Gitarre Hersteller_MusicMan
Test
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29.04.2021

Sterling by Music Man Cutlass Richardson 7 Test

7-Saiter E-Gitarre

Flexibler Metaller

Mit der Sterling by Music Man Cutlass Richardson 7 liefert der amerikanische Hersteller eine alternative Variante des Jason Richardson Modells, die auch Fans mit kleinerem Geldbeutel ansprechen soll. Jason erlangte durch sein Mitwirken bei Bands wie "Born of Osiris" und "Chelsea Grim" eine große Popularität und zählt zu den neuen Aushängeschildern von Prog-Rock, Metal und moderner, virtuoser Gitarrenmusik. Bereits seit geraumer Zeit darf er sowohl ein 6- wie auch ein 7-saitiges Signature-Modell aus dem Hause Music Man sein Eigen nennen.
Die allerdings gehen nicht gerade zum Taschengeldkurs über die Ladentheke. Umso erfreulicher erscheint deshalb die Nachricht, dass die Music Man-Tochterfirma Sterling beide Modelle zu etwa einem Drittel des Preises anbietet, und dabei sowohl optisch als auch bei den Spezifikationen versucht, so wenig Abstriche wie möglich zu machen. So kommt auch die Sterling-Version im typischen Look mit einem Erlekorpus und einem Ahornhals, weist jedoch andere Pickups, andere Hardware und mit Indonesien auch ein anderes Herstellungsland auf. Die Siebensaiter-Version der preiswerten Richardson-Signature steht nun zum Test bereit.

Details

Korpus

Der Korpus der Richardson 7 besteht aus Erle und ist mit einer Maserpappel-Decke garniert, die aufgrund des ansprechenden Holzmusters ihrem Namen auch alle Ehre macht. Die Lackierung des Instruments wird als "Natural Poplar Burl Burst" bezeichnet, wobei es sich um einen Farbverlauf handelt, der ähnlich einer traditionellen Sunburst-Lackierung transparent beigefarben in der Mitte beginnt und die attraktive Maserung sehr gut zum Vorschein bringt, in Richtung der Zargen jedoch in einen dunklen Braunton übergeht.

Die Korpusform ist, wie bei Music Man Cutlass-Modellen üblich, eine Strat-artige Doublecut-Variante, wobei das Horn des unteren Cutaways sogar zusätzlich verjüngt wurde. Das Bodyshaping wirkt ausgesprochen körperfreundlich und übertrumpft durch die angenehmen Rundungen in puncto Geschmeidigkeit und Komfort aus meiner Sicht sogar den klassischen Stratkorpus.

Als Brücke kommt ein schwarzes und im Korpus plan versenktes Zweipunkt-Tremolo zum Einsatz, dessen ansteckbarer Arm durch eine seitlich angebrachte Inbusschraube in seiner Beweglichkeit eingestellt werden kann. Das Arbeiten damit gestaltet sich sehr elegant und die Stimmstabilität ist für ein Tremolosystem dieser Gattung angemessen. Durch die unterfräste Konstruktion sind Whammy-Stunts sowohl nach oben als auch nach unten umsetzbar. Unterhalb des Tremolos befinden sich der Dreiwegschalter und zwei Potis für die Pickups, wobei das gesamte Regelwerk deutlich stärker in Richtung Korpusmitte verlagert wurde, als das beispielsweise bei einer Les Paul oder entsprechenden Modellen von Ibanez der Fall ist.

Auch die Rückseite des Korpus ist mit der Burst-Lackierung versehen, allerdings zeigt sich hier lediglich die Maserung des Erlekorpus. Dort sind auch die Kunststoffabdeckungen für die Tremoloeinheit und die Elektronik angebracht sowie ein Batteriefach, das den obligatorischen 9V-Block beheimatet. Gurtpins und Klinkenbuchse wurden an den üblichen Stellen der Zargen positioniert.

Hals

Der Hals kommt mit einer 648 mm Mensur und beim Holz entschied man sich für das zunehmend populärer werdende geröstete Ahorn, dem ein Palisandergriffbrett aufgeleimt wurde. Die Halsrückseite fühlt sich relativ matt und unbehandelt an und schmiegt sich extrem komfortabel in die Handfläche. Auch wenn über das Halsprofil keine konkreten Angaben gemacht werden, könnte man hier auf ein flaches C-Shape tippen. Die Sattelbreite beträgt 49,5 mm und das Griffbrett hat einen Radius von 40 cm, was relativ flach ist und komfortable Bendings in jeder Lage ermöglicht. Der Hals-Korpusübergang wurde nicht verjüngt, allerdings verleihen die Verrundung des Halsfußes und der damit verbundene weiche Übergang ein sehr angenehmes Gefühl beim Spielen in den hohen Lagen.

Die Richardson 7 kommt mit 24 Medium Jumbo-Bünden, die allesamt gut abgerichtet und verrundet sind, jedoch leider nicht poliert wurden, was bedauerlicherweise zu einem ziemlich rauen Bending- und Vibratogefühl führt. Selbstverständlich sind unpolierte Bünde bei preiswerteren Gitarren keine Seltenheit und sicherlich auch ein Makel, den ein Gitarrenbauer leicht beheben kann, aber bei einem Preis von über 1000 Euro will ich das so nicht durchgehen lassen.
Die Griffbrettmarkierungen bestehen aus klassischen weißen Punkteinlagen. Die Saiten laufen in Richtung Kopfplatte über einen schwarzen Kunststoffsattel zu einer 5 plus 2 Offset-Anordnung der Mechaniken, die bei diesem Modell als Locking-Tuner ausgeführt sind und in Sachen Hersteller nicht näher benannt werden. Die Halsschraube für den Dual Action-Halsstab ist nicht an der Kopfplatte, sondern am Hals-Korpusübergang anzutreffen und kann dort mit dem im Lieferumfang enthaltenen Metallstift eingestellt werden.

Elektrik

Das Instrument ist mit zwei aktiven JR-Humbuckern ausgestattet, die von Music Man speziell nach den Vorgaben von Jason Richardson gewickelt wurden und direkt in den Korpus montiert sind. Zum Umschalten der Pickups dient ein robuster Dreiwegschalter, ebenfalls in Schwarz. Die Elektronik ist mit einem Volume- und einem Tone-Poti ausgerüstet, die beide mit einer zusätzlichen Push/Push-Funktion versehen sind. Dabei erfolgt das Umschalten hier übrigens durch Drücken und nicht durch Hochziehen der Potis. Beim Volume-Poti aktiviert man damit einen 12 dB Volume-Boost, wohingegen das Tone-Poti einen Coil-Tap realisiert. Die Schaltung ist so ausgelegt, dass auch ohne Aktivierung der Coil-Tap-Funktion am Tonepoti die Zwischenstellung stets gesplittet ist, sodass insgesamt fünf Positionen möglich sind:

- Bridge PU
- Bridge & Neck PU (beide gesplittet)
- Neck PU
- Bridge PU gesplittet
- Neck PU gesplittet

Zum Lieferumfang gehören der Tremoloarm, ein gut gepolstertes Sterling Deluxe Gigbag, ein Metallstift für den Truss Rod und zwei Inbusschlüssel.

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