Test
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23.03.2019

Zildjian K Cluster Crashes, K Sweet Hi-Hat 14“ und Crash of Doom 22“ Test

Becken

Süße Haufen des Untergangs

Normalerweise finden sich zum bonedo Test Instrumente einer Serie ein, heute ist das jedoch etwas anders. Es gilt nämlich, einige Zildjian Neuheiten des Jahres 2019 zu checken, und mit etwas Glück harmonieren die Kandidaten sogar miteinander. Cluster heißen die jüngsten Mitglieder der K Crash Familie, alle drei aktuell erhältlichen Modelle sind geschlossen zur Beurteilung erschienen. In der – auch noch relativ neuen – K Sweet Collection fehlte bis dato noch eine Hi-Hat in der Standardgröße 14 Zoll. Die ist ebenso Teil des heutigen Reviews wie das mächtige 22er Crash of Doom aus der FX Oriental Serie. Dies gab es bisher nur in 20 Zoll, ein früher einmal angebotenes 18er hat Zildjian mittlerweile aus dem Programm genommen. 

Bei den K Cluster Crashes bestand Zildjians Zielsetzung darin, den Klang der modernen K Becken etwas rauchiger und minimal trashiger zu gestalten. Cluster kann mit Anhäufung oder Ansammlung übersetzt werden, der Name bezieht sich auf tiefe, zusätzlich eingehämmerte „Taschen“ auf dem Profil der Becken. Erfahrungen in dieser Art der Bearbeitung hat Zildjian beispielsweise beim Bounce Ride der Constantinople Serie gesammelt. Sehr dunkel und trashig ging es beim 20er Crash of Doom immer schon zu, das mit Dennis Chambers entwickelte Becken aus der FX Oriental Serie erfreute sich sowohl als sehr dunkles und brachiales Crash als auch als jazzig-funkiges Ride großer Beliebtheit. Das neue 22er Modell soll die bekannten Eigenschaften noch konsequenter umsetzen. Kleiner als ein bereits vorhandenes Schwestermodell fällt hingegen die neue 14er Sweet Hi-Hat aus, zur Markteinführung der Sweet Serie gab es bisher nur das große 15 Zoll Modell. Wie sich all diese Modelle im Test bewähren, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Alle Becken fallen eher leicht aus

Besonders bei Becken gibt das Gewicht des Versandkartons schon einen guten ersten Hinweis darauf, worauf man sich im Test gefasst machen muss. Im Falle unserer Zildjian Neuheiten muss der UPS-Fahrer nur wenig fluchen, denn Zildjians K Reihe ist mittlerweile für sehr moderat gewichtete Modelle bekannt. Und auch der „Außenseiter“ unseres Tests, das Crash of Doom, scheint kein Amboss zu sein. Doch zu den genauen Gewichten kommen wir später, erst einmal mache ich mich ans Auspacken. Wie oben schon erwähnt, finde ich alle drei aktuell angebotenen K Cluster Crashes vor, die Größen betragen 16, 18 und 20 Zoll. Eine 14er K Sweet Hi-Hat und das Crash of Doom in 22 Zoll komplettieren das Set. 

Zusätzliche „Beulen“ zeichnen die K Cluster Crashes aus

Die erste Begutachtung der K Cluster Crashes ergibt, dass sie eng verwandt sind mit den Schwestermodellen der K Sweet Serie. Es beginnt bei den relativ großen, beidseitig ungehämmerten und nicht abgedrehten Kuppen. Diese werden mit wachsendem Durchmesser größer, das 20er Modell besitzt dadurch schon eine ziemlich prominente Halbkugel in der Mitte. Optisch und technisch klar davon abgegrenzt, präsentieren sich die Schultern der Becken. Das Abdrehmuster ist sehr fein und nicht besonders tief, die zahlreichen kleinen, per Computersteuerung gesetzten Hammermale verteilen sich unregelmäßig. Das sind aber nicht die einzigen Faktoren, bei denen Gleichstand herrscht zwischen Cluster und Sweet Crashes. Auch die Gewichte liegen auf demselben Niveau. Beim 16er messe ich mittels Digitalwaage 960 Gramm, das 18er bringt es auf 1330 und das 20er auf 1740 Gramm. Wir haben es also mit dünnen Crashes zu tun, die eine schnelle Ansprache erwarten lassen. Damit ist es bei unseren Testmodellen aber noch nicht getan, denn der Unterschied zu den Sweets besteht in jeweils acht, von unten eingehämmerten Ausbeulungen. Jede dieser Vertiefungen misst etwa zwei Zentimeter im Durchmesser und besteht aus jeweils sieben Hammerschlägen. Diese Anhäufungen nennt Zildjian Cluster, daher leitet sich also der Name ab. 

Die 14er K Sweet Hi-Hat besitzt ein schweres Bottom und ein leichtes Top-Becken

Auch die 14er Sweet Hi-Hat gibt sich eindeutig als Mitglied der K Familie zu erkennen. Wie die Sweet Crashes besitzt sie die beidseitig roh gehaltenen Kuppen, das Abdrehmuster bleibt ebenfalls unverändert. Im Vergleich zu den Cluster Testkollegen wirkt sie jedoch minimal stärker gehämmert, dies gilt sowohl für das Top- als auch für das Bottom-Becken. Wie bei der größeren 15er Sweet fällt der starke Gewichtsunterschied zwischen Top und Bottom auf: 990 auf 1380 Gramm zeigt die Waage an. Dies ist ein traditionelles Rezept, um einerseits eine schnelle Ansprache zu erreichen, andererseits aber auch einen klaren und durchsetzungsfähigen Sound beim Treten zu gewährleisten.

Das Crash of Doom erinnert an einen Schlapphut

Das außergewöhnlichste Becken unserer illustren Testrunde ist sicherlich das Crash of Doom. Dabei erschließt sich seine ungewöhnliche Anatomie von weitem oder von oben betrachtet zunächst gar nicht. Aber der Blick auf das Profil offenbart die Besonderheiten dieses speziellen Instruments. Anders als die meisten anderen Becken, besitzt seine Schulter nur eine minimale Wölbung, klanglich dürfte dies für einen sehr tiefen Grundton sorgen. Der Clou sind allerdings die welligen Ränder, die für den Unkundigen stark nach mutwilliger Misshandlung aussehen. Beim Hochnehmen fällt auf, dass das Instrument zwar nicht besonders leicht ist (2630 Gramm), gleichzeitig aber merkwürdig labil wirkt. Damit wird die Schlapphut-Analogie perfekt. Ebenfalls ungewöhnlich ist der Umstand, dass die Ränder nicht dünner werden, eher wirkt es, als wäre der Rohling einfach gerade abgeschnitten worden. Die Mitte des Beckens ziert eine kräftige Kuppe, trotz der ungewöhnlichen Anatomie soll sich das „CoD“ nämlich auch als vollwertiges Ride nutzen lassen. Ein klassisches, leicht unregelmäßiges Abdrehmuster zieht sich über alle Oberflächen. An einigen Stellen zeigen sich jedoch dunkle Spots, offenbar hängt das mit der unregelmäßigen Beschaffenheit des Beckens zusammen. Deutlich zu erkennen sind auch die Hammermale, deren Art und Verteilung mich ein bisschen an ältere Sabian HH Modelle erinnert. Von einer „sauberen“ Verarbeitung im herkömmlichen Sinne kann beim Crash of Doom also nicht gesprochen werden, offensichtlich ist dies aber Teil des Konzepts. 

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