Bass Hersteller_TC_Electronic
Test
7
30.10.2012

Praxis

Der BG250 macht sich nach dem Einschalten mit einem deutlich vernehmbaren Rauschen  aus Richtung des Tweeters bemerkbar. Einen Regler zum Abschwächen gibt es bei dem  Combo nicht, da die TC-Designer diese Funktion mit ihrem Tweetertone-Feature im Höhenregler ausgelagert haben. Damit muss man also zunächst leben. Das kann man auch sehr gut, wenn man erst einmal den beindruckend voluminösen Klang gehört hat, den der superleichte Combo schon ohne den Einsatz von EQs liefert. Klanglich hält er sich eindeutig im TC-Universum auf: Ein Vintage-inspirierter Sound mit sattem Fundament und einer deutlichen Tiefmittennase, der Höhenbereich wird eher zurückhaltend abgebildet und klingt sehr geschmeidig. Durch den großen 15-Zoll-Lautsprecher wird diese Tendenz eher noch verstärkt, weil er naturgemäß nicht die durchsetzungskräftigen „Punch-Mitten“ einer Boxenkombi mit 10-Zoll-Lautsprecher produzieren kann, sondern hier eher gemäßigt unterwegs ist. Für meinen Geschmack könnte der BG250 untenrum tatsächlich etwas straffer und definierter klingen, an Durchsetzungskraft und Ortbarkeit fehlt es dem Dänen aber keinesfalls. Der Sound geht halt mehr in eine deftige und etwas nasale Richtung und bewegt sich weniger im Hifi-mäßigen Bereich. Im Bandkontext kommt das allerdings sehr gut, der BG250 schiebt ein stabiles Fundament unter die Band und macht auch bei ordentlichen Lautstärken leistungsmäßig nicht schlapp. Der Sound bleibt voll und definiert. Mittelgroße Clubgigs sind mit dem unkomplizierten Combo kein Problem, über Bandproben oder Übungseinheiten brauchen wir erst gar nicht zu sprechen, die erledigt der BG250 Lautstärke-mäßig mit links.

Den intelligenten EQ mit den verschiedenen Cut- und Boost-Frequenzen hat TC so konzipiert, dass auch unerfahrene Basser schnell zu effektiven und praxistauglichen Klangergebnissen kommen. Und die Rechnung geht meiner Meinung nach auf: mit nur wenigen Handgriffen bekommt man eine ganze Palette klassischer Sounds, die das Spektrum des Combos enorm erweitern. Dreht man den Mittenregler beispielsweise zurück, senkt man einen Bereich um 500Hz und erhält einen Scoop-Sound, der bestens zum Slappen geeignet ist. In die andere Richtung gedreht, werden die Mitten bei 800Hz geboostet und dem Combo lassen sich etwas aggressivere und rockigere Sounds entlocken. Der EQ ist trotz seiner „nur“ drei Bänder sehr flexibel und klingt gut, exakt das,  was man bei einem Budget-Combo mit einer simplen Bedienung braucht – top!

Noch interessanter werden die Klangformungsmöglichkeiten mit den Effekten, die der BG250 bereithält. Das Tubetone-Feature hat mich schon bei den höherpreisigen TC-Topteilen überzeugt - und das gilt auch für den BG250. Bei moderatem Einsatz bekommt der Ton Wärme und wird auf eine angenehme Art rauer. Weit aufgedreht, liefert Tubetone härtere Zerrsounds für Plektrumrocker und den Metal-Einsatz, immer in absolut überzeugender Qualität.

Der Toneprint-Regler ist ab Werk mit einem geschmackvollen Chorus geladen – ideal, um den Klang etwas zu verbreitern und schweben zu lassen. Auch die anderen Effekte, die ich auf den Amp gebeamt habe, klingen fantastisch. Der Oktaver hat ein weltmeisterliches Tracking bis zum tiefen E, die Modultionseffekte klingen allesamt sehr plastisch, und der Kompressor „Spectracomp“ macht den Sound bei Bedarf kompakt und „snappy“, ohne das Low-End zu vermatschen. Die Qualität der Effekte ist über jeden Zweifel erhaben - kein Wunder, denn TC ist seit vielen Jahren eine der führenden Firmen auf diesem Gebiet. Sicherlich wäre es manchmal wünschenswert, Zugriff auf den einen oder anderen Effektparameter zu haben, anstatt das Effektsignal nur zumischen zu können. Andererseits funktioniert das Austauschen der Settings erstens sehr schnell und zweitens technisch auch via Smartphone so zuverlässig, dass man selbst beim Gig in einer Spielpause den Amp mit dem passenden Toneprint für das nächste Set bestücken kann. Darüber hinaus ist die Vielfalt der Toneprints jetzt schon sehr groß, da wird jeder etwas für seinen Geschmack finden. Eine wirklich sinnvolle Ergänzung zum BG250 ist übrigens der Dreifach-Fußschalter „Switch 3“. Damit kann man im Spielbetrieb zwei Effekte (nämlich Tubetone und den jeweils geladenenen Toneprint) fernbedienen und mit dem dritten Taster den Combo bei Bedarf stummschalten.

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