Hersteller_Ultrasone
Test
2
25.11.2013

Ultrasone Signature Pro Test

Studio-Kopfhörer

Edles Understatment

Ultrasone baut gerne Kopfhörer – das sieht und hört man… nun, in diesem Fall hört man es besonders. Der Signature Pro kommt rein optisch - entgegen den sonst üblichen Avantgarde-Auftritten in dieser gehobenen Preisklasse – auf den ersten Blick sehr unscheinbar daher. Das war selbst bei den „günstigeren“, ebenfalls im Rahmen unseres Testmarathons getesteten, Ultrasone Pro 750 und Pro 900 nicht unbedingt der Fall.

Überraschend introvertiert und mit einer angenehmen Schlichtheit offenbart das hochwertige Handarbeits-Design seine Qualitätsdetails erst auf den zweiten Blick oder besser gesagt, den ersten haptischen Kontakt. Schickes und in diesem Fall sogar recht teures Understatement - ich mag das! Letztlich entscheidet aber der Klang und auch ob ein High-End Kopfhörer in dieser Preiskategorie allen professionellen Erwartungen gerecht wird. Schauen wir ihn doch mal genauer an!

Details

Bauweise

Der Ultrasone Signature Pro ist ein dynamischer und geschlossener Kopfhörer. Die ovalen Ohrmuscheln umschließen das Ohr knapp, liegen bei „normal großen“ Ohren aber dennoch nicht auf. Die Ohrmuscheln lassen sich außerdem sehr flexibel kippen und drehen - im Gegensatz zu dem Ultrasone 750 und dem Ultrasone 900 ist dieser Kopfhörer sogar auf eine deutlich kompaktere Größe zusammenklappbar.

Das Gewicht des robusten und griffig-soliden Boliden beträgt ohne Kabel 314 Gramm und liegt damit im Durchschnitt. Beispielsweise bildet er neben Beyerdynamic die Mittelklasse der Halbschwergewichte unseres Testmarathons. Die Abschirmung gegenüber der Außenwelt ist deutlich höher als bei den anderen beiden Ultrasone-Modellen und auch im Umfeld des Marathons gut. Ergo dringt wenig Schall nach außen, was ihn auch für Recording-Zwecke prädestiniert. Die Mu-Metall Abschirmung gegen elektromagnetische Strahlung, die von den Schallwandlern selbst ausgeht, wurde hier wie bei den anderen Modellen natürlich ebenfalls verbaut.

Verarbeitung

Der Kopfhörer ist robust und dezent in Schwarz gehalten. Das Design ist weitestgehend schnörkellos und unauffällig gehalten. Die mechanischen Teile wirken solide und sind denen der anderen getesteten Ultrasones recht gleich.

Die Ohrpolster und das Kopfband sind aber minimal „anthraziter“ und sogar aus echtem Leder anstatt aus dem üblichen Plüsch. Es stammt übrigens von äthiopischen Langhaarschafen, die in Frankreich gezüchtet werden. Ein weiterer Hingucker ist die Abdeckung an den Seitenteilen aus geschliffenem Einscheibensicherheitsglas, was das Logo beschützt. Das Kabel wird mittels K-Bajonett-Verschluss am Kopfhörer verriegelt.

Mitgelieferte Kabel und Co.

Das schicke Gerät kommt – wie es zum guten Ton bei Ultrasone gehört – in einem großen, rechteckigen und robusten Koffer aus Kunstleder nach Hause. Öffnen und schließen lässt sich das Ganze dabei wieder mit einem Reißverschluss. Diesmal bietet der Lieferumfang aber nur glatte Kabel, keine Spiral-Versionen.

Das Anschlusskabel mit dem großen 6,3 mm Klinkenstecker von Neutrik ist 3 m lang, das kürzere Kabel mit dem abgewinkelten 3,5 mm Neutrik-Klinkenstecker hingegen ist 1,5 m lang. Alle Stecker sind selbstverständlich vergoldet. Wie bei den anderen Ultrasone-Modellen (Pro 750 und Pro 900) zuvor auch, gibt es 5 Jahre Herstellergarantie. Nur auf Ersatzohrpolster und die CD mit Audiobeispielen muss man hier leider verzichten.

Technik und Kennzahlen

Der Übertragungsbereich wurde mit 8 Hz bis 42 kHz angegeben, leider finden sich nur wieder einmal keinerlei Angaben zu dem Abfall an den Grenzfrequenzen. Die Impedanz liegt bei äußerst geringen 32 Ohm, an einem MP3-Player lässt er sich also auch laut betreiben. Der Kennschalldruck beträgt hingegen 98 dB und damit 2 dB mehr als beim Ultrasone Pro 900 und 4 dB mehr als beim Pro 750. Je teurer desto höher der Wirkungsgrad, möchte man fast meinen.

Die 40 mm Wandler wurden auch hier, wie in der Pro-Serie, Titan-beschichtet, was die Steifigkeit der Membranen erhöht und Überlagerungen durch Minimierung der Nachschwing-Phasen der Treiber verringert. Wie in vielen anderen Ultrasone-Kopfhörern kommt auch hier die S-Logic Plus Technologie zum Einsatz: Die dezentrale Anordnung der Schallwandler erzeugt dabei ein natürlicheres räumliches Klangbild, weil das Außenohr in den Hörprozess mit eingebunden wird.

Ultrasone gibt weiterhin an, dass dank dieser Technologie bei gleich empfundener Lautheit auch mit ca. 3 dB bis 4 dB weniger Schalldruck gearbeitet werden kann, als dies bei einem herkömmlichen Kopfhörer ohne S-Logic Prinzip der Fall gewesen wäre. Eine spezielle MU-Metall Abschirmung schützt den Hörer außerdem vor elektromagnetischen Strahlungen.

Weitere Werte zur Empfindlichkeit und der maximalen Nennbelastbarkeit bleibt Ultrasone aber schuldig.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare