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Test
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04.10.2014

Zoom TAC-2 Test

Thunderbolt-Audiointerface

Potz-Blitz

Was viele kompakten Audio-Interfaces des mittleren Preissegmentes eint, ist die überwiegend nur „durchschnittliche“ Wandlerqualität und die fehlende Unterstützung von hochauflösenden Audioformaten von bis zu 24 Bit und 192 kHz, welche zumindest von pensionierten - äh Verzeihung – passionierten audiophilen Kreisen durchaus bevorzugt werden. Aber auch erfolgte Einführung der Thunderbolt-Schnittstelle, welche sich zumindest an jedem neueren Apple-Computer wiederfindet, setzt in Sachen Geschwindigkeit bei der Datenübertragung neue Maßstäbe und hält damit auch langsam aber sicher Einzug in die Pro-Audio Welt. 

Neben dem Apollo von Universal Audio hat nun auch der japanische Hersteller Zoom mit dem TAC-2 ein erstes kompaktes Audio-Interface auf Thunderbolt-Basis im Angebot, welches sogar den „berühmt-berüchtigten High-End Ansprüchen“ gerecht werden soll. Na und das schauen wir uns doch gerne einmal genauer an!

Details

Das Zoom TAC-2 ist ein puristisches 2-In/2-Out Audiointerface mit modernem Thunderbolt-Anschluss für Apple-Computer und löst mit bis zu 24 Bit und 192 kHz auf, wobei es intern sogar mit vierfachem Oversampling arbeitet. Das schlichte, überwiegend aus Kunststoff bestehende Gehäuse misst dabei kompakte 129,5 x 51,3 x 120 mm (BxHxT) und wiegt ca. 0,5 kg. Somit dürfte es auch auf engstem Raum Platz finden und bietet dabei auch noch ein buntes Display für das Metering. Die gebürstete Alu-Verblendung in Verbindung mit dem großen Drehregler beschert dem TAC-2 außerdem einen edlen Look, welcher durchaus an Apple-Produkte erinnert.

Die Bedienung des TAC-2 wird hardwareseitig über einen großen Push-Encoder realisiert, der Zugang zu mehreren Funktionen bietet. Für solch eine verantwortungsvolle Rolle im Bedienkonzept kommt dieser für meinen Geschmack allerdings leider etwas wackelig daher. Insgesamt ist dieses Problem aber auch nicht so massiv ausgeprägt, als dass man mit dem Gerät nicht arbeiten könnte. Wie dem auch sei, durch ein kurzes Knopfdrücken kann jedenfalls zwischen den einzelnen Input- und Output-Kanälen umgeschaltet werden,  und durch ein Drehen des Encoders wiederum wird dessen Gain angepasst. 

Die beiden Vorverstärker liefern dabei jeweils bis zu 60dB Gain, wobei aufgrund der recht groben Rasterung des Encoders nur Sprünge von 3dB möglich sind. Eine kleine rote LED neben dem entsprechenden Input-Kanal signalisiert dabei die aktive Auswahl, während bei selektierten Inputs durch langes Drücken des Encoders die Phantomspeisung hinzugeschaltet werden kann. 

Für weiterführende Einstellungen wie beispielsweise das 80Hz Low-Cut, der Phasendreher oder das Hinzufügen des „Vocal-Halls“ im Aufnahmeweg muss hingegen die zugehörige MixEFX-Software bemüht werden, wobei hier dann wirklich auch alle Optionen zur Verfügung stehen.

Die Rückseite des TAC-2 bietet zwei Eingänge in Form einer XLR/Klinke-Combo-Buchse und einen Stereo-Out in Form zwei symmetrischer 6,3mm Klinkenbuchsen. Aber auch der Thunderbolt-Anschluss und ein Kensington Lock finden hier ihren Platz.

Beide Inputs können sowohl mit Mic- als auch mit Line-Signalen gefüttert werden, wodurch Stereo-Mikrofonie und Stereo-Line Recordings ohne Probleme möglich werden, wie man sie z.B. bei einem Live-Summenmitschnitt benötigt. Beide Kanäle können bei Bedarf auch „gelinkt“ werden und sind dann mit dem Push-Encoder gemeinsam im Gain steuerbar. Für hochohmige Signale wie z.B. bei E-Gitarre oder Bass steht außerdem ein separater Hi-Z Instrumentenanschluss zur Verfügung, wobei sich dieser vorderseitig befindet und den Input-Channel 1 beim Einstecken „overrided“.

Das ausgehende Stereo-Signal kann über die zwei symmetrischen 6,3mm Klinkenbuchsen (TRS) abgegriffen, als auch über einen 6,3mm Stereo-Kopfhörerausgang abgehört werden. An beiden Anschlüssen liegt allerdings das gleiche Signal bzw. nur ein Stereowandler an, sodass separate Mixe für Produzent und Künstler somit leider nicht möglich sind. Damit dürfte das Interface also auch für die meisten Laptop-DJs ausscheiden. 

Die gesamte Hardware präsentiert sich im Übrigen sehr schlicht und aufgeräumt. Der Thunderbolt-Anschluss ist weiterhin auch für die gesamte Spannungsversorgung des Gerätes zuständig und macht die Verwendung eines externen Netzteils obsolet. Eine Möglichkeit zum Anschluss eines externen Netzteils gibt es sowieso nicht, wie es auch leider keine weitere Schnittstelle des begehrten Thunderbolt-Anschlusses gibt. Dabei wäre eine Hub-Funktion vor allem für Nutzer des MacBook Air durchaus sinnvoll gewesen, da dieses leider nur über einen Port verfügt und damit das Anschließen zusätzlicher Thunderbolt-Hardware zumindest schwierig wird.

Das TAC-2 arbeite trotz Mac-only Status leider nicht „Plug and Play“ und benötigt somit eigene Treiber. Diese kann man auf der offiziellen Produkt-Webseite herunterladen, wo sich auch die bereits erwähnte MixEFX-Software von Zoom einfindet, deren Verwendung ich auch ausdrücklich empfehlen möchte, da einem ansonsten zahlreiche wichtige Funktionen leider nicht zur Verfügung stehen.

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