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Test
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07.06.2017

Toontrack Alt-Rock EZX Drums Test

EZDrummer 2 Expansion

Die Haare sind lang, die Gitarren hängen tief, die Drums klingen schwer: Alternative Rock, bitte sehr.

Die Experten vom schwedischen Toontrack haben sich dieses Mal auf die 90er Jahre gestürzt und mit Alt-Rock EZX eine Drum Library veröffentlicht, die dem Jahrzehnt des Alternative Rock und all seinen Facetten Tribut zollt.

Und so wirkt die Zusammenarbeit mit Sound Engineer Steve Albini für diese Drum Library selbsterklärend, ist er doch für den Sound diverser Alben von Künstlern wie Bush, The Pixies, PJ Harvey und nicht zuletzt Nirvana verantwortlich. Groß waren die Drum Kits zu der Zeit nicht – der Sound dafür umso wichtiger. Schauen wir also, mit welchen Zutaten der Sound und der Vibe dieser Zeit eingefangen wurde und welche Details dafür wichtig sind. Wie überzeugend die Alt-Rock EZX Erweiterung ist, erfahrt ihr im Test.

Details

Allgemeines

Wie so oft bei Toontracks EZX Libraries erstaunt die Räumlichkeit der Drums. Das fiel schon bei den Tests der Seventies Rock und Big Rock Drums auf und auch bei der Alt-Rock Library zeigt sich das wieder. Beim ersten Anspielen wirkt es, als wurden die Drums in einer großen Halle aufgenommen. Als zweites fällt auf, dass hier „nur“ zwei Drum Kits verwendet wurden. Dafür sind diese aber sehr gut ausgewählt und kommen wieder mit Details um die Ecke, die wirklich Spaß machen. Qualität, nicht Quantität? Schauen wir uns das mal genauer an.

Optik

Keine Überraschung, sondern ein gewohntes Bild ist das GUI-Layout der Alt-Rock Library: Wir stehen hinter dem Drumkit und können jedes Element der Kits, inklusive der Add-Ons wie Timpanis (super!) anschauen, anklicken und auswählen. Das Kit steht in einem Studioraum, was für den richtigen Vibe sorgen soll. Alles sieht eher nach Vintage aus, garniert mit Fußpedalen und einer Fender Jaguar, die man wohl als Reminiszenz an Nirvana verstehen darf, die dieses Modell als Hauptgitarre verwendet haben. Wir sind ja im Alternative Genre, nicht zu vergessen.

Inhalt und Variationen

Die Alt-Rock EZX Library enthält nur zwei Drum Kits, die dafür unterschiedlicher nicht sein könnten: Das erste Kit, ein „Ludwig Club Date“, kommt mit einer kleinen 20“ Kick und passend dazu mit Toms in den Größen 12“ und 14“ daher. Dazu wurden noch zwei Extra Toms gestellt, die wie das Ludwig Kit aus den 60ern stammen, aber nicht zum ursprünglichen Kit gehörten. So gibt es hier noch eine 10“ Rack Tom von Gretsch und eine Ludwig Stand Tom in der Größe 16“, die auch anders lackiert sind. Auch auf solche Details wurde bei der Optik geachtet. Die dazugehörige Snare ist eine 13“ Piccolo von Ludwig.

Das zweite Kit, ein „DW Collector‘s Series“, hat dagegen etwas andere Dimensionen: Die Kick misst stolze 24“, die Rack Toms haben 14“ und 15“, die Stand Toms 16“ und 18“. Bei diesem Kit gibt es ein Tom extra, nämlich das 14“ Rack Tom von Gretsch. Die Snare ist mit 14“ eine Standardgröße.

Beide Kits haben ein jeweils eigenen Satz Becken: Das Ludwig Kit aus der Meinl Bycance Serie, das DW Kit „Paiste Giant Beat“ Becken. Auch hier kommen noch einige extra Becken hinzu, wie zum Beispiel ein 18” Bosphorus Prototype Crash, ein 20” Bosphorus Prototype Crash Ride sowie ein Ride und ein China von Paiste beziehungsweise Istanbul.

Als interessante Add-Ons gibt es zwei Timpanis sowie fünf extra Snares, wobei man eigentlich von vier Timpanis sprechen muss, denn es sind zwei unterschiedliche Sätze. Für Abwechslung im Drum Sound ist also trotz der nur zwei angebotenen Kits gesorgt.

Für Toontrack-Verhältnisse sind relativ wenig Midi Grooves dabei, dafür aber welche mit beziehungsweise für die Timpanis. Wer mehr Midi Grooves braucht, kann zum Midi Pack „Alt Rock Grooves“ greifen, das in dieser Ausführung aber leider nicht inklusive ist.

Sämtliche One Shot Pads wie die Tambourines, Claps, Cowbell und Shaker sind leider bei fast allen EZX Libraries gleich, so auch bei der Alt-Rock EZX Erweiterung. Sie klingen zwar gut, aber auch nicht herausragend.

Handling im Mixer

Wie bei Toontracks EZ Drummer und seinen Libraries üblich, gibt es wenig, was man falsch machen könnte. Man sucht sich ein Drum Kit oder Mix Preset aus, tauscht bei Bedarf noch eine Trommel oder ein Becken aus und legt los. 

Die Bedienbarkeit ist übersichtlich, einfach und intuitiv. Der interne Mixer ist, wie man es schon von anderen EZX Libraries kennt, sehr übersichtlich. Dafür gibt es aber von Preset zu Preset deutliche Unterschiede. Bei den Presets „Rock Tape“, „Alternative One“, Alternative Two“ und dem „Original Mix“ gibt es alleine drei Mics für die Kick (In, Ext. und Sub). Auch die Snare wird mit Top und Bottom aufgenommen. Bei “DW Giant“ gibt es für die Kick zwei Kanäle: Kick und Kick Sub. Die anderen Presets haben nur einen Kanal für Kick und Snare.

Im internen Mixer kann man lediglich die Lautstärke jedes Kanalzugs und das Panorama einstellen. Dafür gibt es dann noch ein paar Effekte, die sich auch von Preset zu Preset unterscheiden. Wie immer haben die Jungs von Toontrack auch hier wieder auf die Bedienbarkeit geachtet: Klickt man den jeweiligen Regler des gewünschten Effekts an, färbt sich der entsprechende Kanalzug orange. Ändert man eine Einstellung, erscheint links oben neben dem Namen des ausgewählten Presets ein kleiner Stern, der anzeigt, dass etwas verändert wurde.

Effekte

Ein paar Standardeffekte sind auch bei dieser EZX Erweiterung dabei: So gibt es bei fast allen Presets die Möglichkeit das Mic Bleed einzustellen. Dankenswerterweise kann man außerdem bei fast allen Presets entweder den Reverb, oder den Sustain der Drums verändern. Das kommt dieser Library sehr zugute – mir persönlich ist der Drum Sound anfangs etwas zu boomy und hallig. Bei „Alternative Two“, „Rock Tape“, „Barking Ludwig“, „Dark Mono Room“ und „DW Giant“ gibt es außerdem noch die Möglichkeit mit einem Kompressor zu arbeiten.

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