Test
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09.07.2019

Praxis

Praktisches Zubehör

Noch vor dem Übertragungs-Check schaue ich mir das Zubehör auf seine Praxistauglichkeit hin an. Sowohl im Sender als auch im Empfänger ist ein nicht wechselbarer Lithium-Ionen-Akku verbaut. Er wird per USB-Kabel aufgeladen. Dafür steht an beiden Geräten jeweils eine Micro-USB-Buchse bereit. Während des Ladevorgangs leuchtet der umgebende Statusring der beiden Geräte jeweils rot. Ist das Laden abgeschlossen, bestätigen Sender und Empfänger das indem der Statusring blau leuchtet. Das alles ist intuitiv und übersichtlich.

Zum Lieferumfang gehört ein Ladekabel, das am einen Ende mit zwei Micro-USB-Steckern, am anderen Ende mit einem USB-Stecker vom Typ A ausgestattet ist, der an jedem handelsüblichen PC oder USB-Ladegerät passt. Dadurch wird das Aufladen besonders einfach, weil nur eine USB-Buchse beziehungsweise nur ein Ladegerät mit USB-Anschluss benötigt wird. Seine Länge von etwa 1 m inklusive Steckern ist ausreichend dimensioniert, um die Akkus von Sender und Empfänger beispielsweise auf einem Schreibtisch laden zu lassen, während der USB-Port eines Desktop-PCs als Stromquelle genutzt wird.

Das Anstecken des Transmitters an ein dynamisches Mikrofon ist unproblematisch. Wie in den Fotos zu sehen, lässt sich mithilfe des free2b-Sets aus jedem dynamischen Mikrofon ein Funkmikrofon zaubern. Der Receiver findet seinen Platz dann entsprechend wahlweise im XLR-Mikrofoneingang eines Mischpults, Audio-Interfaces oder Mikrofonvorverstärkers. Einfacher kann es kaum sein. Die Rückhaltesicherungen versprechen dabei eine dauerhafte Audioverbindung. Aufgrund des geringen Gewichts des Senders bleibt auch das Handling gut. Hier entsteht keine gefühlte Unwucht, die das Halten und Führen des Mikrofons nach Anstecken des Transmitters erschweren würde.

Ein weiteres Hilfsmittel, das zum Lieferumfang gehört, ist ein Adapterkabel, das den Wechsel von XLR auf zweipolige Miniklinke ermöglicht. Es ist für eine symmetrische Datenübertragung ausgelegt und hat eine Länge von ca. 40 cm ohne Stecker. Dadurch lässt es sich hervorragend als Kamera-Mikrofonkabel verwenden. Passend dazu liegt eine Blitzschuh-Halterung bei. Mit ihrer Hilfe lässt sich der kleine Receiver per Rändelschraube sicher auf dem Kopf einer Kamera befestigen und der Ausgang des Empfängers dann per beiliegendem Adapterkabel mit der Kamera verbinden. Auf diese Weise können Moderationen und Präsentationen, die mit einem Handheld-Mikrofon durchgeführt werden, problemlos in Bild und Ton aufgezeichnet werden.

Funktions- und Usability-Check

Wer denkt, the t.bone hätten vergessen Sender und Empfänger eine Ausschalten-Funktion zu gönnen, liegt falsch. Zwar lässt sich per Schiebeschalter lediglich zwischen "On" und "Stummschalten" wählen. Doch schalten die Geräte automatisch in den Standby-Modus, wenn kein XLR-Kabel eingesteckt ist oder nach 30 Sekunden noch immer kein Eingangssignal anliegen sollte. Nach einer Zeitspanne von 60 Minuten greift dann eine Auto-Off-Funktion, die beide Geräte ausschaltet.

Beim Einschalten von Sender und Empfänger ist stets Kanal 1 vorgewählt. Per Druck auf den Kanalwahltaster wird dann am jeweiligen Gerät der nächsthöhere Kanal gewählt. Sobald für Transmitter und Receiver der gleiche Kanal eingestellt ist, verbinden sich die Geräte automatisch. Ein umlaufender Leuchtring weist dabei auf den Pairing-Zustand hin. Zunächst leuchtet der Info-Ring des Senders auf, kurz darauf bestätigt der Leuchtring des Empfängers, dass der Sender erkannt wurde. Sobald die Verbindung steht, erlöschen beide Ringe wieder.

Die Kanalanzeige hat übrigens eine Doppelfunktion: Beim Einschalten der Geräte zeigt sie den jeweiligen Ladezustand der internen Akkus an. Dazu leuchten nicht nur einzelne Kanalanzeigen auf, sondern ganze Ketten (also beispielsweise 1-4). Zu Verwechslungen kann es hier auch dann nicht kommen, wenn die Ladung so gering ist, dass für den Ladezustand einzig die Kanalanzeige des ersten Kanals aufleuchtet, da dieser stets vorgewählt ist. Fällt die Akkuladung jedoch unter 10 %, wird es eindeutig. Denn dann leuchtet der umlaufende Statusring zweimal rot auf, bevor sich das Gerät bei weiter fallender Ladung automatisch abschaltet.

Neben diesen praktischen Lösungen gibt es aber auch Problematisches beim Betrieb des Wireless-Adapter-Sets. So wird beim Betätigen des "Mute"-Schalters am Sender nicht etwa das Audiosignal unterbrochen, sondern der Funkbetrieb aufgehoben. Das führt dazu, dass sich Sender und Empfänger neu synchronisieren müssen, sobald der Schalter wieder auf "On" gestellt wird. Dadurch entstehen folgende Schwierigkeiten: Wird der Transmitter auf "Mute" geschaltet, so wird automatisch auch die Funkfunktion des Receivers auf "Mute" gestellt. Infolgedessen stellt das System dann insgesamt den Funkbetrieb ein.

Beim Wiederherstellen der Drahtlosverbindung starten beide Geräte wieder auf Kanal 1, sodass erneut synchronisiert werden muss, sofern zuvor ein anderer Kanal verwendet werden soll. Wird dagegen der Receiver in den "Mute"-Modus geschaltet, bleibt der Funkbetrieb des Transmitters zwar aufrechterhalten. Doch beim erneuten Einschalten des Receivers startet dieser seinen Empfang wieder auf Kanal 1. Deshalb besteht bei dem sechskanaligen Wireless-System nach dem Einschalten nur in einem von sechs Fällen weiterhin eine Funkverbindung.

Audio-Test

Auch wenn die minimalen Clicks, die beim Kanalwechsel entstehen, völlig in Ordnung gehen, kann das Funksystem für mich unter dem Strich klanglich nicht wirklich punkten. Das liegt vor allem an den Rauschanteilen des Drahtlos-Signals. Aus meiner Sicht sind sie im Vergleich zum Kabelbetrieb deutlich zu hoch. Und auch hinsichtlich des Frequenzbilds ist die Qualität des übertragenen Mikrofonsignals nicht tadellos. Im Vergleich zum kabelgebundenen Betrieb lassen sich leichte Höhenverluste feststellen, die das per Funk übertragene Signal wahrnehmbar matter klingen lassen.

Schlimmer als leichte Rauschanteile und wahrnehmbarer Höhenverlust ist aber, dass es beim erneuten Verbinden von Sender und Empfänger (nach Bedienen des "Mute"-Schalters) in Einzelfällen zu Synchronisations-Problemen kommen kann. Diese Probleme äußern sich in Artefakten im Audiosignal (siehe/höre Audiofiles). Im schlimmsten Fall ist auditiv ein breitbandiges digitales Audio-Chaos zu bestaunen. Anwender sollten deshalb beim Wiederaufnehmen der Funkverbindung stets per Monitorsignal vorhören, ob die Audioübermittlung fehlerfrei ist.

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