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01.11.2020

Versorgung mit Audio-Chips gefährdet!

Was bedeutet der Brand bei AKM für die Verfügbarkeit von Audio-Interfaces & Co.?

Sorge nach Feuer bei Asahi Kasei Microsystems in Nobeoka, Kyushu

Es passiert ab und an, dass irgendwo auf der Welt eine Fabrik brennt. Ende Oktober 2020 war es allerdings eine, deren Wichtigkeit für die Pro-Audio-Branche wie für die HiFi-Branche nicht hoch genug eingeschätzt werden kann: Das zentrale Chip-Herstellungswerk von Asahi Kasei Microsystems (kurz: AKM) in der Stadt Nobeoka (Präfektur Miyazaki) im Osten der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln, Kyushu, ist durch ein schweres Feuer schwer geschädigt. Glücklicherweise wurde weder jemand verletzt noch getötet. Allerdings soll es über 80 Stunden gedauert haben, bis das Feuer gelöscht war, wie verschiedene japanische Medien berichteten.

Die Auswirkungen auf die Audiobranche sind immens. Es gibt viele Hersteller, die bei der Analog-Digital- und bei der Digital-Analog-Wandlung auf die Chips des angesehenen Herstellers setzen. Merging Technologies, Millennia und SSL setzen AKM-ADDAs ein, natürlich noch viele mehr. Nach unserem Kenntnisstand sind es auch deutsche Firmen, allen voran SPL und RME, die AKM-Wandler verbauen. Millennia Media beispielsweise nannten dem Portal Prosound, dass sie schon Preissteigerungen bei Chips von über zweihundert Prozent feststellen konnten.

Es wird wohl ein halbes bis ein Jahr dauern, bis die Produktion wieder anlaufen kann. Es ist also zu befürchten, dass es auch für Kunden Preissteigerungen geben wird, eventuell ist auch mit schlechterer Verfügbarkeit bestimmter Produkte zu rechnen. Einige Unternehmen werden möglicherweise umdisponieren und einige Produkte umdesignen müssen, um Wandler anderer Hersteller verwenden zu können.  

Zweifelsohne ist das ein schwerer Schlag für die Audiobranche. Die Pandemie hat schließlich schon negative Auswirkungen auf die Supply Chains, was die jetzige Katastrophe wirklich bedeutet, wird sich wohl erst in den nächsten Wochen und Monaten vollständig zeigen. Wie es aussieht, sind weniger Einsteiger-Audio-Interfaces und andere preiswertere Geräte von Massenherstellern betroffen, sondern eher hochwertige Geräte, deren Hersteller nicht selten auch nach eigenen Spezifikationen im Werk in Kyushu fertigen ließen.

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