Test
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03.01.2021

Praxis

Die Drumpads: weicher als Gummi, härter als Mesh

Bei den seit vielen Jahren im Programm befindlichen TCS-Pads hat sich Yamaha für eine Mischung aus Meshhead- und Gummipad entschieden. Das Silikonmaterial bietet gegenüber herkömmlichen Gummipads ein reduziertes Anschlaggeräusch sowie einen deutlich weicheren Rebound, allerdings nicht so weich wie mit einem mittelfest gespannten Mesh Head. Mir gefällt das Spielgefühl der TCS-Pads jedenfalls sehr gut. Als Nachteil empfinde ich die kleinen Spielflächen, die in dieser Preisklasse eigentlich nicht üblich sind: 7 Zoll bei den Toms – die zudem nur über eine einzige Triggerzone verfügen – und 8 Zoll bei der Snare. Das preislich vergleichbare Roland TD-17KVX beispielsweise kommt mit 10" Dual Zone Toms und einer 12" Snare. Die Yamaha PCY-135 Cymbalpads hingegen spielen sich mit ihrem 13"-Durchmesser sehr komfortabel, ebenso wie die gleich große Hi-Hat.

Toms mit Rascheleffekt

Unter den 40 Preset Kits finden sich viele akustische Schlagzeuge, einige davon mit intensiven Effekten wie Phaser oder Flanger versehen. Vom kleinen Kit bis zum Heavyrockset mit 26" Bassdrum ist alles dabei, was das Herz begehrt. Schlägt man die Toms an, raschelt in vielen Kits der Snareteppich mit, wodurch ein realistischer Klangeindruck wie am akustischen Drumset entsteht. Weiterhin gibt es einige elektronische Kits mit interessanten Effektsounds und nicht zuletzt die Percussion-Abteilung, die allerdings bei den Presets etwas unterrepräsentiert ist. Wer mehr in der Richtung braucht, findet aber in der Soundbibliothek genügend Material zur Erstellung eigener Percussion-Kits.

Noch mehr Kits gibt es im folgenden Video zu hören:

Gute Soundqualität, hervorragende Latenzwerte

Das DTX6K3-X Kit verfügt über gute, authentisch klingende Akustiksounds, aber wie sieht es mit der Dynamik bzw. den Klangverläufen von leise nach laut aus? Im Folgenden hört ihr einzelne Instrumente des Kits sowie ein Soundfile, in welchem die Positionserkennung des Ridebeckens demonstriert wird.

Wie man in den Soundfiles hören kann, klingen sowohl Toms als auch Snare einzeln angespielt relativ natürlich und offenbaren eine gute Dynamik, die aber etwas feiner abgestuft sein könnte. Die Stufen sind in der Grafik am Ende dieses Abschnitts gut zu erkennen. Der Verlauf des Hi-Hat Sounds von geschlossen bis offen klingt sehr flüssig, was auch für die Verläufe auf den Crashbecken zutrifft. Beim Ride sind auf der Fläche je nach Anschlagposition tatsächlich verschiedene Sounds zu hören. Zur Kuppe hin treten die Höhen hervor, zum Rand hin rücken die tiefen Frequenzen stärker in den Vordergrund. Auffallend ist allerdings, dass beim Übergang von der Fläche zum Rand der Sound im äußersten Bereich der Spielfläche sehr leise wird. Im Video ist bei 02:40 Min. zu erkennen, dass vereinzelte Schläge in der Nähe des Randes fast verschluckt werden.   

Sehr gut ist der Latenzwert, der nur fünf Millisekunden beträgt. In der Praxis bedeutet dies, dass beim Spielen keinerlei Verzögerung zwischen dem Anschlag und dem dadurch ausgelösten Sound zu vernehmen ist. Auch hierzu gibt es eine Grafik. 

Die Play-Alongs machen Spaß

Das Spielen zu den internen Play-Alongs gestaltet sich äußerst komfortabel. Das Tempo kann direkt mittels Poti zwischen 30 und 300 bpm variiert werden, wobei die Klangqualität sich nicht verändert. Der Click und die Drum-Begleitung werden mit jeweils einem einzigen Tastendruck ein- und ausgeschaltet und die Lautstärke der Begleitmusik und des Clicks können ebenfalls blitzschnell per Poti angepasst werden. Die insgesamt gut instrumentierten Play-Alongs sind zumeist 16-taktige Phrasen, die verschiedene Songteile umfassen, sodass das Üben nicht langweilig wird. Hier kommt ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Play-Alongs:

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