Software
Test
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18.10.2016

Praxis

Liquid Music in der DAW insertieren

Liquid Music erzeugt keine Klänge, sondern steuert virtuelle bzw. externe Klangerzeuger. Dazu wird es als MIDI-Plug-in in die gewünschten Spuren insertiert. Das Interface ist zwar skalierbar, möchte man jedoch die gesamte Bedienoberfläche erreichen, nimmt Liquid Music fast den gesamten HD-Bildschirm ein. Übrigens: Den Import von MIDI-Files unterstützt bislang nur die Max-for-Live-Version. Eine entsprechende Funktion für VST und AU ist in Vorbereitung.

Von der Skizze zur Komposition

Ob man zuerst eine Skizze zeichnet oder vorher Grundton und Akkordfolge auswählt ist egal. Ich beginne mit der Skizze und höre mir die Figur an.

Zugegeben, das klingt zunächst langweilig, hat aber folgende Gründe: Die Software generiert zunächst Viertelnoten, die entsprechend meiner Skizze gesetzt werden. Da ich vorher weder Tonart noch Akkordfolgen ausgewählt habe, verläuft die komplette Melodie durchgehend in C-Dur. Ich wechsle die Tonart in f-Moll und wähle den Chord Sequencer, um mir die Akkordfolge zusammenzustellen.

Ich wähle als Stimmung "melancholy", woraufhin nur noch passende Akkorde angezeigt werden, die ich mir dann zusammenstellen kann. Das ist übersichtlich strukturiert und lässt sich leicht handhaben. Alle Änderungen sind in der Pianorolle ersichtlich.

Rhythm

Um der Skizze Rhythmik zu verleihen, geht es in die Rhythm-Sektion. Hier gibt es jeweils acht Fader für Dauer, Anschlagstärke und Groove. Jeder Fader steht für eine Note im Takt. Hinzu kommt ein „All“-Fader, mit dem alle Noten eines Taktes gleichzeitig beeinflusst werden. Benutzt man beispielsweise den zweiten Fader bei „Duration“, werden alle zweiten Noten eines Taktes verkürzt bzw. verlängert. Die betroffenen Noten werden zuvor in der Pianorolle gelb hinterlegt. Die Rhythmusjustierung ist gut gelöst, artet aber schnell in Fummelarbeit aus.

Daher macht die Arbeit mit Presets wesentlich mehr Spaß, zumal sie aussagekräftig betitelt sind. Möchte man eine Spur für Synthesizer-Pads schreiben, die oft eine längere Einschwingphase haben, bietet es sich an, lange Noten zu generieren, die bis zum nächsten Akkordwechsel gehalten werden. Hier zu hören im Rhythm-Preset „All Whole Notes“.

Voice und Arpeggiator

Standardmäßig generiert Liquid Music Dreiklänge. Möchte man die Sache interessanter gestalten, lassen sich mit wenigen Klicks Stimmen hinzufügen (oder wieder entfernen). Dazu muss man lediglich die „On-/Off-Buttons“ der weiteren Stimmen betätigen. Dem Synthi-Pad wird somit im Handumdrehen etwas Färbung verliehen. 

Lädt man Liquid Music in eine Bassspur und stellt die identische Tonart und Akkordfolge ein, lassen sich die zweiten und dritten Stimmen deaktivieren. Jetzt noch ein Rhythmus-Preset wählen und eine neue Skizze zeichnen, schon entsteht eine Bassline oder ein Lead.

Unter Voice befindet sich der Arpeggiator. Er ist mit reichlich Presets ausgestattet und bietet in Kombination mit den hinzuschaltbaren Stimmen und den Rhythm-Presets nahezu unendliche Möglichkeiten. 

Presets

In Liquid Music gibt es auch Master-Presets für alle Sektionen, kategorisiert mittels Attribut-Browser. Ideal fürs kreative Loch. Das Schöne: Die einzelnen Sektionen lassen sich per Häkchen aktivieren bzw. deaktivieren. Toll, wenn man Tonart und Akkordfolge schon hat, aber Inspiration bei Voicing und Rhythmus sucht.

Import und Export

Wer bereits ein MIDI-File hat und es in Liquid Music ausarbeiten möchte, steht zumindest in der VST- und AU-Version auf dem Schlauch, denn nur die Max for Live-Variante für Ableton Live unterstützt den Import bisher. Laut Herstellerangaben ist eine Import-Funktion für VST und AU jedoch in Entwicklung.

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