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14.10.2021

United Studio Technologies UT FET47 Test

Clone des Neumann U47 FET

47: FET(T) oder nicht?

Der amerikanische Mikrofonhersteller United Studio Technologies hat sich mit dem UT FET47 an einen wahren Klassiker herangewagt. Der Nachbau ist für einen deutlich geringeren Preis als das Original zu haben, soll dabei aber keinerlei Abstriche in Sachen Sound machen. Bei der Bezeichnung U47 dürften wohl die meisten Tonschaffenden mit der Zunge schnalzen, denn hier haben wir es mit einem Mikrofonklassiker zu tun. Das Kürzel FET weist im darauf hin, dass es sich beim Clone um den Nachfolger des ursrünglichen U47 handelt, das ohne Röhre, stattdessen aber mit einem Feldeffekttransistor betrieben wird. Von 1969 bis 1986 wurde das Neumann-Original hergestellt und wird seit einigen Jahren erneut gefertigt – hier ist der Testbericht des Neumann U47 FET.

Details

Bislang einziges Produkt

Das United Studio Technologies UT FET47 ist das derzeit einzige Produkt der amerikanischen Mikrofonmanufaktur – und wird zu einem ausgesprochen attraktiven Preis angeboten. Es soll dem Original nach eigenen Aussagen sehr nahe kommen. Ganze zwei Jahre Entwicklungszeit seien nötig gewesen, um das auch optisch ziemlich eng an den Klassiker angelehnte UT FET47 in Serienreife produzieren zu können. Es kostet im Vergleich zum Neumann U47 FET nur etwa ein Drittel. Klingt es auch entsprechend „billiger“ oder kann es mit dem Original mithalten?

Metallbügelhalterung

Das UT FET47 wird sicher in einem schlichten Karton geliefert, in dem sich eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und ein Hinweis befindet, dass auf der Website des Herstellers weitere Informationen zum Produkt bereitstehen. Wie beim Original besitzt auch unser Testmikrofon den auffälligen Metallbügel, mit dem es sich mit einem Mikrofonständer verbinden lässt.

Maße und Schalter wie beim Original

Seitens der Verarbeitung gibt es bei dem aus Messing gefertigten und mit Nickel beschichteten Body rein gar nichts zu bemängeln. Nimmt man das Mikrofon in die Hand, macht einen ausgesprochen wertigen und robusten Eindruck. Die massive Ausführung schlägt sich natürlich auch auf das Gewicht nieder, denn das UT FET47 bringt ganze 783 Gramm auf die Waage und ist in puncto Abmessungen mit dem Original quasi identisch. Die Vorderseite lässt sich dank der eingravierten Nieren-Richtcharakteristik und der Raute mit dem United-Schriftzug leicht identifizieren, die Rückseite besitzt wie beim Original zwei versenkt angebrachte Schieberegler, die jeweils einen High Pass bei 75 Hz und ein 10dB-Pad aktivieren. Leider lassen sich diese bei unserem Testmikrofon wie beim Original nur mit einem schmalen Hilfsmittel wie einem Schraubenzieher verstellen.

Einzig die Kabelklemme im Bügel fehlt im Vergleich zum Neumann, was sich aber leicht verschmerzen lässt. Die mit 24-karätigem Gold beschichtete XLR-Ausgangsbuchse befindet sich wie gewohnt auf der Unterseite, die auf den Outputschalter verzichtet. Viel mehr gibt es von außen betrachtet auch gar nicht zu berichten.

Innereien

Um einen Blick in das Innere des UT FET47 werfen zu können, müssen ein paar Schrauben auf der Unterseite gelöst werden. Ein „Custom Wound“-Cinemag-Ausgangstrafo wurde verbaut und lässt mich dem Praxisteil entgegenfiebern.Die K47-Kapsel ist eine in enger Zusammenarbeit mit Eric Heisermann entstandene Doppelmembrankapsel mit sechs Mikrometern dicken und mit Gold besputterter Mylar-Membranen.

Einsatzgebiet

Fragt man erfahrene Toningenieure und Produzenten nach deren Lieblings-Allroundmikro, fällt in vielen Fällen das Kürzel U47 FET – aus gutem Grund: Ein solches Mikrofon „nur“ vor eine Bassdrum zu stellen, würde ihm gar nicht gerecht werden, denn es kann mindestens genauso bei Gesang oder Akustikgitarre überzeugen, was ich im folgenden Praxisteil beweisen möchte.

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