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Test
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29.05.2015

Universal Audio Apollo 8 Quad (Duo) Test

Thunderbolt 2 Audio-Interface mit DSP-Beschleunigung

UAs erfolgreiches Audio-Interface goes Thunderbolt 2

Mit der neuen Apollo Range stellt Universal Audio (UA) drei umfangreich ausgestattete Audio-Interface (Apollo 8, Apollo 8p und Apollo 16) vor, die viele Optionen, reichlich Anschlussmöglichkeiten, DSP-Beschleunigung, sowie – je nach Modell – reichlich Preamps bieten. 

Augenscheinlich ist man vom Alu-Look abgekommen: Alle Interfaces sind jetzt schwarz. Das scheint der neueste Trend zu sein, wie wir ihn auch bereits bei Apogees Pro Tools Duet, Pro Tools Quartet und Ensemble Thunderbolt beobachten konnten. Wie letzterer Kandidat ist unser heutiger Testkandidat „Mac-only“, weil er ausschließlich auf Thunderbolt 2 setzt. Über dieses Interface sind aber auch bis zu vier Einheiten kaskadierbar, was für das mitwachsende Studio natürlich nicht schlecht ist – zumal sich die DSP-Power damit auch vergrößert. Wir haben das Ganze einmal in der Praxis ausprobiert!

Details

Allgemeines

Das Universal Audio Apollo 8 ist ein 18-In/24-Out-Audiointerface mit Thunderbolt-2-Anschluss, welches auf 19-Zoll Rackbreite und einer HE reichlich Optionen bietet. Ferner verfügt es über eine interne DSP-Beschleunigung zur Berechnung reichlich vorhandener, proprietärer und käuflich zu erwerbenden UAD-2 Effekten. 

Da unser Kandidat mit dem Namenszusatz Quad versehen ist, haben wir es hier mit vier DSP-Chips zu tun. Es ist aber auch eine günstiger Variante mit zwei Chips erhältlich, diese nennt sich dann Apollo 8 Duo. Weiterhin gibt es das Apollo 8p, was über acht Preamps (anstatt der bei unserem Testkandidat vorhanden vier Vorverstärker) verfügt. Dieses ist ebenfalls als Quad- und Duo-Variante lieferbar. 

Außerdem ist eine „Apollo 16“-Variante lieferbar, die keine Mic-Pres besitzt, dafür aber Line-I/Os und MADI bietet. Das Apollo 16 gibt es übrigens ausschließlich als Quad-Variante. 

Alle Geräte wandeln mit maximal 192 kHz und 24 Bit. Das schwarze, pulverbeschichtete Gehäuse vermittelt dabei einen äußerst soliden Eindruck. Das getestete Apollo wiegt rund 4,4 kg und misst von den Rack-Ohren aus inklusive Anschlussbuchsen 33 cm in die Tiefe. 

Acht analoge Eingänge, viele Funktionen

Das Apollo 8 besitzt vier „Unison“ Mic-Preamps mit maximal 65 dB Gain auf der Rückseite. Das besondere daran ist, dass sie, basierend auf einem entsprechenden UAD-2 Preamp Plug-In, teilweise die Impedanz ändern. Ferner sind sie mit verriegelbaren Combo-Buchsen (XLR/TRS) ausgestattet, so dass auch Line-Quellen auf großer Klinke angeschlossen werden können. Zusätzlich bietet das Interface zwei weitere dedizierte Instrumenten-Eingänge (Hi-Z), welche anstelle der Combo-Eingänge 1/2 verwendet werden können. Diese werden aktiv sobald man ein Kabel an der Front einsteckt. 

Der XLR-Eingang ist selbstverständlich für Mics vorgesehen, der Klinkenanschluss (TRS) wiederum für Line-Signale, wobei bei beiden das Gain stufenlos eingestellt werden kann. Die Preamp-Stufen können für die Line-Ins 1-4 aber auch gebypassed werden, um direkt in die Wandler zu gehen. Die Instrumenten-Eingänge, die Line-Ins und auch die Mic-Ins verfügen sowohl über eine Phasendreh-Funktion als auch über einen Low-Cut. Die Mic-Ins weisen außerdem eine Phantomspeisung und PAD-Funktion auf. 

Umgeschaltet wird in der Software oder am Gerät, wobei sogar für die Zusatzfunktion Low-Cut, Pad, +48V und Phase sowie für das Linking zweier Kanäle einzelne Taster am Gerät vorgesehen sind. Mittels eines beleuchteten Push-Encoders wird das Gain eingestellt, der Push-Befehl wiederum wechselt sequentiell durch die ersten vier Eingänge. 

Zu diesen ersten vier multifunktionalen und analogen Eingängen gesellen sich auf der Rückseite außerdem vier weitere analoge Eingänge, welche nun ausschließlich als symmetrische Klinkenbuchsen vorliegen. Sie lassen sich unkompliziert in ihrer Empfindlichkeit zwischen dem -10dBV- und +4dBu-Bezugspunkt von der Software aus umschalten.

Vierzehn analoge Ausgänge, Monitor-Controller inklusive

Ausgangsseitig gibt es zehn analoge Line-Ausgänge, wobei ein Paar davon als Monitor-Out deklariert wurde. Hier kann man idealerweise seine Nahfeld-Speaker anschließen und  komfortabel mit dem zweiten großen Push-Encoder in der Lautstärke regeln. Der Push-Befehl mutet hierbei den Lautsprecher-Ausgang. 

Dabei muss es aber nicht bleiben und man kann auch noch zwei weitere Line-Out-Paare für den Anschluss einer zweiten bzw. dritten Abhöre konfigurieren. Umgeschaltet wird dann komfortabel mit dem ALT-Taster an der Front. Ferner sind auch ALT2, DIM- und Mono-Funktionen verfügbar, die sich auf die FCN-Softkey-Taster legen lassen. So spart man sich möglicherweise den Monitor-Controller.

Auf der Front finden wir außen rechts zwei Kopfhörerausgänge, die über individuelle Lautstärkeregler verfügen und selbstverständlich getrennt adressierbar sind (Cue1 und Cue2). Im Default-Setting spiegeln sie den Main-Out bzw. Monitor-Out. Ferner lassen sich zwei weitere Cues hinzufügen, welche dann aber über die Line-Outs abgegriffen werden sollten.

Metering-Optionen auf der Front 

Unschwer sind auf der Front natürlich auch reichlich LEDs zu erkennen, welche für die entsprechende Metering-Visualisierung sorgen und ferner Statusinformationen wie Samplerate und Clock-Source anzeigen. Mit dem Meter-Taster kann man die linken acht der acht 10-Stufen LED-Meter von den Eingängen auf die Ausgängen umschalten. Auf der rechten Seite des beleuchtetet UA-Logos finden sich außerdem LED-Ketten für den Monitor beziehungsweise den Main Out.

Zusätzliche digitale Schnittstellen

Zählen wir die analogen I/Os zusammen, kommen wir auf 14 analoge Ausgänge und acht analoge Eingänge. Doch das ist längst nicht alles, denn dazu gesellen sich ein koaxialer S/PDIF I/O, sowie zwei ADAT I/Os. Diese sind jedoch nicht separat nutzbar, sondern nur für den S/MUX-Betrieb geeignet. Bei 44,1 kHz spiegelt der zweite ADAT also einfach den ersten ADAT. Somit kommen wir auf insgesamt zehn digitale Ein-und Ausgänge bis 96 kHz. Bei noch höheren Samplerates verringern sich die digitalen Eingänge entsprechend. 

Um unseren Überblick der Rückseite abzuschließen, sei noch auf den Wordclock I/O verwiesen, sowie die zwei Thundebolt-Buchsen gemeldet. Diese sind nötig, um das Gerät zu kaskadieren, wobei hier bis zu vier Interfaces und bis zu sechs UAD-2-Geräte zusammen geschlossen werden können. In diesem Zusammenhang etwas schade ist allerdings die Tatsache, dass sich kein entsprechendes Thunderbolt-Kabel im Lieferumfang befindet, zumal diese nicht wirklich günstig sind und entsprechend nicht in Unmengen wie USB-Kabel zu Hause rumliegen. Allerdings ist das bei fast allen Thunderbolt-Interfaces der Fall. Apple scheint wohl keinen Mengenrabatt zu gewähren.

Last but not least findet sich links der vierpolige XLR-Anschluss für das mitgelieferte, externe Netzteil, was sich mit Spannungen zwischen 100 V und 240 Volt versteht. 

Mitgelieferte Software

Jedes Apollo-Interface verfügt über eine üppige Software-Console, die ihren Namen alle Ehre macht: Sie sieht wie ein richtiges Mischpult aus und verhält sich auch so. Hier können bis zu vier Inserts pro Kanal plus Unison-Preamp-Effekt, zwei Auxe und vier Cues genutzt werden. Bei den Effekten bedient man sich selbstverständlich bei dem UAD-2 Angebot, wobei man beim Kauf des Apollo 8 momentan folgende Plug-Ins noch mit dazu erhält: 

Was die Software im Detail kann, wie sie sich bedienen lässt und wie das Ganze am Ende klingt, das klären wir im Praxis-Teil! 

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