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24.05.2020

Wavesfactory Snarebuzz Test

Freeware Snare Rattle Simulator Plugin für Win und Mac


Keep it real

Es gibt inzwischen viele Drum-Plugins, mit denen sich ein ernstzunehmender Drum-Groove erstellen lässt, ganz ohne dass ein richtiger Drummer anwesend war. Da diese Plugins aber mit sehr viel Mühe und klanglicher Perfektion angefertigt werden, fehlen den Sounds oft der Schmutz und das realistische Gefühl. 

Glücklicherweise gibt es inzwischen viele Freeware-Plugins, mit denen sich das ändern lässt und mit denen digitale Klangkälte zur Vergangenheit gehört. Snarebuzz von Wavesfactory ist so ein Plugin.

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Details

Allgemeines

Snarebuzz gibt es für Windows und Mac ohne Versionsbeschränkungen. Es stehen die Formate VST2, VST3 und AAX zur Verfügung, allerdings nur in 64-Bit. 

Auf der Seite des Herstellers müssen zuerst Name und E-Mail-Adresse angegeben werden. Sekunden später bekommt man dann eine Mail mit den separaten Downloadlinks für PC und Mac. In der Windows-Version ist der Installer 22,5 MB groß. Eine Freischaltung des Plugins entfällt. 

Konzept und GUI

Eine Snare-Drum ist bekanntermaßen die kleine Trommel, die aus zwei Fellen und dem sogenannten Snare-Teppich besteht. Wird das obere Fell, das Schlagfell, mit dem Drum-Stick getroffen, löst das Schwingungen aus, die über die Luft zum unteren, dem Resonanzfell, transportiert werden. In der Summe klingt das etwas hohl. Der charakteristisch scheppernde Snare-Sound entsteht erst, wenn der Teppich direkt unter das Resonanzfell gefahren wird. Dann versetzt das Resonanzfell auch den Snare-Teppich in Schwingung, und erst dann hat man den eigentlichen Snare-Sound. 

Wird der Teppich nicht in seine Parkposition versetzt, kann jede Form von Schall dazu führen, dass sowohl das Resonanzfell als auch der Teppich hörbar „mitmachen“, ein Effekt, den man eigentlich nicht haben möchte. Allerdings ist es genau dieses Geräusch, das akustische Drums von Drums aus einem VST-Instrument oder einer Kontakt-Library unterscheiden. Und genau dieses Geräusch erzeugt Snarebuzz.

In der Snare-Sektion können fünf verschieden Modelle ausgewählt werden. Der Tightness-Regler funktioniert wie ein Transienten-Designer und verändert den Attack des Signals. Je weiter der Regler nach rechts gedreht wird, desto mehr klingt der Effekt nach einem Snare-Drum-Hit. 

In der Studiosektion werden über den Regler die Distanz des Mikros zur Snare und der entsprechende Raum eingestellt, es stehen fünf verschiedene Räume zur Verfügung. Interessanterweise ist diese Veränderung auch an der Hintergrundgrafik des Plugins abzulesen. Das zu sehende Mikro entfernt sich bei Betätigung des Reglers ebenfalls von der gezeigten Snare-Drum. Ein wirklich nettes Gimmick.

Zum Schluss gibt es noch ein analoges VU-Meter und zwei Regler für das Mischverhältnis von bearbeitetem und unbearbeitetem Signal und einen Lautstärkeregler für die Kompensation eines möglichen Pegelverlustes.

Sound

Beispiel 1 zeigt einen Akustik-Drum-Loop, der gut klingt, aber auch ein bisschen brav wirkt. Snarebuzz soll das ändern.

Beispiel 2 ist dann der gleiche Loop, aber mit etwas mehr Schmutz. Ich habe den Effekt sehr dezent dazu gemischt und man muss wirklich sehr aufmerksam nach ihm suchen. Falls du ihn nicht findest, höre dir im Vergleich nochmal das erste Beispiel und anschließend wieder das zweite an. Gut ist, dass Snarebuzz auch auf die Hits der Kick reagiert, das verstärkt den realistischen Klang.

In Beispiel 3 habe ich den Effekt dann etwas deutlicher werden lassen. Außerdem habe ich ein anderes Snare-Modell und eine andere Mikroentfernung gewählt. Dadurch ist das Ganze etwas luftiger.

Beispiel 4 simuliert dann das, was jeder Keyboarder bei einem Klaviersolo im Proberaum hört. Der Snare-Teppich reagiert natürlich auf jede Art von Schall, nicht nur auf Drums.

Fazit

Snarebuzz von Wavesfactory ist nicht mehr als ein kleines Audio-Tool, das einfach Spaß macht. Es ist liebevoll programmiert und bietet sehr viele Einstellmöglichkeiten. Die Optik ist ebenfalls sehr ansprechend und die Idee mit dem flexiblen Mikro in der Hintergrundgrafik wirklich eine gute Idee. Nicht zu unterschätzen sind die klanglichen Möglichkeiten des Plugins im Lo-Fi-Einsatz, denn auch mit Snarebuzz kann man einem Signal Charakter verleihen. Schaltet man außerdem einen Hall dahinter, entstehen tolle Sounddesignmöglichkeiten. Und es kostet eben nichts, warum also nicht

  • Pro
  • sehr flexibel durch viele Einstellmöglichkeiten
  • tolles GUI
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • simuliert die Schwingungen eines Snare-Teppichs
  • nutzt psychoakustische Effekte
  • fünf verschieden Snare- und Raum-Samples
  • Regler für Tightness, Mic Distance, Mix und Output
  • Preis
  • kostenlos

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