Test
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15.07.2020

the box pro DSP 110 BP Test

Aktiver Fullrange-Akku-Lautsprecher

Feature Festival galore

Das autarke Leben „off the grid“ entspricht voll dem Zeitgeist. Anscheinend sickert das bis in die Veranstaltungstechnik durch. Der Strom an akkubetriebenen Lautsprechern scheint nicht abzureißen. Der neuste Kandidat ist die the box pro DSP 110 BP aus dem Hause Thomann. Neben einem eingebauten Akku verfügt die Box über einen editierbaren User-DSP und eine Bluetooth-Schnittstelle. Das ganze Paket kann der Endkunde für knapp unter 300,- Euro ordern. Eine krasse Ansage, wie sie selbst die härtesten Rapper nicht nachdrücklicher formulieren könnten.

Details

Mich erreichte die the box pro DSP 110 BP im Karton zusammen mit einer Gebrauchsanweisung und einem Kaltgerätekabel. Auf den ersten Blick sieht die Kandidatin wie eine klassische Aktivboxen mit einer 10/1-Zoll-Treiberbestückung aus. Doch auf der Rückseite hält das verbaute Aktivmodul so einige Überraschungen bereit. Dazu später mehr. Das Hochtonhorn verfügt über ein breites Abstrahlverhalten von 90 x 60°. Somit sind ist die Boxen für den Einzelbetrieb pro Seite prädestiniert.

Gehäuse und Treiber

Die schwarzen Kunststoffgehäuse sind aus zwei Teilen zusammengeschraubt. Die Vorderseite besteht aus der Schallwand inklusive zweier dreieckiger Bassreflexports für den direkt montierten Tieftöner, während der Hochtöner an das aus einem Stück gegossenen Hochtonhorn andockt. Für eine seriöse Optik sorgt das vollflächige und mit Akustikflies hinterlegte Lautsprechergitter. Die Box verfügt über zwei Griffe und ist somit einfach zu transportieren. Für einen guten Stand sorgen vier auf der Unterseite montierte Gummifüße. Eine integrierte Hochständeraufnahme für Distanzstangen oder Lautsprecherstative wurde ebenfalls nicht vergessen.

Durch eine eingebaute Monotorschräge lässt sich die DSP 110 BP auch als Bühnenmonitor verwenden, wobei die Monitorschräge sehr flach ausgefallen ist. Um den Hochtöner im Monitorbetrieb gut zu hören, muss man mit einigem Abstand zur Box stehen. Wo wir die Box einmal geöffnet haben, schauen wir uns die verbauten Treiber an. Zum Einsatz kommen die in dieser Preisklasse üblichen Ferrit-Treiber samt Blechkorb, die von einem Class-D-Verstärkermodul im 2-Wege-Aktivbetrieb befeuert wird.

Aktivmodul

Das Aktivmodul sitzt versenkt angebracht auf der Boxenrückseite und verfügt über zwei separate Eingänge mit Combobuchsen. Beide Eingänge können sowohl Mikrofon- als auch Line-Pegel verwalten. Darüber hinaus kann ein Zuspieler über eine Miniklinkenbuchse oder ein Cinch-Buchsen-Paar andocken. Alternativ lässt sich Kanal 3 auch mit dem Signal der eingebauten Bluetooth-Schnittstelle befeuern. Man braucht lediglich den „Push to Link“-Taster unterhalb der blau blinken Bluetooth-LED zu drücken und die Box wird am Computer oder Smartphone in den Bluetooth-Einstellungen unter dem Eintrag „T.BOX DSP 110BP“ sichtbar. Jetzt nur noch auf „Verbinden“ drücken und die Verbindung steht, was mit einer konstant leuchtenden Bluetooth-LED am Aktivmodul quittiert wird.

Natürlich lässt sich über die eingebauten Kanäle des Amp-Moduls bei Bedarf ein Mini-Mix erstellen, was für Kleinbaustellen einen externen Mixer überflüssig macht. Über eine XLR-Mixout-Buchse lassen sich weiter Boxen mit diesem Mix der Eingangssignale versorgen. Last but not least, oberhalb der Kaltgerätebuchse befindet sich eine fünfstellige LED-Kette, die den Ladezustand des internen Akkus anzeigt. Darüber lässt sich die verbleibende Lebensdauer recht gut abschätzen.

Der DSP

Fakt ist: Was die the box pro DSP 110 BP hier zu bieten hat, dürfte in diesem Preissegment absolut einmalig sein. Die DSP-Funktionen lassen sich bequem mit einem Push-Encoder aufrufen und editieren. Drückt man den Encoder nicht, dann dient dieser als Master-Volume-Regler. Mit einem Druck auf den Encoder gelangt man in das DSP-Menü. Hier lassen sich vier Sound-Voreinstellungen (Live, Speech, DJ, Music) aufrufen und zudem anwählen, ob die Box als Topteil oder Monitor zum Einsatz kommt.

Wer ohne separates Mischpult reist und ein wenig EQ benötigt, der findet im DSP einen 3-Band-EQ mit Festfrequenzen (High, Mid, Low), die jeweils mit +/-12 dB manipulierbar sind. Werden die Kandidaten mit einem Subwoofer kombiniert, kann man die Topteile unter dem Menüeintrag „Sub“ mit einem Low-Cut in der Frequenzen 80, 100, 120 oder 150 Hz versehen. Stehen die Bässe nicht direkt bei den Topteilen, lassen sich die Tops mit einem Laufzeiten-Delay bis maximal 16 ms verzögern.

Unter die Rubrik „Sonstiges“ fallen weitere DSP-Funktionen wie Display Dim, LED Mode, Display Contrast, Reset, Info. Natürlich habe ich ausprobiert, was mit den User-Einstellungen passiert, falls einmal der Strom ausfällt und der Akku nicht geladen ist. Gute Nachricht: Ist der Strom wiederhergestellt, bootet die Box mit den zuletzt vorgenommen Einstellungen. Recht so!

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