Hersteller_Warm_Audio
Test
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24.09.2013

Praxis

Falsch machen kann man in der Bedienung jedenfalls rein gar nichts; die roten Status-LEDs sind ein willkommenes Feature – nicht zuletzt, da unabsichtlich aktivierte Phantomspeisung unter bestimmten Umständen gar gefährlich für das angeschlossene Equipment sein kann. Insofern darf hier folgendes Motto gelten: Anschließen, loslegen, freuen!

Insbesondere letzteres Wort überrascht nicht, denn bei einer solch simplen Schaltung, die sich zudem der genannten Qualitätskomponenten bedient, kann man auch als Hersteller eigentlich nicht viel verkehrt machen. Der WA12 präsentiert sich mit einem sehr kernigen, direkten, punchy Ton, der stabil vor den Monitorboxen steht und ganz gewiss im Mix nicht untergehen wird. Schon der klassische API 312 zählt nicht zu den molligsten Vertretern seiner Zunft, insofern sollte man sich vom Herstellernamen „Warm Audio“ nicht in die Irre führen lassen. Ich würde den Klang des WA12 keineswegs als dünn und drahtig bezeichnen, aber breit und rund ist doch noch eine andere Kategorie. Aber das ist kein Wunder und auch keine Kritik, da eben das Vorbild des WA12 – wie übrigens die gesamte API-Palette – für ihren direkten, tighten und konturierten Ton gerühmt wird und eben nicht für wattig-weiches Klangschmeicheln.

Aus diesem Blickwinkel ist das Klangverhalten des WA12 nur konsequent, und das zeigt sich um so mehr, wenn man das Input-Pad aktiviert, die Vorverstärkung weiter ausfährt und damit das mittig-dichte Klangverhalten des Warm-Audio-Preamps noch stärker hevorkitzelt. Auch die Tone-Schaltung macht sich in bestimmten Anwendungssituationen als mal sehr subtile, mal deutlichere Soundvariante bezahlt. Es kommt hier sehr auf das Zusammenspiel mit dem jeweilig angeschlossenen Equipment an, wobei als Faustregel gilt, dass dynamische Mikros (wozu auch Bändchenmikrofone zählen) hier sensibler reagieren als ihre Kondensator-Counterparts.

Auch wenn der WA12 ingesamt sehr klar, druckvoll und punchy klingt, zählt er (wenig verwunderlich bei den Ingredienzen) nicht zu den transparentesten Preamps am Markt. Aber das ist hier eher Feature als Bug, den cleanes Gain lässt sich heute viel einfacher herstellen als eine angenehme Klangfärbung, die dennoch nicht zu dick aufrägt – und genau die liefert der WA12.

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