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Test
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28.01.2021

TC Electronic ICON Brickwall HD-DT & Master X HD-DT Test


Plugins mit Hardware-Controller

TC ICON wird mit Multiband-Dynamics und Limiter-Modul aufgerüstet

Vor einer ganzen Weile kamen die ersten TC ICON Controller/Plugin-Variationen von tc electronic unter der Music Tribe Flagge auf den Markt. Damals drehte es sich um Reverb, Delay und Spatial-Effekte und man orientierte sich an alten TC-Hardware-Klassikern aus den 80ern. Dementsprechend sahen die kleinen Controller auch aus: schwarze Farbgebung, weiße Beschriftung und viele kleine Taster sowie Rote-Nummern-LEDs. 

Aber nicht alles war geil „in the 80s“: Während die ersten schwarzen TC Icons etwas fummelig daherkamen, zeigen sich die neuen Units nun funktioneller und auch nicht mehr als Dongle!

Die Plugins können sogar völlig hardwarefrei erworben werden – als Kopierschutz kommt in allen neuen Fällen nun iLok zum Einsatz, was bekanntlich auch ohne Dongle und maschinengebunden funktioniert. 

Ob das Ganze auch rückwirkend für die älteren Kästen gilt, bleibt ungewiss. Allerdings hat TC mit der Ankündigung gleichzeitig neue Module auf den Markt gebracht. Und der versprochene Rahmen ist nun endlich lieferbar, wenn er auch mit 19-Zoll Breite deutlich größer ausfällt als ich es mir vorgestellt hatte. Ferner gibt es noch einen MIDAS PEQ oder DYN – diese stechen mit ihren schicken handygroßen Displays besonders heraus.

Die zum Test vorliegenden Units sind indes sicherlich auch Abkömmlinge des epischen TC 6000 Systems, dessen Algorithmen auch schon in der TC Finalizer Software DAW aufgefrischt wurden. Konkret geht es hier nun um den Brickwall HD-DT Limiter und das Master X HD-DT Multiband-Dynamic-Tool!

Aber strange things first: So richtig klar ist die Preispolitik noch nicht. Auch wenn man die Plugins theoretisch ohne Hardware kaufen kann, so kostet die Einzellizenz im Download aktuell nicht spürbar weniger als die Hardware im Laden. Naja, warten wir es ab!

Details

Controlller für‘n Fuffi ?!

Die TC Electronic Icon Serie besteht aus kleinen Hardware-Modulen, die spezifische Bedienelemente zur Steuerung mitgelieferter Plugins bieten. Die Plugins können auch ohne Controller gekauft und verwendet werden und sind durch iLok kopiergeschützt. Ärgerlich: Es steht nur eine Activation zur Verfügung.

Master X HD native kostet im TC Webshop netto 199 USD und Brickwall HD Native 149 USD, das Bundle wiederum 279 USD. In Deutschland gibt es aktuell nur die Hardware-Bundles zu kaufen und die kosten jeweils 189 Euro für den Brickwall HD-DT und 245 Euro für den Master X HD-DT – ein recht geringer Aufpreis für die gut verarbeiteten Controller.

Da die Controller letztlich aber nur Parameter der Plugins mappen, werden wir uns zunächst die Plugins und später in der Praxis dann die Bedienung durch die Controller anschauen.  

TC Electronic Master X HD

Kommen wir zum Highlight – dem TC Electronic Master X HD, dessen Name gut gewählt ist, da X im Audio-Sprech meist für Crossover und damit für die Multiband-Bearbeitung bzw. insbesondere Multiband-Dynamics steht. Und hier ist der Master dafür. 

Dynamics nenne ich es, weil der Master X einen Limiter, Compressor und Expander beinhaltet. Das Besondere ist die simple übergreifende Bedienung der Prozessoren und das Fehlen individueller Parameter für jedes Band. Normalerweise sorgt gerade diese Flut an Parametern dafür, dass sich viele Leute die Multiband-Compressor-Plugins erst gar nicht anschauen.  

In der Regel will man aber die Bänder bei einem Multi-Band-Compressor nun mal unterschiedlich einstellen, sonst bräuchte man ja keinen – was soll also das Ganze?! In der Praxis ist es so, dass gewisse theoretische Kombinationen ausscheiden und letztlich läuft es darauf hinaus, dass ein Multi-Band auch als Tilt-EQ funktioniert. Will heißen: Es macht keinen Sinn, alle Bänder zu boosten, weil es so nur lauter werden würde und sich die Balance der Bänder nicht verschiebt. Insofern ist der folgende Ansatz von TC clever gelöst:

Die Target Curve, quasi der Ziel EQ, sorgt für die unterschiedliche Gewichtung der Thresholds aller drei Prozessoren – gelber Limiter, blauer Compressor und grüner Expander – und passt so den Gain der Bänder an. Die Anzahl ist auf drei Bänder begrenz, die Übergangsfrequenzen variabel. Mit Factor können Balancen zwischen Bass und Höhen hinsichtlich der Regulierung relativ zum Mittenband vorgenommen werden. Dadurch werden entweder Bässe (BASS), Höhen (AIR) bzw. beides (SMILEY) oder eben nichts (flat) in den Fokus gerückt. 

Klingt kompliziert, ist aber alles ziemlich einfach umzusetzen und lässt ganz fix ausgewogene Ergebnisse erzielen. In Verbindung mit den Reglern am Controller ist es so, dass das Drehen an einem Parameter meist zu einer Fülle an Änderungen und Visualisierungen führt. Trotzdem bricht dabei nie der Pegel ein. Es ist fast so, als morphe man sich nur durch verschiedene Sweetspots, aber seht im Video später selbst.

Spezifischere Parameter wie Attack und Release werden für alle Bänder gemeinsam eingestellt und beziehen sich auf das Mittenband. Es gibt keine weiteren Beeinflussungsmöglichkeiten. Unter der Haube werden die Regelzeiten für die Bänder aber doch angepasst. Ein gutes Verständnis dafür, was genau da eigentlich alles gleichzeitig passiert, bekommt man, wenn man einen der Factor/Threshold-Regler bewegt und sich anschaut, wie sich die Response-GUI im oberen Teil des Plugins entsprechend ändert. 

TC Electronic Brickwall HD

Der TC Brickwall HD-DT ist ein Limiter mit zwei verschiedenen Algorithmen, Master und Loudness sowie adaptivem Release und einem Softclip-Feature. Der Master Limiter stellt dabei einen ganz normalen Brickwall-Limiter dar, bei dem mit dem Input-Gain die Limit-Amount und mit Ceiling den Headroom definiert. 

Interessanter wird es beim Loudness Limiter, der einen „durchschnittlichen“ Ansatz verfolgt und die LUFS zum Maß der Dinge heranzieht, sodass euer File perfekt für Spotify und iTunes gelevelt wird. Eine Automatik analysiert das Audio und passt die Aufholung entsprechend an. Wie beim Master X ist das Ganze wunderbar visualisiert und einwandfrei zu bedienen.

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