Test
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05.02.2016

Praxis

Als Fan von Utensilien, mit denen man schnell den Drumsound manipulieren kann, freue ich mich auf den Praxistest der Ufip Effekte. Wie erwartet, lautet die Devise hier: drauflegen und los spielen. Zwei Eigenschaften teilen sich die Instrumente: Da wäre zunächst der Dämpfeffekt durch das schlichte Auflegen zusätzlicher Masse. Snaredrums verlieren dadurch einen Großteil der vom Rand kommenden Obertöne, Becken werden im Grundsound deutlich kontrollierter und kompakter. Gleichzeitig addieren die Schellen Obertöne, diese sind jedoch von einer sehr dezenten Art. Trotz reduzierter Lautstärke verlieren die Instrumente nicht ihre Brillanz, wie das bei massiver Dämpfung alleine oft der Fall ist. 

Der Snare Clang im Soundcheck

Die Wirkungsweise des Snare Clang ist dynamikabhängig. Ghostnotes klingen tatsächlich sehr gedämpft, geschlossen und trocken, spielt man jedoch kräftige Backbeats, kommen die Schellen ins Spiel. Hier entstehen interessante Kontraste, die an elektronische oder verfremdete Snaresounds erinnern. Toll sind auch die metallisch rauschenden Sounds, die man dem Snare Clang durch direktes Anschlagen entlocken kann. Mein Spaß mit dem Ding wird allerdings nach kurzer Spielzeit jäh unterbrochen, da eine gelöste Vernietung ein Schellenpaar in meinem Studio umherfliegen lässt. Ein nachträglich geordertes Austauschmodell hält bombenfest, trotzdem sollte Ufip vielleicht die Qualitätskontrolle verbessern. 

Ich habe euch natürlich auch ein paar Soundfiles aufgenommen. Im ersten hört die Snare zunächst alleine, dann mit aufgelegtem Snare Clang. Im zweiten File spiele ich einen Groove, wobei ich die Zählzeiten 2+ sowie 3 mit dem Stick auf den Rand des Snare Clang verteile.

Weiter geht‘s mit dem Hat Clang

Als Besitzer des Meinl Ching Rings bin ich gespannt, ob der etwa dreifache Anschaffungspreis des Hat Clangs wohl gerechtfertigt ist. Zunächst stelle ich fest, dass das Ufip Modell offener klingt und mehr Beckenklang zulässt. Hier spielt offenbar die Verwendung eines originalen Beckenteils eine Rolle, mir gefällt der frische Sound jedenfalls sehr gut. Gleichzeitig neigt der Hat Clang allerdings auch eher zur Wanderschaft, wenn er zum Beispiel auf der Glocke eines stärker angewinkelten Ride-Beckens liegt. Auch auf Trommeln sorgt die geringere Auflagefläche für lebendiger klingende Resultate. 

Im ersten Klangbeispiel liegt der Hat Clang auf der Hi-Hat, ich spiele sie zunächst mit dem Stick, im zweiten Teil trete ich die Hats. Auf ein 20 Zoll großes Zildjian A Medium Ride habe ich den Hat Clang im zweiten Soundfile gelegt. 

Im letzten Beispiel hört ihr eine Kombination aus beiden Effekten, wobei der Hat Clang wieder auf der Hi-Hat liegt. 

Die Möglichkeiten sind jedenfalls umfangreich, die Begriffe Hat und Snare in den Typenzeichnungen solltet ihr nur als grobe Anwendungshinweise betrachten, denn die Teile können noch deutlich mehr. So passt der Hat Clang natürlich auch auf kleine Snaredrums und andere Trommeln, der Snare Clang hingegen erzeugt auch auf Becken teilweise grandiose Clänge -  Entschuldigung - Klänge.  Hier ist Experimentieren angesagt!

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