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Test
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21.12.2015

Stagecraft DJ Delay Test

Freeware Effekt-Plug-In für Mac und PC

Filter-Delay mit Bewegungsdrang

Das DJ Delay von Stagecraft macht es anders: Virtuelle Delay-Effekte gibt es viele, doch nur die wenigstens spezialisieren sich dabei auf Digital-DJing, Live-Performance und EDM-Produktionen.

Der in San Francisco ansässige Hersteller Stagecraft Software hingegen entwickelt hauptsächlich Software für DJing und Live-Performance und stellt zudem kostenlose Plug-Ins zur Verfügung, darunter das DJ Delay. Im Gegensatz zu herkömmlichen Delays ist das DJ Delay allerdings mit Filter- und LFO-Features ausgestattet, die ganz besonders für Produzenten und DJs der elektronischen Musik interessant sein dürften.

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Details

Allgemeines

Das DJ Delay ist verfügbar für Windows als VST- und für Mac als AU- und VST-Plug-In, jeweils in 32- und 64-Bit. Das kostenlose Plug-In findet ihr hier!

Aufbau

Sowohl optisch als auch funktionell unterscheidet sich das DJ Delay von klassischen Delays. Neben den für ein Stereo-Delay üblichen Verdächtigen, den Parametern Delay-Time, Feedback, Panorama und Gain, hält das Plug-In eine ungewöhnliche Filtersektion bereit, die für den linken und rechten Kanal jeweils acht Filter-Charakteristiken bereithält. 

Das Besondere an der Filtersektion ist, dass die beiden Filter nicht wie von anderen Delays gewohnt „stillhalten“, sondern sich über die darunter liegenden LFO-Sektionen modulieren lassen. Mit „Sweep“ wird die Frequenz des Bandes und mit „Res“ die Bandbreite eingestellt. Um das Band nun in Bewegung zu bringen, wird der LFO eingesetzt, der seine Schwingungen entweder frei in Hertz oder auch quantisiert zum Songtempo erzeugen kann und dabei auch nicht vor triolischen und punktierten Wellen haltmacht. Wie stark das Filter die Frequenz des Bandes moduliert, wird mit dem Parameter „LFO Amt“ in Prozent geregelt, was bedeutet, dass der LFO bei 0 Prozent ausgeschaltet ist und bei 100 Prozent das komplette Frequenzband moduliert.

Da es sich um ein Stereo-Delay handelt, das mit zwei Panorama-Reglern ausgestattet ist, können für die linke und rechte Seite des Signals getrennte Modulierungen stattfinden. Als wäre das nicht genug, um äußerst „frequenzbewegliche“ Effekte zu erzeugen, kommt noch eine Automations-Sektion hinzu, die durch einen Klick auf das „A“ zum Vorschein kommt. Diese ermöglicht es, jeden erdenklichen Parameter des DJ Delays mit weiteren LFOs zu steuern – der Beweglichkeit sind also keine Grenzen gesetzt.

Ein visuelles Feedback wird durch die FFT-Spektrum-Analyzer ermöglicht, die die Frequenz des ankommenden Signals und die Modulation darstellen. Die Analyzer stehen pro Kanal zur Verfügung. Von Drittherstellern leider sehr selten zu sehen sind Plug-Ins, die in der Größe skaliert werden können. Das kostenlose DJ Delay bringt genau dieses Feature mit und wird dadurch auch beim kleinsten Computerbildschirm zum ergonomischen Wunderkind! 

Installation

Nach dem 23 Megabyte kleinen Download (wahlweise Windows oder Mac) auf der Herstellerseite wird eine gewöhnliche Installationsroutine durchlaufen. Nach dem Insertieren des DJ Delays in einer VST- oder AU-fähigen DAW erscheint zunächst ein Fenster zum Registrieren mit Name und E-Mail-Adresse. Zu Letzterer wird ein Key versendet, durch den das Plug-In kostenlos aktiviert wird. Für den Fall, dass das Plug-In nicht aktiviert wird, bleibt es bei einer 30-Tage-Testversion.

Klang

Wie ein „normaler“ Delay-Effekt klingt, dürfte bekannt sein, doch wie hört sich denn nun so ein frequenzmoduliertes Delay an? Insertiert man das Plug-In, klingt es zunächst unspektakulär, da kein LFO aktiviert ist und somit auch keine Frequenz moduliert wird. Sobald man sich jedoch mit den LFOs, den Filter-Charakteristiken und der Automation beschäftigt, kommt Bewegung in die Sache. Doch auch die Preset-Library bietet einige Voreinstellungen, die reichlich moduliert und automatisiert sind. Von einfachen Filterfahrten bis hin zu Glitch-artigen Klangverformungen ist hier einiges dabei. Hören wir doch mal rein.

Die Presets neigen schnell dazu, die Kanäle der DAW zu übersteuern, da oft ein sehr hoch eingestelltes Feedback voreingestellt ist, was sich aber natürlich schnell nachregeln lässt. Davon abgesehen macht es unheimlich Spaß, Drumloops in die Mangel zu nehmen und nach Herzenslust zu verformen. 

Fazit

Das Stagecraft DJ Delay ist garantiert eines der beweglichsten und eignet sich hervorragend gut, um Spuren bei einer Live-Performance oder auch in der Studioproduktion mit ganz besonderen Filter-Delay-Effekten zu verformen, die man mit gewöhnlichen Delays ganz sicher nicht erreichen kann. Dezente Filterfahrten meistert es genauso gut wie Pump-Effekte und Glitch-artige Modulationen. Setzt man die Modulation nur dezent ein oder schaltet sie komplett aus, kann das Delay natürlich auch als gewöhnliches Delay genutzt werden. Daher ist das DJ Delay meine ganz klare Download-Empfehlung für alle, die auf der Suche nach einem Delay der besonderen Art sind!

  • Pro:
  • Filtereinheit mit acht Filter-Charakteristiken
  • modulierbare Filter
  • quantisierte und freie LFOs
  • ausgiebige Automations-Sektion
  • Spektrum Analyzer
  • Contra:
  • kein Contra
  • Preis:
  • kostenlos

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