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Test
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21.05.2015

Yamaha P-115 Test

Digitalpiano

Update für ein bewährtes Konzept

Mit dem P-115 Digitalpiano setzt Yamaha die Erfolgsgeschichte seiner auch als Stagepianos beliebten P-Serie konsequent fort. Im Vergleich zum Vorgängermodell P-105 hat sich nicht bahnbrechend viel getan, ein paar kleine Verbesserungen werten das neue Modell aber auf. Geblieben ist das Konzept: ein günstiges Digitalpiano mit einer vollwertigen Klaviertastatur und eingebauten Lautsprechern, das man problemlos transportieren kann.

Yamahas P-Serie erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit. Das P-80 war um die Jahrtausendwende ein Bestseller, weil transportable und erschwingliche Stagepianos mit einer 88-Tasten-Hammermechanik zu jener Zeit rar gesät waren. Zwar bietet der Markt mittlerweile eine immense Vielfalt solcher Instrumente, Yamaha ist und bleibt jedoch eine feste Größe in diesem Segment. Das mag unter anderem an der knallharten Preiskalkulation liegen, die auch dem potentiellen Käufer eines P-115 zugute kommt.

Details

Gehäuse

Mein Testmodell wirkt mit seinem matt-weißen Gehäuse auf den ersten Blick fast schon nobel. Dieser Eindruck wird bei genauerer Betrachtung nicht unbedingt bestätigt. Doch auch wenn das P-115 seine Preisklasse nicht verleugnen kann, ist das Gebotene ein stimmiges Gesamtpaket. Die Linienführung ist schlicht und funktional, das Bedienfeld überschaubar und die beiden Hochtöner sinnvoll positioniert. Ein schönes Detail ist die rote Filzleiste am oberen Tastaturabschluss, die schützt nicht nur das Innenleben vor Staub, sondern sieht auch schick aus. Mit 11,8 kg ist das handliche Instrument geradezu ein Fliegengewicht, umso erstaunlicher ist, dass das Kunststoffgehäuse einen recht stabilen Eindruck macht. Die Verarbeitung bietet keinen Anlass zur Kritik, zumindest wenn man über ein paar leichte Intoleranzen bei den Tastenabständen hinwegsieht. Wem die weiße Farbgebung nicht gefällt, der kann das Piano auch in mattem Schwarz kaufen.

Zubehör

Für etwa 100 Euro Aufpreis kann man mit einem optionalen Pressholz-Unterbau aus dem Portable-Piano ein Home-Piano machen. Für das Geld bekommt man sicher bessere Keyboardständer, aber eben keine passend lackierten, die man mit dem Gerät verschrauben kann. Gratis mitgeliefert hingegen werden das Notenpult und ein Fußtaster. Einem geschenkten Gaul schaut man zwar nicht ins Maul, aber dem wackeligen Notenhalter mag man keinen dicken Klavierband zumuten und der Fußtaster ist nur ein dürftiger Ersatz für ein ordentliches Haltepedal. Wenn man auf dem Instrument ernsthaft Klavier spielen möchte, sollte man sich schnell ein richtiges Sustain-Pedal besorgen. Auch hier bietet Yamaha kostenpflichtige Zusatzangebote: Für weitere 70 Euro wird das Holzgestell um eine Dreier-Pedal-Einheit ergänzt, deren Design und Anmutung bei mir jedoch Kopfschütteln verursachen. Die grauen Plastik-Pedale lösen weder bei mir, noch bei meinen Füßen Sympathie aus. Ich persönlich rate daher von dem wackeligen Holzunterbau mit den dazugehörigen Pedalen ab und sage: Das P-115 wurde geboren, um zu reisen.

Bedienfeld

15 Taster, ein Fader und fünf LEDs sind in die Oberfläche eingelassen. Auffällig ist die üppige Beschriftung an vielen Buttons und oberhalb der Tastatur, die auf den erweiterten Funktionsumfang hinweist. Die sieben Taster in der Gehäusemitte dienen mittels Doppelklick zur Auswahl der 14 verschiedenen Klänge. Links daneben wird die Aufnahmefunktion gesteuert, des Weiteren gibt es Buttons für das Metronom und dessen Tempo sowie die vorinstallierten Demo- und Begleitsongs. Den Abschluss bilden Lautstärkeregler und Stand-by-Knopf.

Anschlüsse

Für Hausgebrauch und Bühnenbetrieb bietet das P-115 alles Notwendige an Anschlüssen. Zwei Kopfhörer für das vierhändige Spiel lassen sich sinnvollerweise vorne links einstöpseln, auf der Rückseite befinden sich zwei 6,3 mm Klinkenbuchsen für den Stereoausgang, ein Pedaleingang und eine Multipin-Buchse für die erwähnte optionale Pedaleinheit. MIDI-Buchsen hat man dem Piano nicht gegönnt, dafür gibt es einen USB-Anschluss. Die Stromversorgung läuft über ein externes 12V-Netzteil.

Lautsprecher

Die links und rechts im Gehäuse eingelassenen Lochblenden aus Metall verbergen zwei Hochtöner mit 4 cm Durchmesser. Auf der Unterseite ist ein weiteres Speaker-Paar mit 12 cm großen Membranen hinter Kunststoffgittern verbaut. Die Ausgangsleistung wird mit 2 x 7 Watt beziffert. Das reicht zwar nicht aus, um sich gegen laute Mitmusiker im Proberaum zu behaupten, für das heimische Wohnzimmer ist es aber allemal genug. Ein wenig lauter wird es, wenn man die (meiner Meinung nach fragwürdige) Funktion „Sound Boost“ aktiviert. Dadurch wird der Klang etwas voller und leicht komprimiert. Wer deutlich mehr Klangfülle braucht, der kann mit den Klinkenausgängen Anschluss an eine größere Beschallungsanlage suchen – oder sich Kopfhörer aufsetzen.

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