Test
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03.04.2020

Zultan Dark Matter Splatter und Dune Trash Crash Cymbals Test

Effektbecken Serie

Im Schmutz der Dunkelheit

Dass man mit gelochten Effektbecken im Programm heutzutage kaum etwas falsch machen kann, haben nicht nur die großen Hersteller verinnerlicht, auch kleinere Beckenschmieden greifen nach der Fertigstellung einiger ihrer Modelle zur Bohrmaschine. So auch Zultan, ihres Zeichens türkische Manufaktur unter der Regie des Musikalienhändlers Thomann. Zwei der erfolgreichsten Serien im Sortiment, die Dark Matter und die Dune Reihe, hat man kürzlich in Sachen Trash geupdated. Bei den bisher erhältlichen, „unversehrten“ Dark Matter Modellen handelt es sich um etwas dunklere Allrounder mit moderater Hämmerung und einem klassischen Abdrehmuster. Die Dune Serie steht mit dünnerer Materialstärke und einer tiefen Hämmerung hingegen schon ungelocht für eine trashigere Modulation und besonders dunkle Sounds.

Unsere Testkandidaten besitzen – mit einer Ausnahme – Bohrungen, welche ihnen zu einer Extraportion „Schmutz“ verhelfen sollen. Dass man sich bei den Dune Trash Crashes nicht nur beim Namen ein bisschen von den Zildjian Special Dry Trash Crashes hat inspirieren lassen, ist recht offensichtlich, und auch die Bohrmuster der Dark Matter Splatter Crashes und des Dark Matter Splatter Staxx meint man schon einmal gesehen zu haben. Da stellt sich natürlich gleich die Frage, ob sich diese deutlich günstigeren Alternativen auch klanglich mit den etablierten Vorbildern messen können. Ihr erfahrt es, wenn ihr weiterlest. 

Details

Die Dark Matter und Dune Modelle unterscheiden sich erheblich voneinander

Insgesamt entnehme ich dem – dank Löchern recht leichten – Versandkarton fünf Beckenmodelle. Zwei davon entfallen auf die Dune Serie, nämlich ein Trash Crash in 16 Zoll, das andere in 18 Zoll Größe. Ebenfalls erhältlich, jedoch hier nicht dabei, ist ein 19er Trash Crash. Dasselbe gilt für drei weitere neue (und gelochte) Modelle namens Dark Matter Holey Crash in 17, 18 und 19 Zoll. Diese Instrumente werden hoffentlich für einen späteren Test nachgeliefert. Vollzählig angetreten sind hingegen die Dark Matter Splatter Crashes, die es aktuell in 14 und 16 Zoll gibt, ebenso ein Stack namens Dark Matter Splatter Staxx 12“. Schon ein flüchtiger optischer Vergleich offenbart, dass sich die beiden Serien nicht nur vom Namen her unterscheiden, sondern grundsätzlich verschieden konzipiert wurden. Sehen wir uns zunächst die beiden Dune Trash Crashes genauer an. 

Sternförmige Bohrungen bei den Dune Trash Crashes

Optisch und konstruktiv orientieren sich die Dune Trash Crashes natürlich an ihren ungelochten Serienkollegen ohne Trash-Zusatz. Am auffälligsten sind dabei die vielen Oberflächen und Hämmerungsarten, die man der Serie angedeihen lässt. Betrachtet man die Unterseiten, wirken die Becken mit ihrem feinen, vollflächigen Abdrehmuster recht konventionell. Auf den Oberseiten zeigen sich dann allerdings zwei Hämmerungsmuster. Eines ist klein, dicht und unregelmäßig aufgetragen, das andere besteht aus tieferen Einschlägen. Und hier gibt es einen deutlichen Unterschied zu den regulären Dune Crashes, denn die gelochten Trash Crashes besitzen weniger starke Vertiefungen, offenbar, um die Struktur nicht zu sehr zu schwächen. Gleich hingegen bleiben die abgedrehten, relativ großen und hochglanzpolierten Kuppen. Ihre Zusatzbezeichnung rechtfertigen die Trash Crashes mit auffälligen, unterschiedlich großen Bohrungen, welche jeweils sternförmig und abwechselnd von der Kuppe zum Rand strahlen. 

Die Dark Matter Splatter Becken besitzen eine einheitliche Bearbeitung

Gelochte Becken zu wiegen ist immer ein wenig aussagekräftiges Unterfangen – um das generelle Gewicht zu vergleichen, habe ich es bei den beiden 16ern aber trotzdem gemacht. Dabei zeigt sich, dass das Dark Matter Splatter Crash etwas schwerer ist (930 Gramm) als das gleich große Dune Modell (800 Gramm). Ob das an einer höheren Materialstärke liegt oder daran, dass die größeren, aber spärlicher gesetzten Bohrungen weniger Masse wegnehmen, weiß ich nicht. Dies ist aber nicht der einzige Unterschied zu den Dunes, im Gegenteil. So sind alle Oberflächen einheitlich bearbeitet. Dazu zählt ein beidseitiges, klassisches Abdrehmuster genauso wie die wesentlich weniger tiefe Hämmerung. Am Ende werden die Becken mit einer schwärzlichen Tinktur bearbeitet, die ihnen nicht nur den speziellen Look, sondern auch ein etwas gedämpfteres Obertonspektrum bescheren soll. 

Splatter Staxx: Zwei Splashes, eines davon mit Löchern

Optisch und von den Bearbeitungsschritten her ist das Dark Matter Splatter Staxx grundsätzlich identisch zu den beiden Serienkollegen. Es gibt jedoch auch Unterschiede. Zunächst einmal tragen beide Becken die Typenbezeichnung „Splash“ und sind entsprechend sehr dünn. Hier hat man sich also bereits vorhandener Modelle bedient, sie in ein Bundle gepackt und – das ist der zweite Unterschied – in eines der Exemplare Löcher gebohrt. Laut Fotos auf der Zultan-Webseite liegen die Zimbeln flächig aufeinander auf, das gelochte ist dabei oben. Für eingefleischte Soundfreaks ist das natürlich nur ein „Serviervorschlag“. Im Video habe ich euch weitere Anwendungsmöglichkeiten aufgenommen. 

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