Bass
Test
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16.10.2017

WR Amplification Gnome Tube DI Test

Röhren-DI-Box

Traumhafter Soundveredler im Miniformat!

Einigen Tieftönern wird die Firma WR Amplification (oder kurz: WRA) sicherlich ein Begriff sein, denn die Boutique-Schmiede aus Luxemburg brachte Ende 2013 den Röhren-Preamp Goliath für Bass auf dem Markt, der in der Szene starke Beachtung fand und nach wie vor von vielen professionellen Bassisten hoch gelobt wird. Hinter WR Amplification steckt Roland Weiland, der sich zum Ziel gesetzt hat, kompromisslos hochwertige Klangveredler für Musiker in Handarbeit zu fertigen. Nach dem Erfolg des Goliath-Preamps hatte der Audiospezialist die Idee, eine super kompakte Röhren-DI-Box zu entwickeln, die nur mit den notwendigsten Anschlüssen ausgestattet ist und auf dem Pedalboard oder in der Gigbag kaum mehr Platz als ein normaler Bodentreter in Anspruch nimmt. Die edle DI-Box von WR Amplification hört auf den treffenden Namen Gnome und ist in ihrer finalen Version im bonedo-Testlabor eingetroffen.

Details

Roland Weilands jüngster Zögling ist für eine hochwertige Röhren-DI-Box in der Tat außerordentlich klein und passt absolut problemlos in jeder Basstasche. Um genau zu sein: Das super stabile Aluminium-Gussgehäuse misst 9 x 7 x 12 cm (B x H x T inklusive der abstehenden Regler) und macht sich auf der Waage mit lediglich 450 g bemerkbar.

Das Design der Tube-DI hat Roland Weiland an seinen Goliath Bass-Preamp angelehnt - auch die Oberflächen des Gnome wurden mit 3D-Prints versehen. Passend zur schicken Optik wurde das "O" im Gnome-Schriftzug auf der Oberseite der zu einem grün beleuchteten Schaufenster umfunktioniert, durch welches die Röhre betrachtet werden kann. Die grüne LED dient aber nicht nur zur Beleuchtung der Röhre, sie fungiert gleichzeitig als Power-LED und zeigt die Betriebsbereitschaft der Tube-DI bei angeschlossenem Netzteil an - ein schönes Design-Schmankerl mit Nutzwert sozusagen.

Im Inneren des Gnome arbeitet eine Röhre vom Typ ECC86, die für eine Spannung von 12-24 Volt optimiert ist. Es handelt sich also um ein Niedervolt-Röhre, und in der Tat ist Roland Weiland ein großer Fan dieser Röhre und verbaut diese auch in seinem Goliath. Dementsprechend wird für die Stromversorgung der DI-Box ein 12V-Netzteil mitgeliefert; intern wird die Spannung für mehr Headroom allerdings auf 24 Volt gebracht. Ohne Strom funktioniert die Gnome übrigens auch, dann aber logischerweise nur als passive DI-Box ohne Röhrensound.

Auf der Oberseite der Gnome finden wir lediglich einen großen Lautstärkeregler für die Ausgangslautstärke der DI-Box und zwei LEDs mit den Bezeichnungen IN und Out, auf die ich gleich noch zurückkommen werde. Der galvanisch getrennte symmetrische XLR-Ausgang für die Weiterleitung des Signals zum Mischer oder zum Recording-Equipment sitzt auf der rechten Seite der Box. Gleich daneben parkt ein Groundlift-Schalter, mit dem eventuell auftretende Nebengeräusche abgestellt werden können. Roland Weiland verwendet für den XLR-Ausgang übrigens einen Lehle LTDI-L Übertrager, der zum Feinsten gehört, was der Markt zu bieten hat.

Alle verbleibenden Regler und Buchsen der kompakten DI-Box sitzen auf der Stirnseite - dementsprechend ist hier auch einiges los. In der unteren Reihe sitzen zwei Klinkenbuchsen mit den Bezeichnungen IN und OUT sowie der Anschluss für das Netzteil. An die IN-Klinke schließt man den Bass an, und die OUT-Klinke leitet das Signal an einen Amp, ein Mischpult etc. weiter.

Der Amp-Ausgang kann mit einem Schalter wahlweise in den Dry-Betrieb (Pre-Tube-Line-Out) oder in den Tube-Betrieb (Post-Tube-Line-Out) geschaltet werden. Die Stellung des Schalters wird mit der vorhin bereits erwähnten IN-LED auf der Oberseite der Box angezeigt, damit man auch im Spielbetrieb ablesen kann, ob die Einstellung passt.

Auf der Stirnseite sitzt auch das Sensitiv-Poti, mit dem sich der Eingangspegel stufenlos für den Einsatz mit passiven oder aktiven Bässen regeln lässt. Die ebenfalls früher erwähnte IN-LED auf der Oberseite signalisiert mit einer Farbveränderung, ob der Regler in Richtung "P" für passiv oder in Richtung "A" für aktiv steht.

Damit bleibt nur noch ein kleiner Dreiwege-Schalter zu erwähnen, der mit der Bezeichnung Presence ausgestattet ist. Hier handelt es sich um ein Feature, mit dem die oberen Frequenzen in zwei Stufen angehoben werden können. In Mittelstellung bleibt der Sound unverändert, in Stellung "1" erfolgt ein geringer Höhen-Boost, und in Stellung "2" wird der obere Bereich deutlich stärker angehoben.

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