Test
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30.06.2017

Zildjian K Custom Special Dry Cymbals Test

Beckenserie

Alles in trockenen Tüchern

Mit seinem Special Dry Ride leistete die Traditionsschmiede Zildjian Anfang der 2000er Jahre quasi Pionierarbeit in Bezug auf trocken und dunkel klingende Becken mit weitestgehend naturbelassener Oberfläche. Ein großer Teil der Trommlerschaft kam allerdings erst später auf den Geschmack der trockenen Sounds. Besonders die von Meinl entwickelte Byzance Extra Dry Serie konnte hier Erfolge verbuchen. Unter dem Hashtag #drydoneright bläst Zildjian jetzt zum Angriff und stellt eine komplette Überarbeitung seiner Special Dry Serie vor, die neben bekannten Modellen auch zahlreiche Neuheiten bereithält.

Neben den vorrangig für akustische Musik entwickelten regulären Ride-, Crash- und Hi-Hat-Modellen hat Zildjan auch fünf Trash Becken gefertigt, die durch ihre durchlöcherte Oberfläche zu dem bereits speziellen Klangcharakter eine weitere ungewöhnliche Facette hinzufügen. Wir haben uns alle Modelle im Test ausgiebig angeschaut.

Details

Im Vergleich zur früheren Serie, die nur aus Hi-Hat, Ride- und Crash-Becken bestand, ist die neue Special Dry Serie wesentlich vielfältiger. Insgesamt 16 neue Modelle wurden vorgestellt, die uns alle zu diesem Test vorliegen. Darunter befinden sich zwei Rides in 21 und 23 Zoll, fünf Crashes in 16, 18, 19, 20 und 22 Zoll und drei Hi-Hat Paare in 13, 14 und 15 Zoll. Als Effektbecken sind ein 10 Zoll Splash, drei gelöcherte Trash Crash Becken in 17, 19 und 21 Zoll sowie ein 18“ Trash China erhältlich. Wer zusätzlich seiner Hi-Hat einen kurzen, prägnanten Sound verleihen möchte, wird im Special Dry FX Hi-Hat Topteil fündig, das separat zum eigentlichen 14 Zoll Hi-Hat Modell erhältlich ist.

Alle Special Dry Becken sind aus einer B20-Bronzelegierung gefertigt, wurden handgehämmert und anschließend auf der Oberseite nur sparsam abgedreht. Dadurch verlaufen schmale Linien etwa einen Zentimeter vom Rand entfernt bis zur recht großen Bell, die unbehandelt bleibt. Neben der klanglichen Veränderung sorgen diese Abdrehmuster, in Verbindung mit der sonst naturbelassenen, unpolierten Oberfläche, auch für einen ansprechenden Look. Die Unterseite der Special Dry Modelle ist jeweils fein abgedreht und leicht poliert, was den Becken höhere Frequenzen entlockt und damit einen Gegenpol zur dunklen Seite bietet. Auf der Oberseite prangt das auffällig gedruckte K von Zildjians Vorzeigeserie, ergänzt durch die geschwungene Schrift der Serie, die Typenbezeichnung und die eingravierte Seriennummer. Die Unterseite ziert ein ebenfalls schwarzes Zildjian-Print. Dort sind auch die teils groben Hammermale noch deutlicher zu sehen, die wesentlich zum Klang der Instrumente beitragen. Alle Modelle sind nur wenig gewölbt, was in Verbindung mit dem Finish dunkle Sounds verspricht. Durch die Verarbeitung von Hand sind alle Becken klangliche und optische Unikate.

Dünne Crash-Becken und gelochte Trash Modelle prophezeien eine schnelle Ansprache

Mit gleich acht Crash-Größen ist bei der Special Dry Serie wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Insgesamt ist auffällig, dass die regulären Modelle von 16 bis 22 Zoll recht dünn sind.

Für ein besonderes Design sorgen auch die runden, ausgestanzten Löcher der Trash Modelle. Dabei sind jeweils fünf kleine Löcher abwechselnd mit drei größeren Löchern und weiteren vier kleinen Löchern aus dem Material gestanzt. Die Bells der Crash-Becken sind davon nicht betroffen. Diese Becken sind allesamt der Kategorie Paperthin zuzuordnen. Bereits dadurch ist eine schnelle Ansprache garantiert, wobei sich der Effekt aufgrund der Gewichtsreduktion durch die Löcher noch verstärken dürfte. Mit dieser Konstruktion folgt Zildjian dem derzeit modernen Stil der gelöcherten, scharf klingenden Becken. Das 18 Zoll große China ist zudem das erste durchlöcherte China in Zildjians breiter Produktpalette. Im Gegensatz zu den Crash-Modellen ist die Bell des 14 Zoll FX Topteils zusätzlich mit zwei Löchern versehen. Außerdem sind auf diesem Becken nur kleine Löcher zu finden, deren Anordnung keinem bestimmten Muster zu folgen scheint. Das einzige Splash-Becken in 10 Zoll ist baugleich mit den regulären Crashes und somit nicht mit Löchern versehen.

Im Gegensatz zur breiten Reihe der Crash-Becken befinden sich in der Special Dry Serie nur zwei Rides, die mit 21 und 23 Zoll eher ungewöhnlich dimensioniert sind. Sie folgen dabei der Machart der Crashes, sind jedoch wesentlich schwerer, was wichtig für die nötige klangliche Definition ist. Die Hi-Hats sind jeweils mit einem recht leichten Top und einem schweren Bottom-Becken versehen, was eine sensible Ansprache sowie einen durchsetzungsfähigen Chick-Sound erwarten lässt. 

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