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09.05.2017

HK Audio Lucas Nano 602 Test

Aktives Stereo-PA-System

Kleinstkraftwerk

Mit Lucas Nano 602 erhält die Erfolgsgeschichte der faszinierend kleinen Beschallungssysteme aus dem Hause HK Audio eine Fortsetzung. Der jüngste Spross verwendet bekannte Komponenten, verfügt jedoch über ein Aktivmodul, das für den Anschluss eines Mischpults optimiert ist. Somit richtet sich die Nano 602 vorzugsweise an Musiker, Bands und DJs, die ihr Pult oder ihren DJ-Mixer unkompliziert an die Aktiv-PA andocken wollen. Ist weniger hier wirklich mehr?

Details

HK Audio meinte es gut mit mir und schickte gleich zwei Nano-602-Systeme, zusammen mit einem Hardware-Paket aus Lautsprecherstativen (Stereo Stand Add On) und den signalführenden Distanzstangen S-Connect Pole LN. Doch dazu später mehr. Das System besteht aus dem Subwoofer 602, in dessen Gehäuserückseite zwei gekoppelte Nano-600-Satelliten eingelassen sind, die sich beim Gig wie Rettungskapseln vom Subwoofer-Mutterschiff abdocken lassen.

Die Satelliten sind mit einem 4,5-Zoll-Mitteltöner und einem 1-Zoll-Hochtontreiber bestückt, der auf einen Multicell-Transformer arbeitet. Der ist im Vergleich zu einem herkömmlichen Hochtonhorn wesentlich aufwändiger und soll unter anderem eine höhere Reichweite erzielen, Interessant ist dabei die unterschiedliche vertikale Abstrahlcharakteristik der Satelliten: Ein einzelnes Top strahlt nach oben +10 Grad ab, nach unten -45 Grad. Zwei zum Array verbundene Topteile strahlen dagegen +/- 15 Grad ab.

Im Array-Modus wird der Schall weiter transportiert, während sich im Single-Mode auch das sitzende Publikum in der ersten Reihe akustisch ausleuchten lässt. Horizontal liegt die Abstrahlung hingegen fix bei 90 Grad, ein Wert, der sich bei kleinen Veranstaltungen bewährt hat.

Konventioneller ist der Subwoofer aufgebaut, in dessen Kunststoffgehäuse ein 10-Zoll-Tieftöner werkelt. Um Resonanzen des Chassis bei höheren Pegeln zu unterdrücken, setzt HK Audio sogenannte „Anti Resonance Bracings“ ein, das sind Gehäuseverstrebungen für mehr Steifigkeit und Stehvermögen.

Das auf der Ober-/Rückseite des Subs verbaute Aktivmodul versorgt Woofer und Satelliten. Dabei wird der Tieftöner vom Class-D-Verstärker mit 300 Watt angefahren, beiden Satelliten mit jeweils 80 Watt. In Spielpausen lässt sich durch die schaltbare Auto-Sleep-Funktion Strom sparen.

Das System

Die einfachste Möglichkeit, die Nano 602 zu verwenden, geht so: Man entnimmt die Satelliten dem Subwoofer und verbindet diese mit der Easy-Click-Führungsschiene auf dessen Oberseite. Die Schiene ist signalführend und erlaubt daher den Einsatz der Tops ohne zusätzliche Kabel. Die Satelliten verfügen natürlich auch über Speakons zur Verbindung mit dem Aktivmodul.

Möchte man ein stehendes Publikum beschallen, müssen die Topteile auf Höhe gebracht werden. Dazu kann der Anwender auf die ebenfalls signalführende, optional erhältliche S-Connect Pole LN Distanzstange zurückgreifen, die mit der M33-Aufnahme der Gehäuseoberseite verbunden wird. Über einen beiliegenden Reduzieradapter (M33 auf M20) lässt sich eine M20-Distanzstangen einsetzten. Wer beide Satelliten unabhängig von der Subwoofer-Position aufstellen möchte, greift am besten zum Stereo Stand Add-on.

Dieses Zubehörpaket umfasst eine Nylontransporttasche, die zwei kompakte, aber dennoch robuste Lautsprecherstative befinden, extra für die Nano-Serie gefertigt von König & Meyer. Ebenfalls in der Tasche: zwei Speakon-Lautsprecherkabel. Je nach Veranstaltung mag es eine gute Sache sein, die Subwoofer außerhalb des Publikumsbereiches aufzustellen. Schon der Sicherheit wegen. Denn es gibt durchaus Menschen im Publikum, die einen Subwoofer mit einem Stehtisch verwechseln und dort ihr Getränk abstellen. Leider fällt das Gehäuse des Subwoofers auf der Oberseite leicht nach hinten ab, was bei kippenden Bierchen dazu führt, dass sich die Flüssigkeit ihren Weg zum Aktivmodul bahnt.

Anschlüsse

Wo wir gerade beim Thema sind, schauen wir uns direkt an, welche Bedienelemente und Anschlüsse Lucas Nano 620 zu bieten hat: Die Spannungsversorgung wird mittels Kaltgerätekabel sichergestellt. Über einen Netzschalter mit zweifarbiger Statusanzeige (Grün = Power, Rot = Clip/Mute) lässt sich auf einen Blick der Gesundheitsstatus des Aktivmoduls ablesen. Auf Signalaufnahme warten zwei Combobuchsen und eine Stereo-Miniklinke. Die Gain/Volume-Einstellung wird über ein einzelnes Poti vorgenommen.

Das Verhältnis von Subwoofer zu Topteilen ist regelbar; ein Pan-Poti justiert das Links-Rechts-Verhältnis. Über einen Schalter lassen sich zwei Klang-Presets laden, je nachdem ob man die Tops im Satelliten-Array oder Stereo-Modus betreibt.

Nutzt man die Topteile im Array-Modus, wird der rechte Lautsprecherausgang stummgeschaltet, was auch die Status-LEDs meldet. Um das Eingangssignal weiterzuschleifen, gibt es zwei symmetrische Klinkenausgänge. Ein weiteres Exemplar trägt die Bezeichnung Link In/Out; er kombiniert zwei Lucas-Nano-Systeme zu einem Twin-Stereo-System. Dazu benötigt man allerdings ein abgeschirmtes Stereo-Klinkenkabel.

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