Gitarre Ukulele Test_Ukulele
Test
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18.04.2018

Ziegenspeck Ukulele Custom Concert Test

E-Ukulele

Edles Brett aus Rudolstadt

Ziegenspeck Ukulele heißt die noch junge Firma mit Sitz in Thüringen, und die verspricht Instrumente höchster Qualität. Bemerkenswert und aus der Sicht aller Ukulelen-Liebhaber gleichzeitig äußerst erfreulich, dass ein junger Zupfinstrumentenmachermeister sich auf dieses Genre spezialisiert hat. Die entsprechende Erfahrung konnte Tom Ziegenspeck nach seinem Studium für Musikinstrumentenbau in Markneukirchen unter anderem während einer zweijährigen Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Ukulelenbauer Pete Howlett in dessen Werkstatt in Nordwales sammeln. Der Thüringer zeigt sich extrem facettenreich und baut geschmackvoll-schlichte Instrumente genau so wie er bespielbare Kunstwerke mit aufwendig gearbeiteten Details zaubert.

Bei der vorliegenden Ukulele handelt es sich um eine Solidbody-Konzert-Ukulele, bei der der Korpus nicht wie gewohnt hohl, sondern ähnlich wie bei einer E-Gitarre massiv ist. Tom Ziegenspeck hat sich neben der Produktion normaler Ukulelen auch auf die exotische Harfen-Ukulele und elektrische Solid-Body Ukulelen wie unsere Kandidatin spezialisiert, wobei auf Kundenwunsch nicht nur die Holzauswahl mitbestimmt werden, es können auch Einlagen und jegliche Verzierungen eigens auf die eigenen Wünsche abgestimmt werden. Ganz so, wie es sich für eine Meisterwerkstatt gehört.

Details

Korpus

Geliefert wird die Ukulele in einem farbenfrohen Gigbag mit einem eigens angefertigten Logo aus Holz. Direkt nach dem Auspacken muss ich erst einmal innehalten. Die Decke aus Koa mit einer wunderschönen Maserung, das Perlmutt-Binding und die goldene Hardware bieten einen sensationellen Anblick.

Der Korpus besteht aus Mahagoni und hat auf der Rückseite einen dreilagigen Zierstreifen aus Ahorn/Padouk/Ahorn. Bei der Betrachtung der Rückseite fällt mir gleich die erste technische Raffinesse auf: Die Abdeckung für das Elektronikfach ist aus Kunststoff und nicht geschraubt, sondern hält magnetisch. Dank einer kleinen Einkerbung im Holz lässt sich der Deckel ganz einfach aus dem Fach herausnehmen, hält aber super fest und kann sich nicht von alleine lösen, da die Abdeckung absolut plan zum Holzkorpus liegt. Das kennen wir bereits von manchen Bassukulelen, allerdings macht hier die Abdeckplatte einen richtig schön massiven Eindruck. Wobei Elektronikfach schon sehr dick aufgetragen ist, handelt es sich doch lediglich um einen Mini-Volume-Potentiometer und die Ausgangsbuchse. Daneben finden wir einen Aufkleber mit der Seriennummer. Und die Verdrahtung ist genauso wie das komplette Fach picobello gearbeitet.

Auf der Vorderseite des Korpus erwartet uns aber der eigentliche Eyecatcher: Eine wunderschön gemaserte Koa-Decke. Das ist Liebe auf den ersten Blick. Für jeden Ukulele-Begeisterten strahlt Koa einen ganz besonderen Charme aus und dieses Stück ist wirklich besonders schön. Der dunkle Ebenholzsteg schafft nebst dem goldenen Potiknopf mit Perlmutt-Einlage einen tollen Kontrast. Das Binding aus Elfenbeinimitat an der Korpusseite schließt sich der Perlmutt-Verzierung auf der Oberseite nahtlos an und unterstreicht den edlen Charakter dieses Instrumentes.

Die Ausgangsbuchse ist an der Zarge eingelassen, sodass von vorne betrachtet kein Metall zu erkennen ist - ein weiteres Merkmal, das das Verarbeitungskonzept noch einmal positiv unterstreicht. Sozusagen als Sahnehäubchen ist auf der Brücke noch eine Perlmutt-Einlage zu bestaunen und ein Cutaway sorgt für eine gute Erreichbarkeit der oberen Lagen und passt auch optisch sehr gut zu dem Konzept der Solidbody-Ukulele.

Hals & Griffbrett

Der Hals besteht bei diesem Modell aus Buche-Multiplex. Diese Konstruktion ist extrem stabil und sorgt dafür, dass sich der Hals auch bei Temperaturschwankungen oder durch eine andere Saitenstärke nicht verzieht.

Am Halsfuß ist ein Padouk-Furnier aufgebracht, was auch in der Rückansicht einen schönen Übergang von der hellen Buche zum Mahagoni-Korpus schafft. Als Binding dient wieder das Elfenbeinimitat und Ebenholz wird als Griffbrettmaterial verwendet. Auch der Kopfplatte hat man ein Ebenholzfurnier spendiert. Eingebettet in der kräftigen dunklen Farbe des Kopfplattenfurniers sind goldenen Mechaniken mit Echtholzflügeln. Auch die Kopfplatte ist ein echter Hingucker. Bescheiden thront das eingelegte "Z", das für Ziegenspeck steht, über den Mechaniken.

Die Einlagen auf dem Griffbrett sind ebenso sauber gearbeitet und helfen bei der Orientierung auf den insgesamt 18 Bünden. Der schnurgerade Hals, die perfekt abgerichteten Bundstäbchen und Bundkantenenden sowie der vorbildlich gearbeitete Sattel zeigen, dass nicht nur optisch die Messlatte ganz hoch gelegt wird, sondern dass auch technisches Know-how und ausgereifte Handarbeit hier zum Zuge kommen.

Bespielbarkeit

Dank der niedrigen Saitenlage und dem angenehmen Halsprofil fühlt sich die Greifhand auf der Ziegenspeck E-Uke direkt pudelwohl. Hier schnarrt nichts und die vorbildliche Bundkantenbearbeitung sorgt für einen rundum wohligen Griff. Dank des Cutaways sind Ausflüge in die höchsten Lagen problemlos zu meistern. Ab Werk sind die Fluorcarbon-Saiten der Firma Worth Strings aufgezogen. Statt dem üblichen Saitensatz kommt die E-Uke aber mit einer umwickelten C-Saite, was sich nicht nur in der Haptik, sondern auch im Sound bemerkbar macht. Dazu aber gleich mehr. Da man mit so einem Schätzchen eh sehr bald auf eine Bühne steigen wird - schließlich liegt in der Live-Performance ja der Haupteinsatz der E-Uke - empfiehlt es sich, einen Gurt zu verwenden. Hierfür müsste man einen entsprechenden Halteknopf installieren oder installieren lassen.

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