Test
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28.07.2018

Tama Star Reserve #4 Hand Hammered Copper Snare Test

Snare Drum

Buntmetall für Spieler und Sammler

Wenn man mal ganz ehrlich ist, muss man auch als eingefleischter Snare-Fan zugeben, dass es in der preislichen Mittelklasse schon wirklich gutes Material gibt. Tama bietet hier beispielsweise die S.LP. Linie an, die eine Unmenge an unterschiedlichen Größen und Kesselmaterialien bereit hält und zudem laufend um weitere Optionen erweitert wird. Mit etwa 300 Euro ist man bei den meisten Modellen dabei. Dass man bei den Japanern aber auch anders kann, zeigt unser heutiger Testkandidat. Schon die volle Bezeichnung – Tama Star Reserve Vol.4 Hand Hammered Copper 14“ x 6,5“ Snare Drum – lässt vermuten, dass hier ein wesentlich tieferer Griff ins Portemonnaie nötig ist. Star steht bei Tama nämlich für die Top-Serie, und wem die noch nicht exklusiv genug ist, der kann sich für eine der vier Reserve Snare Drums entscheiden. 

Vol.4 besagt übrigens, dass es sich um die vierte und auch neueste Variante dieser noblen Instrumente handelt. Die drei Kollegen sind allesamt aus Holz gefertigt, die Hand Hammered Copper stellt also eine Premiere innerhalb der Star Reserve Reihe dar. Mit der Kombination aus Kupfer und der anschließenden manuellen Bearbeitung hat man bei Tama jedoch schon Erfahrung. Anfang der 2000er stellte man zwei Modelle vor (eines davon jedoch aus Aluminium), welche die gleichen, feinen Hammermale aufwiesen, die auch unser Testmodell zieren. Der gehämmerte Kessel ist allerdings nicht die einzige Spezialität, die die Tama Entwickler der Vol.4 haben angedeihen lassen. Massive, gravierte Messing-Spannreifen und eine konvexe Kesselform sollen einen besonders edlen Sound erzeugen. Ob sich die Bemühungen ausgezahlt haben, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Heavy Metal

Groß und schwer fällt schon die Verpackung aus. Um jegliche Beschädigung des edlen Instrumentes während des Transits auszuschließen, kommen die Star Reserve Trommeln nicht bloß in einem nackten Karton, sondern ruhen auf mehrteiligen Stabilisatoren, die alleine schon das Gewicht einer kleinen Aluminium-Snare erreichen. Einmal geöffnet, fallen mir zunächst zwei Briefe entgegen. Diese bescheinigen die Echtheit des Inhalts und tragen die Unterschrift des Erbauers. Sehr nobel. Die Trommel selbst ist ziemlich schwer. Nicht so schwer wie meine Tempest Glockenbronze-Snare, aber zumindest nicht allzu weit davon entfernt. Der Grund dafür ist nicht nur ihre Größe von 14x6,5 Zoll, auch der Kessel selbst besitzt mit 1,5 Millimetern Stärke mehr Substanz als vergleichbare Blech-Snares. Ein Blick ins Innere offenbart, dass der Kessel nicht nahtlos gezogen, sondern sehr sauber verschweißt wurde. Der Clou ist aber etwas anderes, nämlich die sehr feine Bearbeitung mit zwei unterschiedlich großen Hämmern. Mittig wird der Kessel mit größeren Hammermalen überzogen, der Rand weist kleinere Schlagspuren auf. Die genaue Inspektion ergibt zudem, dass der Kessel eine leicht konvexe (Fass-)Form besitzt, ein Konstruktionsmerkmal, welches beispielsweise auch die Trommeln der Firma Schagerl Drums oder die Canopus Zelkova Holztrommeln aufweisen. Tama verspricht sich von dieser Bearbeitung ein besonders reichhaltiges und einzigartiges Obertonspektrum. Dazu soll auch die 45 Grad-Abkantung der Kesselränder sowie das sauber gesetzte, eher flache Snarebed beitragen. Neben dem metallenen Star-Badge weist eine zusätzliche Plakette unsere Test-Snare als Mitglied der erlesenen Reserve-Reihe aus, im Inneren sorgt ein Papier-Tag für Retro-Flair. Insgesamt ist der Kessel wirklich exzellent verarbeitet. 

Funktional, aber edel fällt die Hardware-Bestückung aus

Beim Kessel hören die Besonderheiten aber noch nicht auf. Zum auffälligen Erscheinungsbild der Snare tragen die Spannreifen einen großen Teil bei. Anders als erwartet, bestehen diese nicht einfach aus vergoldetem Stahl, sondern aus massivem Messing. Auch ihre Form haben die Tama-Entwickler leicht modifiziert, ein verkürzter oberer Flansch verringert die Aufschlagfläche und soll so für schärfere Rimshots sorgen. Eine Gravur unterstreicht den noblen Touch. Statt zehn Spannschrauben wird unsere Testtrommel nur mit derer acht gestimmt, dazu kommen Tama's doppelseitige Star „Bridge-Type“-Böckchen zum Einsatz. Als Abhebung wird der bekannte, auf beiden Seiten justierbare Linear Drive Strainer verbaut, der sich durch einen besonders gleichmäßigen und geräuscharmen Lauf auszeichnen soll. Die groß dimensionierten Einstellschrauben besitzen eine leichte Rasterung, um ein selbsttätiges Verstellen der Teppichspannung beim Spiel zu verhindern. Als besonderes Feature lässt sich das Butt End demontieren, um so beim Wechsel des Resonanzfells den Teppich samt Einstellungen montiert lassen zu können. Eine tolle Snare Drum ist immer nur so gut wie der montierte Snare-Teppich, und so kommt bei der Star Reserve Hand Hammered Copper Tama's Spitzenmodell zum Einsatz, eine 20-spiralige Hi-Carbon Version, die der Hersteller auf seiner Website als „super sensitive“ beschreibt. Zu guter Letzt sollen spezielle Unterlegscheiben an den Spannschrauben für lang anhaltende Stimmstabilität sorgen. 

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