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Test
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27.02.2015

Steinberg UR44 Test

USB 2.0 Audiointerface

Doppel hält besser?!

Steinberg UR44 im Test bei bonedo – Mit der UR-Reihe von Steinberg befindet sich eine breit aufgestellte Produktpalette rund um das Thema Audio Interfaces im Sortiment der Hamburger DAW-Fabrikanten.

Nachdem wir kürzlich das zwei-kanalige UR22 genauer unter die Lupe genommen haben, widmen wir uns heute nun dem größeren UR44, welches mit zusätzlichen Kanälen und einem deutlichen Mehr an Features aufwarten kann. Ob uns hierbei auch das Gesamtpaket überzeugen kann? Mehr dazu in diesem Test.

Details

Allgemeines


Das Steinberg UR44 ist ein 6-In/4-Out-Interface für USB 2.0, das aufgrund seiner Größe und Ausstattung am ehesten der "mobilen Mittelklasse" zugezählt werden kann. Es besitzt also sechs Ein- und vier Ausgangskanäle bei einer maximalen Wandler-Auflösung von 24 Bit und 192 kHz. Es soll ja durchaus einen professionellen Touch vermitteln, solch hohe Abtastraten auch im Low-Cost-Bereich anzubieten, dennoch stellt sich mir hierbei immer die Frage, ob dies angesichts der erforderlichen Rechenleistung für ein Hobbystudio überhaupt Sinn macht. Ich für meinen Teil bleibe lieber bescheiden und gebe mich auch weiterhin meist mit 24 Bit und „nur“ 48 kHz zufrieden.

Wie auch bei den anderen Geräten der UR-Serie besteht das Gehäuse des UR44 aus Metall. Mit Abmaßen von 252 (B) x 47 (H) x 158 mm (T) und einem Gewicht von 1,6 Kg ist das Gerät jedoch auch immer noch kompakt genug, um auch außerhalb des heimischen Studios seine Dienste zu verrichten.

Vorderseitige Preamps

Als Anschlüsse kommen Combo-Buchsen mit XLR und Klinke zum Einsatz, welche sowohl Mikrofon- als auch Line/Instr-Signale verarbeiten. Die Inputs 1 und 2 sind dabei für den Anschluss von hochohmigen (Hi-Z) Signalen wie E-Gitarren oder Bässen geeignet, während die Inputs 3 und 4 Impedanz-mäßig für Line-Signale gewappnet sind. In der Preamp-Sektion setzt Steinberg wiedermal auf Yamahas D-Pre-Vorverstärker, welche uns bereits beim UR22 bereits klanglich überzeugen konnten.

Der rückseitige MIDI-In/Out stellt beim UR44 die einzige Datenschnittstelle dar, auf digitale Audioverbindungen wie S/PDIF oder ADAT hat man zu Gunsten des Preises verzichtet, was ich allerdings konsequent finde.

Die Output-Sektion bietet vier Mono- beziehnungsweise zwei Stereo-Outs, welche in Form von 6,3mm-Klinkenbuchsen ausgeführt sind. Intern stehen für das Routing zwei separate Stereo-Wege zur Verfügung, was besonders beim Aufnahme-Monitoring einen immensen Vorteil darstellt, da die Abhörwege von Engineer und Künstler getrennt voneinander abgemischt werden können. Weiterhin steht ein Main-Out bereit, um daran angeschlossene Abhörmonitore zu beschicken.

Sowohl Bedienelemente als auch die Anschlüsse bestehen aus Kunststoff. Insgesamt erscheinen alle Bauteile dabei durchweg hochwertig und stabil. Über jedem Input wurde zudem eine LED angebracht, welche im Falle einer Übersteuerung rot aufblinkt. Neben den Kanälen 1 und 3 befindet sich außerdem eine weitere LED, welche das Anliegen der Phantomspannung visualisiert. Zwar können alle Inputs per Drucktaster mit 48V beschickt werden, jedoch ist dies nur paarweise möglich.

Dank Class Compliant Mode kann das UR44 prinzipiell an jedem PC oder Mac via Plug’n’Play betrieben werden. Auch eine Verwendung am iPad ist möglich. Als Mindestvoraussetzungen werden vom Hersteller Windows 7 für PC- und Mac OSX 10.7 für Apple-User festgelegt. Ältere Betriebssysteme ab Windows XP bzw. OSX 10.5 werden ebenfalls unterstützt, hierfür ist jedoch eine andere Firmware für das Gerät erforderlich. Eine Kompatibilitätsliste findet ihr hier.

Software

Zur Erweiterung des Funktionsumfangs bietet Steinberg mit der beiliegenden dspMixFx Software eine DSP-gestützte Effekt-Suite, mit der anliegende Signale auf Wunsch bereits vor der Aufnahme bearbeitet werden können. Dabei kann der Nutzer selbst entscheiden, ob der Effekt direkt im Aufnahmeweg angewendet werden soll oder nur im Monitorsignal. Auch das interne Routing wird hier festgelegt. Über einen Tab-Umschalter kann zwischen Mix 1 und Mix 2 ausgewählt werden. Während Mix 1 sowohl an Output 1/2, den Main-Outs und dem ersten Kopfhörerverstärker anliegt, versorgt Mix 2 den zweiten Kopfhörer, sowie die Line-Outs 3 und 4.

In Sachen Effekten bietet dspMixFx neben Lo-Cut und Phasendreher ebenfalls einen virtuellen Insert in jedem Kanalzug. Auf diesem kann das „Sweet Spot Morphing Channel Strip Plug-In“ von Yamaha hinzugeschaltet werden. Neben Compressor und EQ steht auch noch ein Drive-Regler parat, mit dem das Signal nach Belieben „angezerrt“ werden kann.

Für Gitarristen bietet das UR44 mit dem Yamaha Guitar Amp Classics Plug-In einen virtuellen Verstärker, welcher vier verschiedene Soundstile beherrscht – Clean, Grunge, Lead und Drive. Ich denke die Namen sprechen hierbei für sich. Natürlich darf auch der klassische „Einsing-Hall“ an dieser Stelle nicht vergessen werden, welcher über einen Aux-Weg im Kanal beschickt werden kann. Für das nötige Maß an Raumklang sorgt dabei der Yamaha REV-X Reverb, welcher mit fünf Presets von Small Room bis hin zu Church aufwartet. Dank integriertem DSP-Chip zur Berechnung der Effekte entstehen während der Aufnahme keinerlei Latenzen.

Die dspMixFx Software ist sowohl für Windows- als auch Mac-Betriebssysteme verfügbar. Auch eine iPad-App kann über den iTunes-Store kostenfrei bezogen werden. Diese unterscheidet sich in der Benutzeroberfläche jedoch leicht, da sie auf die Touch-Bedienung optimiert wurde. Um eventueller Verwirrung an dieser Stelle vorzubeugen sei erwähnt, dass es nicht möglich ist, die PC- oder Mac-Variante via iPad fernzusteuern. Die Anpassungen des Gerätes gelten demnach immer nur für das jeweilige Aufnahmesystem.

Zum weiteren Lieferumfang gehört neben dem Gerät noch ein passendes Netzteil mit 12 V und 1,5 A. Dieses wird zur Verwendung des Interfaces auch dringend benötigt, da eine Versorgung über den USB-Port alleine nicht ausreicht. Weiterhin packt Steinberg eine Lizenz für Cubase AI7 mit ins Paket.

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