Test
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29.12.2020

Praxis

Pro Empfängereinheit verfügt das System über vier voreingestellte Frequenzen, also stehen insgesamt acht Frequenzen zur Verfügung. Aus der Praxis kann ich bestätigen, dass man im anmeldefreien ISM-Band mit viel Glück acht Funkstrecken simultan betrieben kann. Auf Festivals oder bei Karnevalsveranstaltungen kann dieser Frequenzbereich schnell „dicht“ sein, vor allem wenn andere Bands und Künstler den gleichen Bereich nutzen. Somit ist es immer etwas Glückssache, ob man noch ein oder zwei weitere Superlux UK82 parallel betreiben kann, falls ein Superlux-UK82-System nicht ausreichen sollte.

Die Produktbeschreibung verweist auf einen denkbar einfachen Frequenzabgleich von Sender und Empfänger. Dem kann ich zustimmen, allerdings nur, wenn man einmal den Bogen raushat. Die im Manual beschriebene Vorgehensweise erschließt sich mir nicht auf Anhieb, aber durch „Ausprobieren & Fluchen“ hat sich folgende Vorgehensweise als erfolgreich herausgestellt. Erster Schritt: Empfänger einstellen und Handsender ausschalten. Dann die „FUN“-Taste für drei Sekunden drücken, bis die Anzeige zu blinken beginnt. Darauf drückt man die „+“-Taste und der Empfänger sucht nach einem freien Kanal. Um diesen Kanal und dessen Frequenz mit dem Handsender zu synchronisieren, drückt man die „Sync“-Taste, schraubt den Schaft des Handsenders ab und hält diesen in Höhe des „Hi/Low“-Schalters in Richtung des Infrarotsensors des Empfängers.

Der Kanal und die Frequenz werden in wenigen Sekunden auf den Handsender übertragen und der Handsender ist einsatzbereit. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man dabei den Kanal des Mischpults noch stummgeschaltet hat. Denn die Gewichtung der Ausgangslaustärke ist gelinde gesagt „verwirrend“. Im Display steht „0 bis 10 dB“. Das sind aber keine absoluten Zahlen. Vielmehr bedeutet 0 dB = aus. Der Empfänger gibt kein Signal aus. In der „+10 dB“-Stellung schiebt der UK82 dagegen einen mächtigen Pegel raus. Hat man das ganze einmal realisiert, stellt es kein Problem mehr dar. Die Default-Einstellung ist allerdings +10 dB, was Vollgas am Audioausgang des Empfängers bedeutet. Ich vergleiche die Superlux-Funke mit dem altbekannten Shure SM58 (Kabelversion). Das Superlux-System tönt im Vergleich erstaunlich ähnlich. Es klingt für meine Ohren sogar etwas wärmer und satter in den Low Mids. Damit dürfte das Testsystem auch eine gute Option für mittige Frauenstimmen darstellen.

Die zweite Überraschung ist, dass sich die UK82-Handsender ähnlich koppelfest wie das SM58 verhalten. Gerade Koppelfestigkeit ist oftmals ein Problem bei günstigen Mikrofonen. Gut, dass es in diesem Punkt nichts zu beanstanden gibt. Problematisch sind nicht selten prominente Handgeräusche, die ein Handsender (gerade im Low Budget Bereich) verursacht. Dafür gibt es zwei Ursachen. Oftmals ist ein dünnwandiges Kunststoffgehäuse ein dankbarer Übertrager von Handgeräuschen wie beispielsweise dem „Klacken“ von Ringen am Schafft des Handersenders.

Ein weiterer Grund ist eine nicht oder nur schlecht entkoppelte Mikrofonkapsel, die ebenfalls empfänglich für Handgeräusche ist. Auch die UK82-Handsender sind gegen Handgeräusche nicht immun, aber verhalten sich deutlich besser, als ich es bei diesem Preis vermutet hätte.

Die Mikrofonkapsel muss ihren Job ohne Abschwächung (PAD) verrichten. Das kann in der Theorie beim hohen Schalldruck lauter Shouter dazu führen, dass die Kapsel im schlechtesten Fall hörbare Verzerrungen erzeugt. Daher habe ich versucht, die Kapsel mit meiner Stimme an ihr Limit zu führen. Es ist mir nicht gelungen. Womöglich gibt es Vocal Monster, die mehr Drehmoment in den Stimmbändern vorweisen können. Wer sehr laut singt, sollte diesen Punkt an die erste Stelle seiner Checkliste setzten. Kommen wir zu einem weiteren kritischen Punkt, den Empfang.

Getestet habe ich das System in einem leeren Club. Von der Bühne bis zum Ausgang sind es 26 Meter und eine Trockenbauwand verhindert dabei eine direkte Sichtverbindung. Das Superlux-System stört sich daran nicht und sendet unbeirrt weiter, selbst als ich mit der Hand den kompletten unteren Teil des Handsenders (wo sich die Antenne befindet) zuhalte. Hörbare Dropouts erzeugt der Kandidat erst, als ich auf dem Parkplatz vor dem Club stehe. Somit sollte ein sicherer Betrieb auch auf größeren Bühnen (bei direkter Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger) möglich sein. Nicht schlecht! Genauso wie die Batterielaufzeit bei hoher Sendeleistung. Zwei neue Alkalizellen eines Discounters hielten die Sendung für etwas mehr als acht Stunden am Laufen. Damit lässt sich arbeiten.

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