Test
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28.08.2018

Tama S.L.P. 14"x10" Duo Birch Snaredrum Test

Snaredrum

„Düsch“ ist das neue „Crack“

Und wieder hat der japanische Hersteller Tama seine Sound Lab Project Reihe erweitert, diesmal nach unten. Dort werden nämlich nicht nur zwei weitere Zoll zum bisher tiefsten Standardmaß 14x8 addiert, man stellt die neueste Snare-Kreation sogar auf Floortom-Beine. Eine wirkliche Neuheit ist das zwar nicht, denn auch DW hat mit seiner Ballad Snare ein ähnliches Konzept umgesetzt, allerdings hat es in diesem Fall zum Instrument für die trommelnde Masse dank 1000 Euro Kaufpreis bisher nicht gereicht. Da stehen die Zeichen für die Tama S.L.P. Duo Birch 14x10 Snare günstiger, denn erstens ist gerade einfach die Zeit für den fetten „Düsch“-Sound, und zweitens kostet sie nur einen Bruchteil der DW.

Hinzu kommt die nach wie vor ungebrochene Beliebtheit der insgesamt 14 Modelle umfassenden S.L.P. Snare-Linie. Nicht an eine der regulären Serien gebunden, kombiniert Tama hier eine Vielzahl an Materialien und Hardware-Komponenten zu interessanten, nicht sehr teuren Instrumenten für annähernd jeden Drummer-Geschmack. Im Fall der heutigen Testtrommel ist der Einsatzbereich übrigens nicht auf klassische Snaresounds beschränkt. In der entsprechenden Position am Drumset soll die Duo Birch auch als Floortom einsetzbar sein. Was der mächtige Neuzugang aus Birkenholz auf dem klanglichen Kasten hat, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Der mächtige Birkenkessel ist sieben Millimeter dick

Das erste, was mich nach dem Öffnen des großen Lieferkartons anguckt, sind drei Floortom-Beine. Natürlich lässt sich die 14x10 Duo Birch Snare auch auf einen Snare-Ständer stellen, die Erfahrung sagt jedoch, dass vielen Drummern die Spielhöhe bei einer derartig tiefen Snaredrum zu hoch ist. Kommen wir jetzt aber erstmal zum Kessel. Dieser besteht aus sieben Lagen – vermutlich chinesischer – Birke, jede dieser Lagen ist einen Millimeter stark. Wie von Tama gewohnt, gibt es an der Kesselverarbeitung nichts zu mäkeln, alle Holzlagen schließen sauber ab, und die 45-Grad-Gratungen sind exakt geschnitten. Ebenfalls Tama-typisch sind die kaum sichtbaren, sehr flach abfallenden Snarebeds, welche sich für die Verwendung als Floortom möglicherweise besonders gut eignen, weil sie eine saubere Stimmung des Resonanzfells begünstigen. Die Außenseite der Duo Birch ist in einem hellen Braun gebeizt („Transparent Mocha“) und anschließend hochglanzlackiert worden, innen kommt der Kessel mit einer klaren Versiegelung aus.

Die Spannreifen sind nach innen geflanscht

Acht einzelne Spannböckchen besitzt die Test-Snaredrum pro Fellseite, wie auch alle anderen Hardware-Komponenten sind sie gummiunterlegt am Kessel befestigt. Tama-Kenner identifizieren sie natürlich sofort als Teil der Starclassic-Linie. Obwohl die Duo Birch keine auffälligen Features besitzt, gibt es doch ein paar praktische Details, die dem Trommler das Leben erleichtern sollen. Es beginnt mit der einseitig einstellbaren, aber funktionalen Drop Style Abhebung, welche den qualitativ hochwertigen, 20-spiraligen Snare-Teppich bewegt. Bei den Spannreifen handelt es sich um Tama's Sound Arc Hoops, deren Besonderheit im oberen Flansch besteht. Dieser ist nach innen und nicht – wie bei den meisten anderen Reifen – nach außen geformt. An alten Trommeln sieht man dieses Konstruktionsmerkmal häufig, rein optisch sorgen sie damit an der Duo Birch Snare für einen leichten Retro-Touch. Um schnellem Verstimmen vorzubeugen, spendierten die Tama-Entwickler dem Testkandidaten die hauseigenen, speziellen Unterlegscheiben. Diese bestehen aus kunststoffgefüllten Metallscheiben, welche die Stimmschrauben auch bei Spannungsentlastungen in Position halten sollen. Das auffälligste Ausstattungsmerkmal sind natürlich die drei kräftigen Floortom-Beine, welche mit einfachen, aber solide wirkenden Brackets fest gehalten werden. Als niedrigste Spielhöhe lässt sich das Schlagfell damit auf 56 Zentimeter über dem Boden bringen, ohne dass die Beine über den Spannreifen ragen. Die maximale Höhe liegt bei 72 Zentimetern. Zu guter Letzt wären noch die Felle von Evans zu erwähnen, oben gibt es ein G1 Reverse Dot mit klarem Verstärkungspunkt auf der Unterseite, auf der Reso-Seite kommt ein Snare Side 300 zum Einsatz.

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