Test
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23.03.2021

Tama Starphonic Walnut 14x7 Snare Test

Snaredrum

Was Warmes zum Draufhauen

Mit vier Modellen startete Tama im Jahr 2009 seine Starphonic Snaredrum-Serie, seitdem wurde das Portfolio stetig erweitert. Der Clou dieser Instrumente ist ihr spezielles Spannreifen- und Böckchendesign, das nicht nur eine klangliche Alternative zu herkömmlichen Konstruktionen bietet, sondern vor allem das schnelle Wechseln der Felle ermöglicht. Unser heutiges Testobjekt, die Walnut 14x7, besitzt dieses Feature auch, uns interessiert allerdings besonders, wie der neue Walnusskessel klingt. Holzkesselsnares waren in der Serie mit nur zwei Modellen bisher nämlich deutlich in der Unterzahl, eine dritte Option ist also mehr als willkommen. 

Die klanglichen Stärken des Neuzugangs sollen besonders in tiefen und mittleren Stimmbereichen zum Tragen kommen, was durch mehrere konstruktive Eigenschaften unterstützt wird. Da wäre zunächst die großzügige Kesseldimension zu nennen, welche mit 14x7 Zoll schon ordentlich Volumen bietet. Als weiterer Faktor soll das Kesselmaterial selbst zum Klangcharakter beitragen, denn Walnuss wird ein etwas gemütlicherer Obertonanteil nachgesagt als beispielsweise Ahorn. Nicht zuletzt weist die dünne Kesselbauweise in Richtung dunklerer Sounds. Wie das Gesamtpaket klingt und ob es auch in höheren Registern funktioniert, erfahrt ihr, wenn ihr jetzt weiter lest.

Details

Der Kessel besteht aus sechs Lagen Walnussholz

Da steht sie vor mir, die Starphonic Walnut 14x7 und schon der erste optische Eindruck macht klar, dass sie für Fans des gediegenen (ich sage nicht Schrankwand) Auftritts gemacht wurde. Das liegt zweifellos an der hochglanzlackierten Außenlage „Gloss Black Walnut Burl“, welches aus dem Wurzelbereich des Baumes geschnitten wird und über eine besonders intensive Maserung verfügt. Dahinter verbergen sich sechs Lagen Black Walnut, eine Walnussart, die vorwiegend in den USA wächst. Insgesamt wurden also sieben Lagen verbaut, welche sich zu einer Gesamtwandstärke von sechs Millimetern addieren. Innen ist der Kessel mit einer matten Versiegelung versehen und trägt einen runden Aufkleber, der die Unterschrift des Mitarbeiters aus der Endkontrolle sowie die Seriennummer zeigt. Die Gratung beträgt die üblichen 45 Grad, ein eher flaches und weites Snarebed bietet dem Teppich eine adäquate Auflage. Wie von Tama Oberklassesnares gewohnt, darf die Verarbeitung als makellos bezeichnet werden. 

„Grooved Hoops“ sind das Erkennungszeichen der Starphonic Snares

Obwohl der Kessel die eigentliche Neuheit unserer Testsnare darstellt, dürfte die Hardware einer der Hauptgründe bleiben, warum sich Käufer für das Modell interessieren. Die hat es nämlich in sich, weil sie sowohl optisch und technisch, als auch klanglich eine interessante Alternative zu herkömmlichen Systemen bietet. Es beginnt bei den Spannreifen, welche ohne Bohrungen auskommen, stattdessen verfügen sie über umlaufende „Rinnen“, in welche jeweils zehn Spannklauen pro Seite eingehakt werden. Diese Klauen nehmen wiederum die Spannschrauben auf, eine innere Auskleidung mit Kunststoff soll Klappern vorbeugen und einen passgenauen Sitz der Teile auf den „Grooved Hoops“ gewährleisten. Man darf sich die Bauweise als eine Mischung aus den alten Single Flange Reifen mit Clips over Rims und Bassdrumklauen vorstellen. Allerdings halten die Starphonic Spannböckchen ein weiteres Feature bereit, denn ihre Spannschraubenaufnahmen sind drehbar gelagert. So soll das Anlösen der Spannschrauben genügen, um sie anschließend mitsamt der Klauen zur Seite weg zu klappen. Nach dem Fellwechsel werden sie einfach wieder auf die Spannreifen bewegt und festgezogen. 

Weniger spektakulär, allerdings nicht weniger hochwertig fällt die bekannte „Linear Drive“-Abhebung aus. Sie lässt die beidseitige Justierung der Teppichspannung zu, besitzt dazu jeweils fein gerasterte Rändelschrauben und soll sich durch eine besonders exakte und geräuschfreie Bedienung auszeichnen. Ebenfalls der Zubehör-Oberklasse entstammt der 20-spiralige Teppich, bei den Fellen setzt Tama auf ein Evans G1 auf der Schlag- sowie ein Snare Side 300 auf der Resonanzseite. Fast hätte ich es vergessen: Tama legt den Starphonic Snares einen dünnen Dämpfring bei.

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