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28.03.2014

Tannoy Reveal 402, 502 und 802 Test

Aktive Nahfeldmonitore

Lecker Dreierlei

Die Tannoy Reveal 402, 502 und 802 Nahfeldmonitore im bonedo-Test: Das britische Traditions-Unternehmen Tannoy blickt auf eine lange Firmengeschichte zurück, welche bis auf das Jahr 1926 zurückgeht, sodass man im britischen Sprachraum sogar umgangssprachlich und gleichbedeutend für „Lautsprecher(system)“ das Wort Tannoy verwendet, was die ehemalige Omnipräsenz dieser Firma durchaus unterstreicht. „Over the Tannoy” bedeutet also soviel wie eine Lautsprecherdurchsage durchzuführen. 

2002 wurde die Marke von der dänischen TC Group übernommen, zu der auch solch illustre Brands wie TC-Electronic und Dynaudio zählen, die beide für ihre hohe Qualität und Digitaltechnik bekannt sind. Wo steht also die neue Reveal-Serie? Wir finden es heraus!

Details

Die Tannoy Reveal 402, 502 und 802 sind aktive 2-Wege Nahfeldmonitore der Budget-Preisklasse und werden einzeln gehandelt. Mit dem 4-Zoll großen Tieftöner ist die 402 der kleinste Monitor in der neuen Reveal-Serie. Die 502 hingegen ist mit einem 5-Zöller ausgestattet, und das größte 802er Modell hat entsprechend einen 8-Zoll-Lautsprecher mit auf den Weg bekommen -  alle Woofer-Membrane sind übrigens silber lackiert und aus faserverstärktem Papier, und das ist gut. Der Hochtöner hingegen ist ein klassischer Soft-Dome Tweeter, der zusätzlich von einem elliptischen Waveguide umgeben ist, welches Teil des leicht gewölbten Kunststoff-Frontbaffels ist, das wiederum auch den Bassport beherbergt. Dieser befindet sich in Form eines Schlitzes unter dem Basstreiber und somit vorne.

Aktiv bedeutet hier, dass die, laut Hersteller analoge Frequenzweiche vor den eingebauten Endstufen sitzt und „aktive“ Bauelemente, wie z.B. auch Operationsverstärker zur Trennung des Frequenzspektrums nutzt. Das hat viele Vorteile, soll uns aber heute nur marginal interessieren. Wissen sollte man nur, dass man mit diesem Prinzip und verhältnismäßig geringem (finanziellen) Aufwand, recht lineare Ergebnisse erzielen kann. In der Folge kommen also zwei Endstufen pro Speaker - eine für den Tweeter und eine für den Basstreiber - zum Einsatz, was als Bi-Amping bezeichnet wird.

Entsprechend der Größe des Tieftontreibers gibt es natürlich auch Leistungs-Unterschiede bei den unterschiedlichen Bass-Endstufen der drei Modelle zu berichten, wobei deren Leistung mit 75, 50 und 25 Watt RMS realistisch angegeben wurde, was ich durchaus begrüße. Die Leistungsabgabe an die Hochtöner wurde bei allen drei Varianten mit 25 Watt RMS beziffert, wobei anzumerken ist, dass 502 und 802 einen 1-Zoll Soft-Dome Tweeter verwenden, während die kleine 402 hingegen „nur“ einen 3/4-Zoll großen Hochtöner besitzt.

Getrennt wird bei 2,8 kHz (402), 2,3 kHz (502) und 1,8 kHz (802). Ansonsten sind alle drei Speaker vom Prinzip her ziemlich identisch. Bevor wir uns jedoch auf die Gemeinsamkeiten der Serie stürzen, hier noch einmal die wichtigsten Unterschiede in einer schönen Tabellen zusammengefasst:

Tannoy Modell:  Reveal 802  Reveal 502  Reveal 402
Treibergröße LF/HF:
RMS Leistung: 
Übertragungverlauf:
max. SPL (Pair/1m)
Maße in mm(HxBxT):  
Gewicht:
8-Zoll / 1-Zoll
75W + 25W
42 Hz bis 43 kHz
114 dB
390 x 254 x 300          
ca. 12,8 kg
5-Zoll / 1-Zoll
50W + 25W
49 Hz bis 43 kHz
108 dB
300 x 184 x 238            
ca. 7,2 kg
4-Zoll / 0,75-Zoll
25W + 25W
56 Hz bis 43 kHz
101 dB
240 x 147 x 212           
ca. 5.2 kg


Lobenswert, dass die Übertragungsverläufe an den -3dB-Abfallpunkten gemessenen wurden, was bei den wenigsten Herstellern der Fall ist. Die unterschiedlichen Maße und Gewichte sind ebenfalls gut vergleichbar und geben abseits von unseren Bildern einen schönen Dimensionsvergleich. Die Speaker sind dabei vor allem in der Tiefe „groß“ - sie auf ein schmales Bücherregal zu stellen wird also etwas schwierig, macht sie dafür aber optisch schmaler. Die beiden kleineren Speaker kann ich mir allerdings - rein „Größen-mäßig“ - trotzdem gut auf den Schreibtisch positioniert vorstellen. Akustisch gesehen ist dies natürlich nicht ideal, und spätestens die große 802 sollte definitiv auf ordentliche Stative gehievt werden.

Das Gehäuse ist weiterhin aus MDF gefertigt und gänzlich matt-schwarz foliert. Eine kleine Besonderheit ist hierbei der seitliche, schwarze und etwas „glattere“ Tannoy-Schriftzug, welcher den Speakern eine dezent-lässige Note verleiht. Obwohl man von „Made in China“ auch durchaus anderes erwarten könnte, ließen sich an wirklich keiner der mir vorliegenden sechs Stichproben irgendwelche Mängel oder gar Unsauberkeiten in der Verarbeitung finden. Alle Speaker wirken sehr solide, hochwertig und edel gefertigt! Und besonders toll: Es gibt auf der Front keine blaue LED! Diese befindet sich glücklicherweise auf der weniger sichtbaren Rückseite, welcher wir uns spätestens jetzt intensiver widmen sollten.

Rückseitig - unter dem Label INPUT - findet sich ein symmetrischer XLR-Eingang, aber auch eine unsymmetrische 6,35 mm Klinken-Buchse. An diese kann man natürlich ohne Probleme Adapter auf Cinch anschließen. Für Consumer-Quellen (-10dBV), wie es das iPhone beispielsweise ist, prädestiniert sich der zusätzliche 3,5 mm Stereo-(Mini-)Klinkeneingang aber deutlich besser. Er findet sich unter der Rubrik AUX.

Möchte man diesen Stereo-In nutzen, muss allerdings das mitgelieferte und ca. 5 m lange „Link“-Kabel benutzt werden, welches den linken bzw. rechten Kanal zu der anderen Box überträgt und an den MONITOR LINK angeschlossen wird. In dem Zusammenhang erklärt sich auch der SPEAKER POSITION Schiebeschalter, welcher nun definiert, ob die entsprechende Box  „L oder R“ in einer Stereo-Aufstellung repräsentiert.

Hinzu kommt ein mit VOLUME beschriftetes, leicht gerastertes Trim-Poti, welches von „MAX bis MIN“ eingestellt werden kann. Mit an Board ist außerdem ein „HF-Filter“, das den Hochtonanteil wahlweise mit +1,5 dB, 0 dB oder -1,5 dB entsprechend korrigiert.

Zu guter Letzt sollte noch der Strom- bzw. IEC-Kaltgeräte-Anschluss nebst Sicherung und Spannungswahlschalter erwähnt werden. Magnetisch geschirmt sind die Speaker übrigens nicht, und weitere spezielle Schutzschaltungen oder gar ein Auto-Stand-By konnte ich auch nicht finden. Die gesamte Reveal-Range ist insgesamt also eher pragmatisch als maximal ausgestattet, wobei die Wertigkeit trotzdem sehr hoch ist.

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