Test
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10.04.2020

Praxis

Schnell in Arrangements eingreifen mit dem Arranger-Track

Teile eines Arrangements können in Waveform 11 problemlos verschoben werden, und zwar ohne die einzelnen Events eines Bereichs zuerst markieren zu müssen. In der Arranger-Leiste wird dazu für einen bestimmten Bereich ein sogenannter Clip erstellt, der für die Übersicht natürlich auch individuell benannt und eingefärbt werden kann. Damit werden automatisch alle Events dieser Region zusammengefasst und können so auch gemeinsam bearbeitet werden.

So können die verschiedenen Clips und die dazu gehörigen Events ganz unkompliziert kopiert, ausgetauscht, überschrieben oder sogar gelöscht werden. Das verspricht viel Erleichterung beim Songwriting, wenn etwa die Struktur des aktuellen Songs umgestellt werden soll. Manchmal muss bei einem Filmmusik-Cue auch einfach plötzlich die Reihenfolge der Elemente geändert werden, nachdem der Film anders geschnitten wurde. Auch hier kann dieses neue Feature eine Zeitersparnis bedeuten.  

Mehr Übersicht durch Edit Overview

Edit Overview soll besonders bei großen Arrangements den Überblick garantieren. Es handelt sich dabei um eine Art Miniaturansicht des kompletten Arrangements. Ein weißer Rahmen zeigt an, an welcher Stelle man sich im Arrangement befindet. Dieser Ausschnitt ist dann auch in der Größe verstellbar, für noch mehr Übersicht.

Dadurch lassen sich auch große Sprünge im Arrangement zielgerichtet und schnell ausführen, denn durch Edit Overview weiß man, wohin genau man navigieren muss. Außerdem reicht ein Maus-Klick an betreffende Stelle in der Overview-Leiste, und sofort folgt die Arrangement-Ansicht dieser Auswahl.  

Individuelle Gestaltung des GUIs

Waveform 11 lässt sich komplett an die grafischen Wünsche der Nutzer anpassen. Hierfür wurde zum einen ein Grafikmanager integriert, der über einen Klick auf das Augensymbol in der rechten oberen Ecke sichtbar wird. Dadurch lassen sich alle grafischen Elemente des GUIs schnell ein- und ausblenden.

Zum anderen ist jetzt so gut wie jedes Fenster entkoppel- und damit frei verschiebbar. Dadurch lässt sich Waveform 11 nun auch auf mehreren Bildschirmen nutzen. So kann zum Beispiel der Mixer auf einen Zweitbildschirm ausgelagert werden und muss während einer Produktion somit nicht ständig ein- und ausgeblendet werden. Individuell eingerichtete Oberflächen können außerdem abgespeichert werden. 

Shortcuts 2.0

Ebenfalls neu ist die Quick Action Bar. Sofern sie eingeblendet ist, lassen sich in dieser Leiste Shortcuts jeglicher Art schnell zugänglich machen. Neue Trigger können erstellt, benannt und farblich gekennzeichnet werden. Und es lassen sich mehrere Listen zu bestimmten Bereichen anlegen. So kann man verschiedene Audiobearbeitungsschritte in einer Audioliste anlegen. Für MIDI-Optionen gibt es dann einfach eine weitere Liste. Außerdem lassen sich bei Waveform auch mehrere Arbeitsschritte in einem Macro-Befehl zusammensetzen und natürlich können auch diese in der Action Bar untergebracht werden. Auch das spart, wenn sinnvoll eingerichtet, wieder enorm viel Zeit beim Arbeiten.

Touch Me

Das Quick Action Window ist besonders für Touch-Oberflächen ausgelegt und vereint die letzten beiden Punkte in einem neuen Feature. Dieses besondere, entkoppelte Fenster zeigt den Mixer und nach Wunsch mehrere Quick Action Bars für die Kontrolle mit einem Touch-Device. Damit lassen sich die wichtigsten Aspekte eines Arrangements bequem mit einem Finger steuern, zum Beispiel vom Sofa aus.

Neue MIDI-Tools

Aber auch der Funktionsumfang von Waveform wurde in Version 11 wieder erweitert, zum Beispiel durch fünf neue MIDI-Tools. MIDI-Monitor listet jedes MIDI-Event mit allen nötigen Informationen und kann einfach auf eine einzelne oder die Masterspur gelegt werden. Durch MIDI-Filter erreichen nicht alle Informationen ein Instrument und so können Teile der kompletten MIDI-Information an verschiedene Klangerzeuger geschickt werden, ähnlich der Split-Funktion bei Keyboards. Während Arpeggiator und Note Repeat selbsterklärend sind, ist besonders Chord Companion interessant.

Von diesem neuen Tool werden besonders Musiker profitieren, die bei den Themen Musiktheorie und „welcher Akkord passt zu welchem“ eher unsicher sind, oder einfach nicht Klavierspielen können. Damit lassen sich selbst komplizierteste Akkorde konstruieren und auf eines der 16 Pads legen. Und selbst Umkehrungen und Oktavierungen sind damit kein Problem mehr. Waveform ist die erste DAW, die so ein Tool in den Funktionsumfang übernimmt. 

Systemstabilität und Plugin Sandboxing

Während auch in Waveform 11 weiter die Laufstabilität der Software verbessert wurde, ist besonders das Plugin Sandboxing interessant. Hinter diesem lustig anmutenden Namen versteckt sich eine geniale Idee. Diese Option kann für jedes einzelne Plugin separat aktiviert werden und verhindert in infolgedessen, dass sich ein abgestürztes Plugin negativ auf die DAW auswirkt, oder zu deren Absturz und einem damit meistens verbundenen Datenverlust führt. Problematische Plugins können reaktiviert oder ersetzt und damit aus dem Arrangement gelöscht werden. Somit gehören DAW- oder gar Systemabstürze der Vergangenheit an.

Sehr viele neue Plugins

Waveform 11 wartet mit 122 (!) weiteren Plugins auf und bietet damit die stolze Anzahl von insgesamt 186 Effekten, Tools und Instrumenten. Neben den bereits erwähnten neuen MIDI- und den weiteren Standard-Waveform-Tools, gibt es darüber hinaus in der Artisan-Collection dutzende Effekte aus den Bereichen Delay, Dither, Distortion, Dynamics, Emulation, EQ, Filter, Imaging, Modulation, Reverb und Utility.

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