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Test
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16.04.2012

U-HE Tyrell N6 Test

Freeware-Softsynth

Die Entstehung des Software Synthesizers Tyrell Nexus 6 beruhte ursprünglich auf einer Aktion unserer Kollegen von www.amazona.de, die der Synthesizerindustrie den Bau eines neuen analogen Synthesizers nahelegen wollten. Ein komplettes Synthese- und Design-Konzept wurde unter der Regie des Chefredakteurs Peter Grandl und mit Unterstützung des "Moogulators" und vieler User des Online-Magazins ausgearbeitet.

Es fehlte schließlich nur noch ein Hersteller, der den Synthesizer bauen würde, und das ist leider bis heute so. Allerdings erklärte sich der allseits bekannte Entwickler Urs Heckmann (u-he), bereit, eine Software-Version des Tyrell zu kreieren. Und als wäre das nicht schon sensationell genug, gibt es den Tyrell N6 auch noch umsonst. Herunterladbar bei www.amazona.de


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DETAILS

Der Tyrell steht als VST- und AU Stereo-Instrument sowohl für Mac wie für Win zur Verfügung und wartet mit den typischen Bausteinen der analogen Klangerzeugung auf. Optisch ist er sehr übersichtlich gestaltet, was sicherlich kein Zufall ist, schließlich liegt dem Konzept der klar strukturierte Vintage-Synthesizer Roland Juno 60 zugrunde. Trotz der Verbeugung vor diesem ehrenwerten Vorfahren kann der Tyrell aber noch einiges mehr, was die Möglichkeiten und Flexibilität seiner Klangerzeugung angeht. Seine Klangerzeugung ist recht üppig ausgestattet. Als da wären zwei Oszillatoren mit den klassischen Wellenformen und fließenden Übergängen zwischen Sinus, Dreieck, Sägezahn und Puls. Hinzu kommen ein Suboszillator und weißes oder rosa Rauschen. Acht Stimmen können maximal erzeugt werden, mit verschiedene Voice-Stack Modi lässt sich der Sound sehr fett und seifig gestalten. Allerdings wird dafür auch einige Rechenpower verlangt. Der Tyrell lässt sich monophon-, duophon oder polyphon spielen.

Das Filter outet sich mit seinen zwei Betriebsarten LoPass-HiPass-Kombination und Bandpass sowie Flankensteilheiten von 12, 24 oder 36 dB als Individualist. Klanglich würde ich es im audiophilen Mittelfeld einordnen, die Filterresonanz könnte für meinen Geschmack etwas sanfter und gleichmäßiger daherkommen. Ein gutes Feature ist „Feedback“, eine Signalrückführung in den Mixer. Der Mixer wiederum erzeugt bei Maximalwerten der Signale eine sanfte Sättigung. Zwei LFOs, die sich selbst modulieren können und zwei ADSR-Hüllkurven mit den Triggermöglichkeiten Gate, Loop, LFO1 und LFO2 und Velocityansprache und Keyboardtracking runden die Sache ab.

Obendrauf gibt es noch eine Modulationsmatrix, in der man das Modwheel, die Keyboardvelocity und auch Oszillator 1 als Modulationsquellen einsetzen kann. Besonders die Modulationsmöglichkeiten des Tyrell haben es in sich. So können Oszillatoren, Hüllkurven und Filter auf vielfältigste Weise beeinflusst werden. Oszillator-Sync, Oszillator FM und Filter FM sind ebenso möglich wie Modulationen per Aftertouch. Und auch Ringmodulation mit verschiedenen Quellen steht zur Auswahl. Last, but not least soll auch das Analog-Sound-Helferlein „Drift“ lobend erwähnt werden, ein subtiles Verstimmen der Oszillatoren, wie einst bei den Polymodes des Roland Juno. Effekte gibt es keine.

Zur Installation auf meinem Apple Rechner musste ich das AU Component bzw. die VST Datei per Hand in den entsprechenden Ordner legen, das Gleiche galt für die mitgelieferten Preset-Dateien. Beim Test der Software lief alles reibungslos, keine Abstürze, keine Bugs. Schön ist, dass MIDI-Learn per rechter Maustaste leicht einzusetzen ist und alle Parameter bei gedrückter Befehlstaste auf ihren Default-Wert springen. Das begünstigt den ohnehin schon guten Workflow noch einmal! Sämtliche Parameter sind von einer DAW aus automatisierbar.

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