Test
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22.03.2016

Praxis

Im Proberaum dürfen sich die Kandidaten bei mannigfaltigen Aufgaben beweisen: Der mix 1202FX ersetzt den Proberaummischer, an dem alle zu verstärkenden Signale anliegen. Dem mix 802 obliegt die Aufgabe, zwei Keyboards auf eine Stereosumme zu mischen und diese an den 1202FX weiterzugeben. Der 502 dient dem Schlagzeuger als Mixer für seine E-Drums und einen separaten Click-Track.

Nachdem alles verkabelt ist, stellt sich beim Einschalten der Proberaum-PA zunächst Ernüchterung ein: Es brummt! Nach kurzer Überprüfung gilt Folgendes als gesichert: Jeder Mixer darf nur mit seinem eigenen Netzteil verwendet werden. Obwohl die drei Netzteile optisch zu 100% identisch sind, stimmen die Werte nicht überein. Gut, dass sowohl auf den Netzteilen als auch auf den Mixern die richtigen Werte stehen. In der Praxis sollte man die Netzteile also eindeutig markieren, falls die Band mehr als einen dieser Mischer verwendet.

Erwartungsgemäß passt eine 13-Uhr-Einstellung der Mikrofonvorverstärker für die eingesetzten Shure SM58 und PG58. Mit aktivem Low-Cut und leichten EQ-Korrekturen erhalten wir schnell ein passendes Ergebnis. Da die Mixer bis zu +28 dBu Ausgangspegel zur Verfügung stellen, ist es kein Problem, Frequenzweichen oder Endstufen mit einem satten Eingangssignal zu füttern. Schön, dass sich der Rauschteppich dabei vornehm zurückhält. Beherzigt man eine solide Gain-Struktur, ist Rauschen bei allen drei Mixern kein Thema. Somit wird an dieser Stelle die Erlaubnis erteilt, die Kandidaten auch als Submixer zu verwenden, deren Signale an größere PA-Systeme weitergeleitet dürfen.

Positive Rückmeldung auch vom Drummer. Viele günstige Mixer besitzen nur mäßig performante Kopfhörerverstärker, die oftmals zu wenig Pegel liefern, um nicht mit dem geforderten Pegel aufwarten, um gegen eine laute Band zu bestehen. Der mix 502 hingegen entwickelt mit einem Vic-Firth-Kopfhörer ein Lautstärkeinferno, das über alle Zweifel erhaben ist.

Da die Band im Proberaum keine Monitore verwendet, ist der fehlende Pre-Fader-Aux-Send nicht weiter tragisch. Potentielle Kunden sollten sich aber bewusst sein, dass die drei Mixer keinen Monitor-Mixbus bieten. Das gilt auch für Insert-Punkte. Dafür hat der mix 1202FX 99 Effekt-Presets an Bord, die sich mit einem Endlos-Encoder anwählen lassen. Die Signal- und Clip-LEDs sind behilflich, die passenden Pegel zu finden. Die Qualität der 24-Bit-Einheit ist in Anbetracht der Preisklasse erschreckend gut. Die Effektauswahl umfasst Hall, Delay, Modulation, Pitch und Multi-Effekte. Da dürfte für jeden etwas Passendes zu finden sein. Was einen runden Gesangshall betrifft, gefielen der Band die Presets 23 und 24. Ein Mono-Delay versteckt sich hinter Preset 57 und die Nummer 58 erzeugt ein klassisches Ping-Pong-Delay. Und sollte während einer Probe die Stimmung sinken, hilft der klassische Chipmunk-Effekt von Preset 79 über die Tatsache hinweg, dass der Bierkühlschrank nach der letzten Probe nicht aufgefüllt wurde. 

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