Test
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04.08.2020

Praxis

Installation

Das Zusammenbauen des Racks ist kinderleicht. Entgegen manch anderem Rack-Kit muss hier keine Schraube am Receiver entfernt und wieder befestigt werden. Es reicht aus, die vorhandenen vier Schrauben einzusetzen. Das bedeutet aber auch, dass eine sonst oftmals für die Verwindungssteifigkeit des Rack-Einbaus genutzte dritte Schraube in diesem Fall nicht greifen kann. Deshalb ist im Rack Obacht geboten und das Gerät wird besser nicht größeren Druckbelastungen ausgesetzt. Was mir positiv auffällt ist, dass das Gehäuse des Empfängers auf seiner Oberseite kleine Vertiefungen aufweist, die die Füßchen eines sich darüber befinden Gerätes gleicher Bauweise aufnehmen kann. Auf diese Weise können sich mehrere Geräte, die parallel ins Rack eingebaut werden, ein wenig gegenseitig Halt in puncto der angesprochenen Verwindung geben.

Nicht gelungen ist dem Hersteller der 90°-Winkel der Rack-Ohren. Wie im Foto zu sehen, ist der Winkel etwas kleiner, so dass sich eine minimale U-Form der gerackten Gerätefront ergibt und der Empfänger leicht nach vorn vor die eigentliche Installationsebene heraussteht. Das bringt zwar kaum praktische Nachteile, ist aber ästhetisch zumindest gewöhnungsbedürftig.

Der Akku des Senders muss vorm ersten Betrieb eingesetzt werden und lässt sich entsprechend wechseln, sollte er irgendwann erneuert werden müssen. Diese Servicefreundlichkeit ist für Funkanlagen in diesem Preissegment keineswegs selbstverständlich. Wie es um den Batteriestand steht, kann am Sender anhand dreier LEDs abgelesen werden. Trotz Stummelantenne lässt sich der Transmitter ohne Umschweife direkt in die Ladestation einstecken.

Der Gürtel-Clip des Senders besteht aus lackiertem Draht. Er muss erst am Sender angesteckt werden und hält diesen dann ausreichend sicher an Gürtel oder Hosenbund. Er kann eingesetzt werden, wenn der Sender nicht mit dem Mikrofon des Sets, sondern mit Instrumenten wie Gitarre oder E-Bass eingesetzt werden soll. Für die Verbindung dieser Instrumente liegt ein stoffummanteltes Mikrofonkabel bei, das sich fest mit Mikrofon und Transmitter verschrauben lässt. Es überbrückt etwa 66 cm und ist damit ausreichend lang, um nicht zu stören, aber zugleich lang genug, um einen reibungslosen Einsatz zu gewährleisten.

Handling

Das Herstellen der Funkverbindung klappt auf Anhieb. Und auch das Verstellen der Funkfrequenz ist mühelos möglich. Im Display des Receivers wird praktischerweise auch der Batteriestand des aktuell verbundenen Senders angezeigt, es gibt eine Pegelanzeige für das Audiosignal und auch eingestellter Kanal und Funkstrecken-ID werden abgebildet. Bei der automatischen Kanalauswertung ändert sich die Anzeige und neben den verfügbaren Kanalnummern und der aktuellen Kanalauswahl erscheinen die Funksignal- und Interferenzstärken im Display. Für die Synchronisation von Sender und Empfänger müssen sich die Infrarotsensoren beider Geräte in Sichtweite zueinander befinden.

Die Pegeleinstellung des Funksignals lässt sich zwischen „High“ und „Low“ umstellen. Dabei wechselt der Pegel zwischen -10 und +20 dB. Um das Signal weiter zu verbessern, lässt sich im Menü des Receivers zusätzlich ein Lowcut-Filter aktivieren, das das Audiosignal „entrümpelt“. Auch wenn der Sender des Wireless-Bundles relativ groß geraten ist, lässt er sich gut festklemmen und stört den Performer nicht beim Spielen.

Klang

Um den Sound des Mikrofons zu checken, haben wir für euch zunächst eine Saxofon-Aufnahme vorbereitet. Als Referenzmikrofon ist zusätzlich ein Electro-Voice RE10 zu hören. Im Vergleich wird klar, dass das Eigenrauschen des the t.bone GigA Pro Wind Set vergleichsweise hoch ist. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass es sich beim EV-Mikrofon um ein Großmembranmikrofon handelt, das ein Vielfaches des zum Set gehörenden Clip-Mikrofons kostet.

Wer das GigA Pro Wind Set einsetzt, darf nicht mit einem allzu bassreichen Signal rechnen. Der vom Mikrofon ausgegebene Klang reicht eben nur bis zu 65 Hz hinab und ist in den unteren Frequenzen eher dünn aufgestellt. Folglich wirkt er nicht allzu „warm“, sondern in Verbindung mit seinen gut aufgestellten Mitten eher schneidend. Um es positiv zu formulieren: Instrumente, die mit diesem Drahtlos-Set mikrofoniert werden, sind auch in einem vollen Mix entsprechend klanglich gut wahrnehmbar. Auch in den hohen Frequenzbereichen ist das Set gut aufgestellt, so dass das Audiosignal ausreichend offen tönt.

Mit der Lautstärke des im Test verwendeten Saxofons kann das Mikrofon des Wireless-Systems problemlos umgehen und auch die Spieldynamik stellt das Set nicht vor Herausforderungen. Was im Audiotest-File aber auch klar wird ist, dass der vom Instrument auf die Mikrofonmembran übertragene Körperschall gut wahrnehmbar ist. So sind etwa im Testaudio die Klappen des Instruments sehr deutlich zu hören.

Da sich die Drahtlosanlage auch ohne Mikrofon mit Instrumenten verwenden lässt, die direkt mit dem Sender verbunden werden, haben wir für euch auch den Praxis-Check mit einer E-Gitarre gemacht. Als Referenz-Track hört ihr dabei das Direktsignal der Gitarre. Auf mich wirkt das vom the t.bone GigA Pro Wind Set ausgegebene Signal dabei geringfügig nasaler, insgesamt aber durchweg brauchbar. Daher steht auch dem vielfältigen Einsatz des kleinen Senders mit einer E-Gitarre für mich nichts im Wege.

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