith Gitarren von Jackson. Weil er besonders auf Tour immer wieder mit Tuning-Problemen zu kämpfen hatte, konzipierte Grover Jackson ihm ein auf seine Bedürfnisse maßgeschneidertes Instrument. Dieses verfügte neben dem obligatorischen Steghumbucker für fette Distortionsounds auch über ein Vibratosystem mit Klemmsattel, das im Gegensatz zum Vintagetremolo der Stratocaster auch bei extremem Einsatz nahezu verstimmungsfrei arbeitete. Einer der Vorreiter dieses Gitarrentyps war Eddie Van Halen, der mit seiner selbst zusammengezimmerten Frankenstein Strat genau dieses Prinzip salonfähig machte. Bei der Adrian Smith SDX Gitarre handelt es sich im Prinzip um eine Rock-Stratocaster, die eine Mischung aus fettem Les Paul Sound in Kombination mit einem Tremolo in sich vereinigt.

Der Korpus

Der Korpus der Jackson Adrian Smith SDX MN besteht aus Linde, einem klassischen Baustoff für einen E-Gitarrenkorpus, der sehr gut mit Humbuckern harmoniert. In Kombination mit dem knalligen, obertonreichen Klang des Ahornhalses sind hier alle Frequenzen bestens vertreten. Der Body hat keinerlei Ecken und Kanten und besitzt das typische Shaping einer Strat, deren Formen laut einer Legende an die Kurven einer attraktiven Frau erinnern sollen. Bei Jackson nennt sich diese Korpusform San Dimas Shaping und tatsächlich schmiegt es sich perfekt an den Körper und ermöglicht langes ermüdungsfreies Üben ohne blaue Flecken am Brustkorb oder dem rechten Unterarm.  Im Gegensatz zum Fender-Klassiker sitzt die Klinkenbuchse in der rechten unteren Zarge. Dreht man die Gitarre um, zeigen sich die Vierpunktpunktverschraubung für den Hals mit der dazugehörigen Halsplatte und die Abdeckung der Federkammer.

Das Tremolo

Die Jackson Adrian Smith MN ist mit einem Floyd Rose Special Tremolo ausgestattet. Diese Technik wurde in den 80er Jahren modern und kam und kommt auch heute noch vorwiegend auf Hard- & Heavy-Gitarren zum Einsatz. Hier werden die Saiten nicht durch den Sustainblock gezogen, sondern direkt und ohne Ballends kurz hinter dem Saitenreiter mittels einer Klemmvorrichtung bombenfest verschraubt. So eliminiert man die Gefahr fast vollständig, dass sich die Saiten in diesem Bereich verstimmen. Nachgestimmt wird per Feinstimmer, die hinten aus dem Tremolosystem ragen. Die Federkammer ist logischerweise nicht am Saitenweg beteiligt und deshalb auf der Rückseite des Gitarrenbodys auch komplett verschlossen.

Aber was bedeutet der Zusatz „Special“ eigentlich? Das originale Floyd Rose Tremolo wird in Deutschland bei Schaller gefertigt, einem der renommiertesten Hersteller für Gitarrenhardware. Das Floyd Rose Special dagegen ist ein lizenziertes Floyd Rose System aus Korea und entspricht nur äußerlich dem Flaggschiff. Die Reiter und der Sustainblock bestehen hier aus einer Zinklegierung, während die Sättel beim Original aus Stahl und der Sustainblock aus Messing hergestellt werden. Da die Saiten erst über das Tremolo in Kontakt mit dem Korpusholz kommen, spielen die verwendeten Materialien eine sehr große Rolle beim Klang. Zink wird hier aus reinen Kostengründen verwendet, es klingt in der Regel im Vergleich zu einem System mit Stahlreitern und Messing-Sustainblock etwas matter und auch beim Sustain sollte es einen Unterschied geben.

Der Hals

Der Gitarrenhals hat bekanntlich oft einen größeren Anteil am Gesamtklang einer Gitarre als der Korpus. Bei der Jackson Adrian Smith SDX hat man sich für einen Ahornhals mit 22 perfekt abgerichteten Jumbofrets entschieden, eine sehr gute Wahl, wie ich finde. Die Halsrückseite ist relativ flach gearbeitet und eignet sich ideal für Flitzefinger und Saitenakrobaten. Bei meinen alten Strats habe ich mich auf ein Standard C Halsprofil eingeschossen, wogegen man hier eher ein sogenanntes „Modern Flat Oval“ Format in Händen hält. Er ist mit vier Schrauben sauber im Body verankert und das Ahorngriffbrett lässt sich mühelos und bequem bis hinauf zum 22. Bund bespielen. Mich persönlich stört allerdings die Tatsache, dass sich der Zugang zur Einstellschraube am unteren Ende befindet und deshalb der Hals zum Nachjustieren komplett vom Korpus entfernt werden muss. Gut, das kommt sicher selten vor, denn auch hier ist die Halskrümmung perfekt eingestellt, aber was passiert, wenn man zu dickeren Saiten wechselt oder sich der Hals im Laufe der Zeit verziehen sollte?

Kommen wir zur Kopfplatte, wo sich die sechs Standardmechaniken aus eigenem Hause befinden - Lockingmechaniken erübrigen sich wegen des Klemmsattels. Der hält die Saiten fest an ihrem Platz und ermöglicht im Zusammenspiel mit dem Floyd Rose Tremolo ein verstimmungsfreies Arbeiten auch bei extremem Dive Bombing. Der Hals lässt sich insgesamt gut bespielen, nichts rappelt oder scheppert.

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