Software
Test
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29.03.2019

Tone2 Electra2 Test

Software-Synthesizer

Pompöös


Manchmal kann der Name eines Produktes etwas irreführen. So lässt zum Beispiel Electra von Tone2 eher darauf schließen, dass es sich um einen Synthesizer handelt, mit dem man vor allem in elektronischen Produktionen punkten kann. Und tatsächlich wird auf der Homepage des deutschen Entwicklers auch mit Namen wie Skrillex, Aphex Twin, Alphaville oder DJ Bobo geworben. 

Aber wenn Produzenten aus anderen Musik-Genres das Plug-in benutzen wird klar, dass es sich bei Electra wohl um einen sehr vielseitigen und wandlungsfähigen Software-Synth handeln muss. So nutzen beispielsweise Nick Mira und Kyle Beats, die beide Trap-Beats machen, das Plug-In und Progressive-Metal-Bands wie Dream Theater bekennen sich dazu. Grund genug für uns, mal einen Blick unter die Haube zu werfen.

Details

Allgemeines

Electra ist ab Windows XP im VST2-Format in 32- und 64-Bit sowie  als Stand-alone-Version erhältlich. Für MacOS ab Version 10.5 gibt es das Plug-in im AU- und VST-Format, ebenfalls in 32- und 64-Bit.

Nach dem Kauf von Electra bekommt man eine Lizenzdatei, mit der sich das Plug-in freischalten lässt. Installiert braucht der Software-Synth 440 MB, so viel Platz sollte jede Festplatte noch haben. Die CPU-Auslastung von Electra ist durchschnittlich und sollte für moderne Rechner nicht das geringste Problem sein. Außerdem ist sie durch die klanglichen Möglichkeiten leicht erklärbar. 

Üppiges Soundkonzept

Electra besteht aus vier Klangquellen, Synth 1 bis 4. Diese können einzeln genutzt oder auf jede erdenkliche Art kombiniert werden. Durch einen Klick auf den jeweiligen Namen zeigt das GUI die Parameter des ausgewählten Synths an. Dieser leuchtet dann in der entsprechenden Farbe und färbt zusätzlich Teile des GUIs mit ein, genauso, wie es auch bei Hardware der Fall wäre. Der On-Knopf daneben schaltet die einzelnen Layer ein und aus. Durch die Kombination von vier Einzelsounds, die völlig unabhängig voneinander eingestellt und bearbeitet werden können, lassen sich die komplexesten Klänge zaubern.    

Aber das war noch nicht alles: Jeder Synth besteht für sich wiederum aus jeweils drei Oszillatoren, die ebenfalls einzeln oder kombiniert verwendet werden können. Dazu ist jeder Klangerzeuger mit On-Knopf und Lautstärkeregler ausgestattet. Das macht insgesamt 12 Oszillatoren. Man kann also einerseits einen Oszillator aus einem Synth-Modul nutzen, oder aber bis zu 12 Oszillatoren, die in vier Synths zusammengefasst sind.

Die Auswahl an Wellenformen ist dazu schlichtweg atemberaubend. Es gibt fünf Kategorien, die wiederum aus unzähligen Wellenformen bestehen, alleine unter Custom Wave sind es 267. Auch Wavetables lassen sich laden. Außerdem kann über die Sample-Option eine Audiodatei als Klangerzeuger genutzt werden. Und natürlich kann ein Oszillator über FM-Synthese über einen anderen moduliert, oder mit einem anderen synchronisiert werden. Damit ist das Geheimnis der Vielseitigkeit von Electra bereits gelöst.

Nicht nur schauen, auch anfassen ist erlaubt!

Optisch wirkt das GUI von Electra trotz der vielen Funktionen eher schlank und übersichtlich, das liegt zum einen daran, dass immer nur einer der vier Synthesizer angezeigt wird, zum anderen aber auch an den vielen Displays. Außer dem Browser-Display links oben fungieren alle anderen nicht nur als Anzeige, sondern zugleich aus als Bedienelement. Zum Beispiel werden oben rechts im Plug-in die Parameter des Master-FX angezeigt, während dort gleichzeitig die Werte direkt ausgewählt werden. Ein Klick auf den Namen des Effektss öffnet wiederum ein Menu mit allen 63 (!) Effekten. Bewegt man dann den Mauszeiger auf die Parameter des Effekts, erscheint statt des Zeigers das Fingersymbol. Drag´n Drop ändert den entsprechenden Wert. Das spart Knöpfe und damit Platz.

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