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Test
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11.05.2021

Walrus Audio Polychrome Test

Analoges Flanger-Pedal

Verwandlungskünstler

Mit dem Walrus Audio Polychrome bietet die US-Pedalschmiede erstmals ein Flanger-Pedal in ihrem Portfolio an. Im Detail haben wir es dabei mit einem analogen Flanger zu tun, der sich am Design des schon länger erhältlichen Walrus Audio Julia Chorus und Lillian Phasers orientiert. Zwei verschiedene Grundklänge und drei unterschiedliche LFO-Wellenformen suggerieren beim Polychrome schon vorab eine gewisse Vielseitigkeit.
Und natürlich möchte der Hersteller sowohl mit der Namensgebung als auch mit dem bunten Leguan auf dem Gehäuse den farbenfrohen Ansatz dieses Flangers verdeutlichen.

Nachdem uns Walrus Audio in seiner Mako-Serie zuletzt Pedale mit Stereosignalführung präsentierte, setzt der Polychrome wieder auf den klassischen Monobetrieb. Ob das Pedal seinem Anspruch gerecht wird, vielfarbig agieren zu können? Finden wir es heraus!

Details

Lieferumfang/Gehäuse

Geliefert wird der Polychrome Flanger in einem kleinen Stoffsäckchen, das ihn bei der Lagerung vor Staub schützt. Im Karton befinden sich außerdem Werbematerialien des Herstellers inklusive eines Plektrums. Das in den USA gefertigte Pedal misst 64 x 125 x 59 mm und bringt leichte 293 g auf die Waage. Wie von Walrus Audio gewohnt, präsentiert sich auch dieses Pedal absolut tadellos verarbeitet.

Anschlüsse

Der Walrus Audio Polychrome Flanger wurde ganz offensichtlich für den klassischen Pedalboard-Alltag konzipiert und verfügt demzufolge über eine einfache Mono-Signalführung. Die beiden Anschlussbuchsen und auch der Netzteilanschluss befinden sich dabei an der Stirnseite. In puncto Stromaufnahme benötigt das Pedal mindestens 100 mA und kann ausschließlich mit einem 9V-Netzteil versorgt werden, das nicht Teil des Lieferumfangs ist.

Bedienelemente und Funktionen

Ein erster Blick auf die Oberseite des Pedals offenbart fünf Potis, zwei Kippschalter und einen Fußschalter. Der Polychrome Flanger arbeitet mit einem True-Bypass, wobei das Pedal mit einem sogenannten Soft-Bypass-Fußschalter ausgestattet wurde, der angenehm weich und lautlos agiert. Darüber hinaus bietet der Fußschalter aber auch noch eine Momentary-Funktion. In diesem Fall erklingt der Effekt nur so lange, wie der Fußschalter gedrückt gehalten wird. Stellt man den Flanger also beispielsweise recht offensiv ein, kann der Effekt für kurze Sequenzen quasi als Überraschungsmoment mit nur einem Fußbefehl genutzt werden. Spieler, die schon einmal einen Flanger eingesetzt haben, dürften mit den Potibezeichnungen Feedback, Rate und Depth vertraut sein. Feedback kontrolliert, mit welchem Anteil das verzögerte und modulierte Signal wieder dem Eingang zugeführt wird. Stellt man diesen Parameter zurückhaltend ein, erklingt der Effekt subtiler. Bei hohen Einstellungen dominiert hingegen der Flanger das klangliche Geschehen und kann so auch den typischen Jet-Flanger-Effekt liefern. 

Rate und Depth kümmern sich wiederum um die LFO-Geschwindigkeit (0.1 Hz bis 8 Hz) und die Tiefe der Modulation. Die Funktion D-F-V steht für "Dry, Flanger, Vibrato". Hier kann über das zugehörige Poti das Mischverhältnis stufenlos zwischen dem unbearbeiteten Signal und dem Effektsignal gesteuert werden. Neben klassischen Flanger-Sounds hat das Pedal dabei auch ein Pitch-Vibrato zu bieten. Mehr dazu gleich in der Praxis. Per Sweep-Poti lässt sich außerdem der modulierte Frequenzbereich verschieben. Über den Voice-Kippschalter bietet das Pedal zwei grundlegende Klangfarben an. In der unteren Position erklingt ein eher klassischer Flanger, bringt man den Schalter in die obere Position, wird der Klang insgesamt komplexer. Der zweite Kippschalter ist für die Wellenformen zuständig. Hier hat der Anwender die Auswahl zwischen den Modi Sine (Sinus), Triangle (Dreieck) oder Random (zufällig).

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