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Test
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12.05.2014

TC Helicon VoiceSolo FX150 Test

Aktiver Mini-Monitor mit Vocal-Effekten

"MyMonitor"?

Der TC Helicon VoiceSolo FX150 im bonedo-Test – Schon lange gibt sich der Ableger von TC Electronic nicht mehr mit dem ausschließlichen Herstellen von Tonhöhenkorrekturwerkzeugen zufrieden. Mit einigen Voice-Tone-Pedalen, MP-70- und MP-75 Mikrofonen, aber auch Werkzeugen wie dem VoiceLive Play, die Gitarristen ansprechen, bewegt man sich etwas abseits des angestammten Terrains.

Das hier getestete Gerät ist jedoch nicht das erste mit Helicon-Emblem, das einen Lautsprecher beherbergt. Schon VoiceSolo 200 und 300 waren kleine “Personal Monitors”, jedoch ohne die Möglichkeiten, die das brandneue FX150 bietet. Eines der ersten Geräte hat sich zum bonedo-Test eingefunden.

Details

Nischenfinder

Es ist nicht das VoiceSolo FX150, das irgendwelche Nischen findet, der Hersteller TC Helicon hat eine gefunden: Diese neue Produktgattung vereint einen kleinen, handlichen Aktivmonitor mit einem kleinen Mixer mit Preamps und Effekten. Dort, wo keine Anlage vorhanden oder notwendig ist, kann das Gerät als Mini-PA dienen, im Monitor-Betrieb kann es als Wedge auf dem Boden liegen oder mit einem Handgriff ganz simpel an einen Mikrofonständer gehängt werden. Das geht, weil die kleine Kiste nur 3 Kilo wiegt, mit 21 x 29 x 18 cm nicht gerade üppig dimensioniert ist und auf der Rückseite entsprechende Formteile aufweist, ähnlich dem VoiceLive Touch.

Chassis von namhaftem Hersteller

Aus dem Lochgitter grinst den Nutzer (oder Nutznießer im Falle des Einsatzes als Mini-PA) ein kleiner 6,5”-Speaker an. Wer jetzt schon abwinkt und meint, das könne ja nicht klingen und sei bestimmt die billigste Wackelpappe, der irrt: Selten genug werden in einfacheren Geräten die Treiberhersteller genannt. Im Falle des VoiceSolo ist es immerhin Tannoy, ein Hersteller, der besonders auf dem nordamerikanischen Installationsmarkt bekannt ist und einige ernstzunehmende Kompetenzen aufweisen kann, wenn es um kleine, laute, und dazu gutklingende Boxen geht. Darüber hinaus zählt Tannoy zu den ausgewiesenen Freunden des Koaxialprinzips, das auch hier zum Einsatz kommt. Koax bedeutet: Hochtöner und Tieftöner liegen nicht, wie sonst oft üblich neben- sondern über-, manchmal sogar ineinander. Bei den typischerweise geringen Hörabständen, mit denen das VoiceSolo betrieben wird, macht eine möglichst punktförmige Schallquelle deutlich Sinn. Aus dem Gehäuse herausgeschubst und in es hineingezogen werden die beiden Membranen durch eine Class-D-Endstufe, deren Leistung mit maximal 150 Watt angegeben ist – was wohl ausschlaggebend für die Zahl im Produktnamen gewesen sein dürfte. Das Netzteil ist extern und wird mitgeliefert.

Übersichtlich: Anschlussmöglichkeiten

Ein Blick auf das Anschlusspanel verrät schon viel darüber, welche Aufgaben die schwarze Kiste übernehmen kann. Zwei Combobuchsen warten auf XLR-Mikrofonsignale (bei Bedarf mit 48 Volt Speisespannung für phantomgespeiste Mikrofone) oder TRS-Klinkensignale. Der erste Input kann auf  eine hohe Impedanz zur Aufnahme von Instrumenten wie Bass geschaltet werden. Über Miniklinke kann weiterhin ein Stereosignal eingespeist werden, also jegliche Form von Zuspieler. Ausgangsseitig ist ebenfalls nicht allzu viel los, die Auswahl beschränkt sich auf einen Ausgang für Kanal 2 und einen XLR, der wahlweise den kompletten Mix oder das prozessierte Signal von Kanal 1 trägt – umzuschalten über einen Mini-Switch auf dem Backpanel. Ebenfalls an dieser Stelle findet man die Aktivierung für die “Mic Control”, von der Gebrauch gemacht werden kann, wenn man entweder das Helicon-eigenen Mikrofon oder das Sennheiser e 835 FX anschließt. Die USB-Buchse ist ausschließlich für Updates vorgesehen.

Kurzes Stelldichein der Einstellungen

Regler besitzt das Helicon-Gerät ganze zwei. Master Volume bestimmt den Pegel des Lautsprechers, nicht den rückseitigen Ausgang. Der Edit-Knopf regelt den Parameter, der über die beleuchtbaren Taster aufgerufen wird, der aktuelle Wert wird durch einen LED-Kranz dargestellt. Zur Verfügung stehen in beiden Eingangskanälen sowie dem Aux-Input Level dreibandige EQs mit Festfrequenzen. Dem Signal der Kanäle 1 und 2 kann ein Nachhall hinzugemischt werden, per "Style" hat man die Auswahlmöglichkeit aus neun Grundalgorithmen. Die Expertise des Unternehmens TC Helicon ist bislang eher verborgen geblieben, denn ein bisschen Processing in einen kleinen Aktivmonitor einzubauen ist sicher noch keine Meisterleistung. "Vocal Tone" hingegen schon eher: Diese Funktion, für beide Channels schaltbar, ist ein adaptiver "Pauschal-Klangverbesserer", der zu diesem Zweck von EQ, Gate, Kompressor und De-Esser Gebrauch macht. Helicon bedient sich hier mit Sicherheit im bestehenden Produktangebot, beispielsweise beim Mic Mechanic. Ein weiteres Schmankerl ist die Vocal-Cancelling-Funktion, die aus dem Aux-Signal die Main Vocals zu extrahieren verspricht.

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