Gitarre Hersteller_Yamaha
Test
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27.04.2019

Yamaha FS3 und FSX3 Test

Akustikgitarren

Alte Bekannte modern interpretiert

Mit den Yamaha FS3 und FSX3 Westerngitarren lässt der Hersteller eines seiner berühmten Red Label Modelle aus den 60er Jahren wieder aufleben. Die Rede ist von der Yamaha FG 150, die sich damals unverkennbar an die berühmte Martin OM-14 anlehnte, allerdings ein gutes Stück preiswerter war. Ihren Bekanntheitsgrad deutlich vergrößern konnte die Gitarre dann übrigens, nachdem Country Joe auf dem Woodstock-Festival mit dem Modell gesichtet wurde. Aber auch abgesehen von dieser Legende genießen die alten FG-Modelle aus dem Hause Yamaha einen guten Ruf.

Yamaha FS3 und FSX3 heißen die beiden neuen Gitarren, die den Spirit der legendären Red-Label-Modelle aufgreifen, laut Hersteller aber dennoch vom modernen Gitarrenbau inspiriert sind und im Fall der etwas teureren FSX3 auch ein Tonabnehmersystem an Bord haben. Nachdem ich schon die überzeugenden Dreadnought-Modelle aus Yamahas neuer Serie anspielen konnte, bin ich gespannt, was mich bei den kleineren Geschwistern erwartet.

Details

Lieferumfang und erster Eindruck

Auch diese beiden Instrumente kommen in einem hochwertigen Hard-Bag ins Haus geschneit. Bei der ersten Begutachtung kann man ihnen ebenfalls eine gute Verarbeitung attestieren, allerdings sind leider auch hier wie bei den Dreadnoughts die Bünde nicht sauber poliert. Im Lieferumfang befindet sich ansonsten noch ein Sechskantschlüssel für den Halsspannstab. Im Falle der FSX3 werden außerdem eine Abdeckung für das Schallloch und zwei AA-Batterien für das Tonabnehmersystem mitgeliefert.

Korpus/Hals

Das damalige FG-150 Modell war, wie anfangs erwähnt, von einer Martin OM inspiriert. Auch die beiden neuen Modelle orientieren sich, wenn auch von Yamaha nicht explizit erwähnt, an dieser Bauart. Dazu muss man allerdings sagen, dass die ursprünglich von Martin eingeführte Typenbezeichnung häufig von anderen Herstellern aufgegriffen, gleichzeitig aber beispielsweise in der Mensur oder der Sattelbreite auch immer wieder neu interpretiert wurde - übrigens auch von Martin selbst. Die beiden OM-Modelle von zwei verschiedenen Herstellern, die ich in meinem Studio zum Vergleich habe, weisen dabei ebenfalls Unterschiede in ihren Korpus-Maßen und in der Sattelbreite auf. Und auch Yamaha legt hier eine augenscheinlich eigene Interpretation dieser Gitarrengröße vor.

In der Holzauswahl gehen beiden kleineren Schwestern denselben Weg wie die zuvor getesteten Dreadnoughts und setzen komplett auf massive Hölzer. Für die Decke kommt dabei Sitka-Fichte zum Einsatz, Boden und Zargen werden aus Mahagoni gefertigt.

Auch bei diesen Modellen wurden laut Yamaha die Decken dem A.R.E.-Verfahren (Acoustic Resonance Enhancement) unterzogen, bei dem die Hölzer mit Wärme, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck behandelt werden, um den Alterungsprozess des Holzes zu beschleunigen, was sich positiv auf den Klang auswirken soll.

Beim Steg und auch beim Griffbrett, das mit 20 Bünden bestückt ist, hat man sich für Ebenholz entschieden. Der Hals besteht aus afrikanischem Mahagoni. Die Modelle weisen eine Mensur von 634 mm auf, die Breite des Sattels misst 44 mm. Für die Tuner kommen Gotoh Open Gear-Chrome Mechaniken zum Einsatz. Insgesamt wird das Design der Instrumente von einer gewissen Schlichtheit bestimmt, die im Zusammenspiel mit der ins orange tendierenden, seidenmatten Deckenlackierung aber sehr schlüssig wirkt.

Elektrik

Das schon bei den Dreadnought-Modellen vorgestellte Atmosfeel-Pickupsystem wurde auch bei der FSX3 integriert. Hier haben wir es mit einem Dreiergespann aus Piezo Pickup, Kontakttonabnehmer und einem im Korpus verbauten Mikrofon zu tun. Über eine simple Steuerung auf der Zargenoberseite, die aus drei eingelassenen Reglern besteht, kann der Piezo-Pickup und der Kontakttonabnehmer mit dem Mikrofon gemischt werden. Ist das Poti voll aufgedreht, erhält man 50 % Mikrofonanteil im Signal. Die beiden anderen Potis regeln die Gesamtlautstärke und einen Bass-EQ.

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