Test
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27.08.2010

Details:

158 Euro durch sieben Mikrofone, das macht in etwa 23 Euro pro Gerät. Diese kleinen Zahlenspielereien verlassen meinen Schädel auch nicht bei der näheren Betrachtung des Kofferinhaltes.

Wie für die Trommel-Mic-Pakete üblich ist auch dieses Set in einem Transportkoffer aus Plastik unterwegs. Der Inhalt steckt ordentlich in kleinen Aussparungen im Schaumstoff. Auch wenn das alles nicht eben edel anmutet, billig wirken die Schallschlucker auch nicht. Ein erster Griff geht zu den Overheads, den EM500 Back-Elektret-Kondensatoren.

Diese sind wirklich sehr klein. Sehr klein und sehr leicht. Um die Kapsel spinnt sich außerdem ein kleiner Schutzkorb aus Metall, das wirkt robust. Winzige Schalter an den Mikrofonen sind für den Low-Cut und 10db-Dämpfungspad zuständig, eine Menge Bedienbarkeit für wenig Preis, passende Klemmen gibt’s sogar auch noch dazu und stylish gehalten – schwarzes Plastik meets klare Form - sind die Mikrofone auch noch. Die oberflächlichen Vorbehalte verflüchtigen sich entspannt, denn zumindest äußerlich sieht man den Mikrofonen ihren günstigen Preis nicht an. Also muss der Praxistest entscheiden. Vorher aber noch zum weiteren Kofferinhalt, und wie in etlichen Kombis der Konkurrenz sollen auch bei unseren Testkandidaten kleine Klemm-Alleskönner für den guten Ton an Toms und Snare sorgen.

Das funktioniert bei erwähnter Konkurrenz zum Teil ganz ausgezeichnet, warum also nicht hier auch? Bei genauerer Betrachtung handelt es sich übrigens bei den Klemmen nicht unbedingt um Klemmen, sondern um Schraubzwingen in Mini-Format. Das ist doch schön, ausgerechnet T-Bone spart sich den Quatsch mit den Klemmen! Die haben nämlich bei diversen anderen Tests mitunter zu Wut-Schweißausbrüchen des zart besaiteten Autors geführt. Und ja, auch anbringen lassen sich die T-Bone CD65 ganz formidabel.

Allerdings können viele kleine Teilchen in günstigen Produkten auch schnell zu Kummer führen. Keiner soll sich wundern, wenn Flügelmuttern von Feststellgelenken wie im Werner-Comic plötzlich neben einem herfliegen und nichts mehr mit dem richtigen Winkel des Mikrofons zu tun haben wollen. Aber das alles ist natürlich – seien wir fair – bloß eine einzige der vielen möglichen Zukunftsvisionen, denn tatsächlich ist noch alles heil und funktioniert vorzüglich. Die Klemme selbst ist sogar aus Metall! Jetzt aber zurück zum gehaltenen CD65, das in Matt-Grau-Gold – man verbessere mich, wenn ich mich irre, ich bin farbenblind – zumindest in seiner Farbgebung Geschmackssache ist.

 

Der Body des CD65 besteht aus Plastik, kein besonders hartes, dafür aber ist es relativ leicht. Für etwas Gewicht sorgt der schwarze Kapsel-Korb aus Metall, der sich gut abschrauben lässt und freie Sicht auf die sauber verarbeitete Kapsel gewährt. Also, vier Stück gibt’s davon, vier passende Klemmen sind fest verschraubt und lassen sich gut und variabel einstellen. Und ein dicker Brummer wartet noch auf einen günstigen Kommentar, das BD300 zur Bassdrum-Abnahme. Und günstig sei er, der Kommentar, denn offensichtlich Hochwertiges wurde gebaut. Hart ist das Gehäuse, robust ist der Metallkorb, schwer liegt das Mikrofon in der Hand.

Schraubt man den metallic-grauen Metallkorb ab, formt sich ein freundliches Lächeln, freundlich, aber nicht überheblich, denn die Kapsel selbst passt sicher viermal in den Innenraum ihres Kokons. Styling-technisch haben die einzelnen Mikrofone nicht viel miteinander am Hut, sehen total unterschiedlich aus, total! Ein Fall vielleicht für die Ästheten unter uns, aber der interessierte Drummer wird sich an solchen Kleinigkeiten weniger aufhalten und wartet gespannt auf das, was die Praxis an den Tag bringt.

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