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30.11.2017

Workshop Korg Pa4X-Serie OS 2.0 #1: Überblick

Was bietet das Betriebssystemupdate OS 2.0?

Gesamtübersicht über Funktionen, Styles und Sounds

Das kostenlose Betriebssystemupdate OS 2.0 für alle Modelle der Korg Pa4X-Serie, ergänzt den bisherigen Systemumfang neben vielen praxisgerechten Funktionen auch mit einem großen Angebot an zusätzlichen Sounds und Styles. Alle wichtigen Neuerungen werden in diesem Workshop Stück für Stück aufgegriffen, vorgestellt und besprochen. Die an diesen Workshop anknüpfenden Workshops behandeln später die wichtigsten Einzelthemen im Detail.

Details

Mit dem kostenlosen Betriebssystemupdate OS 2.0 ausgestattete Pa4X-Modelle bieten ein umfangreiches Potenzial für jeden, der live auf der Bühne unterwegs ist. Worum es hier geht, welche Vorteile die Aktualisierung des eigenen Pa4X mit sich bringt und welche Ergänzungen zu erhalten sind, all das wird in diesem Workshop detailliert erklärt.

Das Update

An dieser Stelle sprechen wir über den wichtigsten Punkt: Das Betriebssystemupdate OS 2.0 selbst. Auf dieser Webseite erhält man Informationen über alle Korg Pa4X Modelle und zusätzlich führen Links zu den benötigten Download-Dateien. Da die unterschiedlichen Ausführungen des Pa4X (INTERNATIONAL, MUSIKANT und ORIENTAL) in ihrer technischen Grundstruktur zwar identisch sind, sich aber durch die werksseitige Datenbestückung (PCM-Daten, Sounds und Styles) schon unterscheiden, steht für jeden Modelltyp ein eigenes, speziell darauf zugeschnittenes Betriebssystem OS 2.0 zum Download bereit. Durch die große Datenmenge (mehr als zwei GB), daher dauert der Download - je nach Verbindung - sowie die Installation am Keyboard selbst eine kleine Weile. Nach Beendigung der Installation begrüßt uns das Pa4X dann mit seinem blauen Startbildschirm mit dem aktuellen V2-Logo. 

Hinweis:  Das Installieren des Updates überschreibt alle bisherigen Daten auf den USER-Speicherplätzen. Daher ist ein vorheriges Sichern aller Daten erforderlich. Diese Daten können nach der Installation zurück kopiert werden. Die Festplatte, SD-Karte oder angeschlossene USB-Medien werden bei der 2.0-Installation nicht angetastet.

Änderungen im Detail

In den unterschiedlichen Fenstern der Display-Menüführung sind gegenüber dem vorhergehenden Betriebssystem kleine grafische Veränderungen vorgenommen worden und einige Buttons sowie Darstellungen wurden umgestaltet. Im Hauptdisplay finden wir sofort einen zusätzlichen Reiter „KAOSS“, hinter dem sich eines der sicherlich aufregendsten Features verbirgt. So eine spannende Funktion gab es bisher noch nicht in einem Entertainer-Keyboard. 

KAOSS unter den Fingern

Mit dem Finger auf dem Display  schiebend und reibend verändert man rhythmisch und soundbezogen einen laufenden Style oder auch ein MIDI-File. Dies kann man sich leider geschrieben kaum vorstellen, aber wer schon einmal ein original Korg Kaoss Pad in Aktion und Funktion gesehen hat, ahnt, was nun mit diesem Werkzeug in ähnlicher Art und Weise mit einem Pa4X und seinem Display möglich ist.

Man muss es wirklich einmal sehen und unbedingt selbst ausprobieren. Die zu erhaltenden Effekte sind äußerst vielfältig. Das musikalische Verändern der Musik mit Fingerbewegungen auf dem Display ist wirklich eine neue Erfahrung, gerade im Hinblick auf intuitive Kreativität.

Filterverläufe, Breaks, Arpeggios und Endings, wie man sie aus modernen Produktionen kennt, kann man hier mit einem Fingertipp hinzufügen. Auch die Simulation einer verlangsamten oder beschleunigten Bandmaschine sowie das blitzschnelle Ausdünnen eines Styles sind hier möglich. Alle diese Funktionen können obendrein sofort "eingefroren" (Freeze) werden und sie erlauben einen punktgenauen Einsatz. So z. B. kann man auch einen bisher binären Style im sternären Groove weiterspielen. Das funktioniert mit Styles und MIDI-Files gleichermaßen!

KAOSS Soundbeispiele

Das kapazitive Display des Pa4X spielt hierbei seine Stärken voll aus: Wohingegen man bei Vorgängermodellen und Mitbewerbern leichten Druck auf das Foliendisplay ausüben muss, reagiert das Pa4X-Display „seidenweich“, präzise und bei minimalster Berührung, eben genau so wie das Display eines Tablets. 

Was für ein KAOSS! Dieses  „DJ-Tool“ ist vor allem beim Spielen modernen Styles und MIDI-Files eindrucksvoll zu verwenden. Ich habe bereits einige dieser Funktionen auf der Bühne live eingesetzt und besonders bei der Verwendung von MIDI-Files möchte ich gerne eine Anregung geben: 

Tipp:  In einem (z. B. Dance, Disco- oder Pop-) Song vorher Loop-Marker setzen mit vier oder acht Takten, die sich zum Loopen eignen und in dieser Loop dann eindrucksvoll die KAOSS-Funktionen einsetzen, solange es gefällt. Zum Ende der KAOSS-Bearbeitung raus aus der Loop und weiter geht’s. Lebendiger kann man ein MIDI-File wohl kaum manipulieren!

Hinweis:  Ein detaillierter Workshop zur KAOSS-Funktion erscheint in einer weiteren Folge!

Wichtig zu wissen:  Der deutsche Vertrieb hat das Betriebssystemupdate OS 2.0 für den MUSIKANT noch erweitert: Das MUSIKANT-Modell bietet so gegenüber der internationalen und der orientalen Version eine Vielzahl an Sounds und Styles zusätzlich. Schon deswegen ist der MUSIKANT - vom musikalischen Inhalt her gesehen - das Topmodell!

Umfassende Ergänzung an Styles unterschiedlicher Genres

Damit es auch viele interessante Einsatzgebiete für die einzigartige KAOSS gibt, bringt das kostenlose Update OS 2.0 auch eine Menge zusätzlicher Styles mit, und nicht etwa eine Handvoll, sondern insgesamt 52! (MUSIKANT: 68!). Von diesen Styles sind ca. die Hälfte moderner und poppiger Natur, darunter Styles mit top-modernen und vielfältig einsetzbaren Grooves: Diverse EDM-Styles, Trap, Deep House, Nu Disco sowie detailreich programmierte titelbezogene Styles. Hörenswerte Balladen und Styles zu Pop-Songs finden sich ebenfalls. Eine echte Frischzellenkur, die sich ganz besonders im Live-Einsatz bemerkbar macht!

Ein paar Styles angespielt

Breitgefächertes Angebot an bühnengerechten Sounds

In der MUSIKANT-Version gab es seit Erscheinungsdatum bereits viele zusätzliche moderne Sounds gegenüber der INTERNATIONAL-Version. Diese sorgten bereits seinerzeit für mehr aktuelles Feeling. Mit dem Betriebssystemupdate OS 2.0 geht es soundmäßig noch einmal gewaltig vorwärts. Es ist mir kaum möglich, alle zusätzlichen Klänge aufzulisten, denn es sind enorm viele: Darunter finden sich klassische Achtziger und Neunziger Jahre Synth-Sounds, Dubstep-, Trance- und EDM-Leads, neue Flächensounds, die u. a. an die Korg Kronos Music Workstation erinnern sowie ein erweitertes Set an E.Pianos unterschiedlicher Couleur, ausdrucksstarke Streicherensembles, sowohl „real“ als auch analog, Bandoneon, Kirchenorgeln, Saxophon, Gitarren, Bässe … alles mit ordentlicher Durchsetzungskraft.

Ein kleiner Auschnitt des ergänzten Soundangebots

Nahezu jede Soundgruppe wurde um weitere Sounds erweitert, fast drei Gigabyte (!) an zusätzlichem PCM-Material sind nun ins Keyboard gelangt, allen Sounds voran ein der Klang eines italienischen Konzertflügels in mehreren Variationen, der den ursprünglichen Konzertflügel um eine tolle Klangfarbe bereichert.

Soundbeispiel des italienischen Konzertflügels

Angesagte Drum-Sounds & Drum-Kits

Die Drum-Sektion hat ebenfalls weitere Drumkits spendiert bekommen. Passend zu den zusätzlichen Styles sind nun auch krachende EDM-Kits mit kernigen Bassdrums, stylische 80er und 90er Jahre-Kits sowie ausdrucksstarke Ambient-Kits mit ungeloopten Samples an Bord. Nur MUSIKANT:  Ebenfalls befinden sich moderne Effektsounds (Uplifter, Riser, Whooosh usw.) zur Unterstützung der hinzugekommenen Dance-Styles in den Kits. Eine Auswahl der Effektsounds sind bereits als PADs programmiert worden. Diese sind im Local-Bereich der Pads im Ordner „Local 9“ zu finden.

Ein Ausschnitt der Effektsounds aus dem MUSIKANT

Einen speziellen Sound der Drumkit-Sektion möchte ich besonders hervorheben: „Leuchtturm ´83“. Liebevoll und absolut authentisch wurde hier der Intro-Sound des bekannten Nena-Titels reproduziert. Außerdem befindet sich im FYC-Kit der typische Snare-Sound von „You drive me crazy“ mit hohem Wiedererkennungswert. Beide Sounds wurden natürlich auch in entsprechenden Styles untergebracht!

Soundbeispiel "Leuchtturm `83" aus dem MUSIKANT

Für Bastler und Kreative befinden sich weitere echte Producer-Kits ergänzend im Instrument. Dort findet man zusätzliche Collagen von Scratch-, Clap-, Rimshot- und Cowbell-Sounds. Angesichts der Anzahl sowie der Gestaltung z. B. der unterschiedlichen "Claps", ist für jeden etwas Passendes dabei.

Angesagte Drumkits mit einer Vielzahl amtlicher Sounds dieser Zeit und aus den 80er und 90er Jahren.

Renovierter Style Record Modus

Als Style-Programmierer freue ich mich, dass die Mixer/Tuning-Sektion, die bisher nur in der Spielebene (PLAY-Modus) zu finden und programmieren war, nun im Style Record Modus verankert ist. Ebenso sind in diesem Modus nun auch die Master-Effects zu finden, was ein Hinein- und Herausspringen aus dem Modus bei einer Programmierung am Keyboard überflüssig macht und Vorgänge beschleunigt.

Erwähnen möchte ich auch eine sehr hilfreiche Darstellung unter "Chord Table & Variation", die auf einen Blick alle bereits programmierten und noch freie Style-Elemente anzeigt.

Sinnvolle Verbesserungen und Ergänzungen

Kleine und wirklich sinnvolle Verbesserungen sind überall zu finden. Ich möchte stellvertretend ein paar der Features aufzählen, die für meine Arbeit mit dem Keyboard enorm wichtig und sehr hilfreich sind:

  • Ein ergänztes Symbol im Style-Fenster „CS“ zeigt jetzt an, dass bereits Akkordinformationen des Akkord-Sequenzers vorliegen. Der Akkord-Sequenzer ist übrigens eine große Hilfe vor allem  beim Solo-Spielen, wenn man die linke Hand am Joystick für ein Gitarren- oder Synth-Solo benötigt.
  • Die ehemals „MIDI-File-to-Style-Creator“ genannte Funktion heißt jetzt „Style Creator Bot“ und fügt dem aus dem MIDI-File errechneten Style sofort eine Akkord-Sequenzer-Spur hinzu.
  • Der Sequenzer-Modus gibt es eine „Chord Detect“ Funktion, die das MIDI-File nach Akkordinformationen durchsucht und diese auch gleich dort wieder speichert. Diese Akkorde können dann im Textfenster angezeigt werden.
  • Im Songbook ist es jetzt (wieder) möglich, in einem bestehenden Eintrag Songs oder Styles auszutauschen. Hat man beispielsweise für einen Eintrag einen Style gefunden, der besser zu dem gespeicherten Titel passt, kann man diesen auf der Write-Seite mit „Select“ austauschen. Auch sind die Reiter im Songbook eindeutiger beschriftet worden: Write, Tags, Controls …

Hinweis:  Zum Thema Songbook folgt noch ein extra Workshop, denn die gute Organisation aller Styles, MIDI- und MP3-Files in diesem Keyboard-internen Tool spart Zeit und Nerven auf der Bühne!

Weitere Verbesserungen

USB-HOST

Über diese Schnittstelle kann man jeden USB-Midi-Controller mit dem Pa4X verbinden! Mit einem Korg nanoPAD 2 könnte man so z. B. die vier PAD-Taster des Pa4X auslösen. Mit einem Korg nanoCONTROL 2 ist es möglich, mithilfe dessen Slider Volumenwerte bestimmter Tracks zu bestimmen, also Pad-Tracks, Style-Tracks, Song-Tracks u.s.w.

USER-Speicherbank „Drum Kit 2“

Für eigene Drumkits steht nun eine weitere USER-Speicherbank „Drum Kit 2“ zur Verfügung. Somit ist nun Platz für sage und schreibe 256 eigene Drumkits.

Mikrofon-Setup

Im Mikrofon-Setup ist eine Pegelanzeige hinzu gekommen, um das Eingangssignal des Mikrofons noch besser einpegeln zu können. Vorher wurde das mit einer grün-gelb-roten LED erledigt.

Fazit

Das Betriebssystemupdate OS 2.0 ist allen Pa4X-Besitzern wärmstens empfohlen. Neben den vielen zusätzlichen Funktionen, Sounds und Styles garantiert es im Übrigen auch eine Optimierung der Betriebsroutinen.

Kommende Workshops im Rahmen dieser Workshop-Reihe behandeln folgende Themen im Detail:

 

  • Die KAOSS Funktion
  • Das SongBook als Schaltzentrale
  • Der Style Record Modus
  • Der Sampler und sein Einsatz
  • Der Sequencer

Weitere Informationen zur Korg Pa4X-Serie findest du auf der Webseite des Herstellers.

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