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Test
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16.04.2012

Voxengo SPAN Test

Freeware-Analyzer

Beim Voxengo SPAN handelt es sich um einen kostenlosen grafischen Spectrum Analyser nach dem FFT Konzept (Fast Fourier Transform). Das PlugIn steht als AU und VST für Mac und Win zur Verfügung. Mit einem RTAS-Wrapper kann man auch eine ProTools Version erzeugen, das behauptet zumindest das Internet.

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DETAILS

SPAN (Version 2.4.1) visualisiert das Frequenzbild eines Mixes, einzelner Spuren oder auch Instrumentengruppen. Darüber hinaus liefert das PlugIn Informationen zu Lautstärke, zur durchschnittlichen Lautheit (RMS) oder zum Dynamik-Headroom der Pegelspitzen (Crest Factor). Mit dBFS, dBFS+3 und sechs K-Modi können verschiedene Darstellungen des Lautstärke-Pegelmeters gewählt werden. Mit der Option „Hold“ lässt sich eine Momentaufnahme, also quasi ein „Screenshot“ des Frequenzbilds anzeigen, zur Überwachung von Clippings oder der Balance des Stereobildes findet man im rechten unteren Bereich des GUI zwei entsprechende Anzeigen. 

Übrigens: früher war es mal so, dass das GUI relativ groß war und nicht auf ganz auf jeden Bildschirm passte. Besonders Benutzer kleinerer Laptops waren im Nachteil. Voxengo hat hier jedoch nachgebessert, SPAN hat jetzt eine "normale" GUI Größe. Herrlich!

Die Auflösung der Frequenzanalyse-Kurve kann man in vielen Schritten von grob & träge bis zu schnell & fein anpassen. Auch farblich ausgefüllte Kurven sind möglich.

Hier freut sich der Analytiker: Wenn man mit dem Mauszeiger im Frequenzfeld herumfährt, werden immer die X/Y-Koordinaten aus Frequenz/Ton und dB angezeigt. Und wer es noch genauer wissen will, der kann sich die Ansicht mit den Schiebern am Rand aufzoomen. Sogar an Spielkram wie fünf verschiedenen Settings für die grundlegende Farbgebung wurde gedacht.

Kommen wir von der Pflicht zur Kür, denn SPAN bietet außerdem zwei sehr hilfreiche Features. Zum einen kann man während der laufenden Analyse eines Mixes mit einer schmalbandigen Frequenz-Solofunktion per Maus und gedrückter Strg/Apfel Taste durch den Mix fahren, grafisch dargestellt durch eine steile „EQ Glocke“. So hört man sich verdächtige Ausprägungen in der Analyse-Grafik schnell mal separiert an und kommt gewissen Problemverursachern im Mix schnell auf die Schliche.

Ein anderes gutes Feature von SPAN ist, dass er dank seines Multi-Channel Inputs und seiner „Underlay“-Funktion den Frequenzverlauf von zwei unterschiedlichen Signalen gleichzeitig anzeigen kann, und zwar mithilfe zweier Analyse-Kurven, die farblich differieren. Problematische Frequenzüberlagerungen sind so schnell ausgemacht. Bis zu acht Eingänge stellt SPAN theoretisch bereit, ich habe es bei diesem Test jedoch nur geschafft, fünf zu nutzen, und zwar per Surround Channelbus, auf den ich fünf verschiedene Signale mit verschiedenen Surround-Pannings leitete. Das Gleiche funktioniert auch im Stereo-Betrieb, allerdings stehen dort nur zwei Channel-Inputs bereit. Gearbeitet wird dann mit harten links-rechts Pannings der zu analysierenden Signale. Im folgenden Bild sieht man die Analysegrafiken einer Bassdrum (blau) und einer Synth-Bassline (rot) im Surround Mode.

Hier die Graphen einer Bassline (grün, farblich ausgefüllt) und einer hochfrequenten Percussion-Spur (rot). Die Darstellung verwendet den trägen Mastermodus, die Kurven sind entsprechend grob gezeichnet. Das RMS-Spektrum der Bassline wird mit dem hellgrünen Graphen dargestellt, die dunkelgrüne Kurve (2nd Spectrum) gibt Auskunft über ihre Peaks (Maximalwerte).

Die Multi-Channel Inputs von SPAN können jedoch immer nur Mono-Signale verwenden. Für Bassdrums und Bässe reicht das aber in der Regel. Und gerade im Bassbereich, in dem es ja bekanntlich gerne zu mixtechnischen Problemen kommt, dürfte die vergleichende Underlay-Funktion sicherlich bevorzugt zum Einsatz kommen. Voxengo SPAN kann darüber hinaus auch zur Analyse von Mitte-Seite-Mischungen genutzt werden. Da ich auf diesem Gebiet aber alles andere als ein Experte bin, will ich es bei dieser Information belassen.

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