Test
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24.02.2021

Isovox Isomic Test

Ehrlund-Kondensatormikrofon mit Dreiecksmembran

Schwedischer Sonderweg

Das Isovox Isomic wird vom schwedischen Unternehmen als perfekter Mitspieler zur mobilen Vocal Booth Isovox 2 beworben. Es soll die typischen Nachteile dieser Aufnahmeform ausgleichen. Die Frage, ob das klappt, hat uns genauso zu einem Test bewogen wie diese merkwürdige Membranform.

Details

Ist das ein Dreieck?

Richtig geschaut: Die Kondensatorkapsel des Isovox Isomic besitzt eine dreieckige Membran. Wer jetzt schon abwinkt und die Form als krampfhaften Versuch des Herstellers abtut, irgendwie aufzufallen, der irrt. Der eigentliche Hersteller des Isovox Isomic ist Ehrlund, der wie andere schwedische Mikrofonhersteller wie Milab, die jüngst mit Milab wiedervereinigten Pearl und mittlerweile auch Thuresson und Golden Age Premier hervorragende Qualität Made in Europe liefert. Ehrlund baut tatsächlich nur Mikrofone mit dreieckiger Membran. Interessant ist übrigens, dass Pearl und Milab für Recheckmembranen bekannt sind, Membranformen scheinen also ein großes Thema in Schweden zu sein. Der Grund für nichtrunde Membranformen ist vor allem, das Ausschwingen selbiger so kurz wie möglich zu halten und Resonsanzspitzen zu vermeiden. Bei einem aufschlussreichen Interview, das ich mit Mikrofonbau-Ingenieur Shioto Okita in Tokyo führen konnte, kam unter anderem die Membranform von AT5045 und AT5040 zur Sprache.

Ehrlund schafft es mit der Nierenkapsel, bei großer Membranfläche einen Frequenzgang von 7 Hz bis 87 kHz zu erreichen. Allerdings sind keine Abfallwerte angegeben. Für das Ehrlund-Mikrofon EHR-M, welches dem Aussehen und den technischen Daten nach bis auf die Gehäuseform mehr als ähnlich ist, ist im grafischen Frequenzgang aber zu erkennen, dass der Abfallwert zumindest im Bass bei 12 dB liegt statt wie sonst üblich bei 3 dB. Doch auch wenn die Höhen nicht mehr mit so viel Pegel übertragen werden sollten wie etwa beim Sanken CO-100 oder beim Sony C-100, ist das dennoch ein guter Wert.

Rauscharm und leicht

Das Mikrofon ist recht rauscharm mit 7 dB(A) Eigengeräusch. Den maximalen Schalldruckpegel für 0,5% THD+N gibt Isovox mit 116 dB SPL an. Das ist ohne zuschaltbares Pad vergleichsweise früh, für die Anwendung als Vocal-Mikrofon auch bei naher Besprechung ist das Dynamikfenster aber genau richtig austariert.

55 Millimeter misst der Durchmesser des Mikrofons, 135 ist es hoch. Weil es aus Aluminium ist, wiegt es sage und schreibe nur 206 Gramm! Die Oberfläche ist mit Glaskügelchen gestrahlt, die Materialien, die Oberflächenbearbeitung und die Verarbeitung sind absolute Spitzenklasse und muss den Vergleich mit hochwertigen deutschen oder japanischen Mikrofonen nicht scheuen. Isovox stellt dem eigentlichen Mikrofon eine Schiene mit Stativanschluss und Poppfilter zur Seite. All dies kommt in einem Karton, der zwar die Einzelteile, nicht jedoch ein fertig montiertes System aufnimmt.

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